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Der frühere UBS-Rechtschef Peter Kurer sitzt seit 2015 im Verwaltungsrat von Sunrise.
Der frühere UBS-Rechtschef Peter Kurer sitzt seit 2015 im Verwaltungsrat von Sunrise.
archivBild: KEYSTONE

Psssst! Sunrise und Huawei haben einen «Plan B» 🤫

Verwaltungsratspräsident Peter Kurer hat zum international umstrittenen Hardware-Partner aus China Stellung bezogen – und sich auch zur UPC-Übernahme geäussert.
10.04.2019, 09:17
«Wir sind nicht von Huawei abhängig. Das darf man nie sein.»
Peter Kurer, Sunrise

Sollten die USA ihren Kurs gegen den chinesischen Netzwerkausrüster Huawei verschärfen, hat Sunrise laut Verwaltungsratspräsident Präsident Peter Kurer einen Plan B in der Schublade, wie er in einem aktuellen NZZ-Interview sagt.

Die aktuelle Lage: Der zweitgrösste Schweizer Mobilfunk-Provider will beim Bau des 5G-Mobilfunknetzes weiter auf den chinesischen Netzwerkausrüster Huawei setzen. Dies obwohl Huawei in Ländern wie Japan oder Australien wegen Sicherheitsbedenken nicht am Aufbau der Infrastruktur für den neuen Mobilfunkstandard 5G mitwirken darf. Und die USA haben kürzlich in Bern wegen des Aufbaus der 5G-Technologie interveniert.

«Bis jetzt hat es auf Sunrise keinen politischen Druck gegeben», sagt nun Kurer. Der amerikanische Berater für Cybersicherheit habe lediglich dem Branchenverband Asut die Sichtweise seiner Regierung dargelegt.

Die Diskussionen um Huawei haben nach Ansicht von Kurer in einigen Ländern damit zu tun, dass diese der Nato angehörten. Zugleich gehe es um die Rivalität zwischen den USA und China.

«Wir sind nicht von Huawei abhängig. Das darf man nie sein», betont Kurer. Sunrise habe nicht nur einen Plan B, sondern auch einen Plan C und D. «Wir wissen genau, wie eine mögliche Eskalation der Amerikaner aussähe. Wir haben die Zusicherung, dass auch Huawei für einen solchen Fall einen Plan B hat.»

Und wie sieht dieser Plan aus? Dazu Kurer:

«Dazu kann ich nichts sagen. Wenn er aktiviert würde, müssten wir das gemäss den Börsenregeln offenlegen. Aber die Planung behalten wir aus Wettbewerbsgründen für uns. Ich kann Ihnen lediglich versichern, dass es eine solche gibt. Sie folgt einem Eskalationspfad.»
quelle: nzz.ch
Installateure rüsten in Oerlikon ZH eine Mobilfunkantenne für 5G auf.
Installateure rüsten in Oerlikon ZH eine Mobilfunkantenne für 5G auf.
Bild: KEYSTONE

Sunrise und Huawei arbeiten seit 2012 zusammen. «Es ist während dieser sieben Jahre nie auch nur das Geringste passiert, was Anlass zu Bedenken gegeben hätte», sagt der Sunrise-Präsident.

Weiter verweist er auf den Fakt, dass alle Hersteller ihre Hardware in China produzieren lassen. Auch Nokia und Ericsson, die wichtigsten Konkurrenten von Huawei. Kurer:

«Alle Anbieter beziehen umgekehrt einen Teil ihrer kritischen Komponenten, nämlich die Chips, von amerikanischen Anbietern wie Intel und Qualcomm. Die Wertschöpfungskette ist stark vernetzt. Die können sie gar nicht auseinanderreissen, ohne einen immensen Schaden anzurichten.»

Sunrise habe als Erste in Europa das 5G-Netz wirklich ausgerollt und nur einen Monat nach der Auktion 150 Antennen damit ausgerüstet.

Und was ist mit der UPC-Übernahme?

Kurer denkt, dass die Skepsis der Sunrise-Aktionäre gegen die Übernahme von UPC schwinden wird. Insbesondere der Ankeraktionär Freenet, der rund 25 Prozent der Sunrise-Titel besitzt, will sich nicht an der Kapitalerhöhung beteiligen. «Freenet hat jedoch nicht gesagt, dass sie sich gegen eine Transaktion stemmen wird», betont Kurer im «NZZ»-Interview.

Freenet hätte laut Kurer lieber eine Fusion statt eine Übernahme gesehen. «Das war aber nicht machbar.» Der Sunrise-Präsident gibt sich zuversichtlich, dass Sunrise im Laufe der Zeit auch die Unterstützung von Freenet erhalten wird. Denn der Grossaktionär anerkenne die betriebswirtschaftliche Logik hinter der UPC-Übernahme.

Er sei daher zuversichtlich, dass die Aktionäre an einer ausserordentlichen Generalversammlung dem Deal zustimmen werden. Erst muss aber noch die Weko grünes Licht für die Transaktion geben.

Sunrise sei optimistisch, dass die Wettbewerbshüter «die Sache ohne Auflagen durchwinken werden», so Kurer. Das Unternehmen habe eine Genehmigung der Übernahme ohne Auflagen beantragt. «Wir sind überzeugt, dass die Übernahme im Einklang mit dem Wettbewerbsrecht ist.»

Mit 6.3 Milliarden Franken ist der Kaufpreis für UPC fast doppelt so hoch wie die Börsenkapitalisierung von Sunrise. «Es ist eine grosse Übernahme. Und wir haben Respekt», räumt Kurer ein. Aber Sunrise übernehme mit UPC nicht ein spekulatives Unternehmen. «Wir gehen ein kalkuliertes Risiko ein», sagte Kurer. Jegliches finanzielle Risiko könne aber nicht ausgeschlossen werden.

Denn das Geschäft von UPC basiere auf Abonnementen. Daher könnten der Cashflow und der Umsatz gut prognostiziert werden. Und UPC habe einen klaren Plan für den Turnaround. «Wir haben klare Anzeichen, dass dieser Plan greift», sagte der Sunrise-Präsident. «Wir erwarten, dass wir den Cashflow mindestens verdoppeln werden.»

Und Sunrise sei fest entschlossen, an seiner progressiven Dividendenpolitik festzuhalten. Das Unternehmen werde die Dividende selbst dann halten, wenn der Investitionsbedarf für einmal aus den eigenen Mitteln finanziert werden müsse und nicht aus den laufenden Einnahmen.

(dsc/sda/awp)

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quelle: keystone / martin ruetschi
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