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Frau hält Wasserglas.

Eine Schweizer Firma verspricht, dass ihr «Wasservitalisierer» über eine Sonde und mittels «Hochfrequenzenergie» die Eigenschaften des Wassers und damit die Lebensqualität der Menschen und Tiere verbessern könne. Das Gerät kostet laut deutschen Behörden rund 8000 Euro. Bild: Shutterstock

Deutschland verbietet Schweizer Esoterik-Gerät, weil es Funkstörungen verursacht

Das Gerät soll unter anderem gegen die negativen Folgen von Elektrosmog helfen, ist nun aber von der obersten deutschen Regulierungsbehörde verboten worden. Wegen seiner elektromagnetischen Strahlung.



Was ist passiert?

Die Bundesnetzagentur, die oberste Regulierungsbehörde Deutschlands, hat den Verkauf und die Nutzung eines sogenannten «Wasservitalisierers» verboten.

Betroffen ist der Schweizer Hersteller, respektive Anbieter des Elektrogeräts, die Firma Wassermatrix AG.

Mit ihrem Gerät lässt sich angeblich «Hexagonales Wasser» herstellen und dieses soll gegen Elektrosmog und andere gesundheitliche Beeinträchtigungen helfen, wie aus YouTube-Videos auf der Firmen-Website hervorgeht.

Wasservitalisierer der Firma Wassermatrix AG.

Mit dieser Sonde, so der Anbieter, lassen sich die Eigenschaften des Wassers verbessern. Es würden aber «keine Heilversprechungen abgegeben», betont die Firma. Jede Form der Anwendung geschehe «auf eigenes Risiko im Selbstversuch». Bild: Bundesnetzagentur

«Diese Handsonde dient dazu, das Wasser zu informieren bzw. zu strukturieren und zu energetisieren. Das energetisierte Wasser wird dann unserem Körper zugeführt. Durch die Energiefelder wird der Körper aktiviert. Die Selbstheilungskräfte werden angesprochen. Dies alles ohne Nebenwirkungen!»

quelle: wassermatrix.ch

Das handfeste, messbare Problem: Der Wasservitalisierer verursacht Funkstörungen. Und zwar beim Amateurfunk.

Wasservitalisierer der Firma Wassermatrix AG.

Die Funkstörungen dürften mit diesem Gerät zu tun haben, an das die Sonde angeschlossen wird. Bild: Bundesnetzagentur

Nachdem zahlreiche Störungsmeldungen bei der deutschen Behörde eingegangen waren, leitete der Prüf- und Messdienst Ermittlungen ein. Dabei sei festgestellt worden, dass das Gerät «eine fehlerhafte Konformitätserklärung» besitze und «eine unzulässige Störaussendung» erzeuge. Der Wasservitalisierer erfülle damit nicht die grundlegenden Anforderungen an die elektromagnetische Verträglichkeit, hielt die Bundesnetzagentur in ihrer Mitteilung vom 12. März fest.

Man habe neben dem Erlassen des Verkaufs- und Nutzungsverbots auch die Mitgliedsstaaten der EU sowie die Europäische Kommission über den Fall informiert.

Die Funkstörung betreffe den Frequenzbereich zwischen 144 bis 146 MHz (Megahertz), sagte eine Sprecherin der Bundesnetzagentur zum Techportal golem.de.

Schweizer Bundesbehörde bestätigt Problem

Der «Wasservitalisierer» wird auch in der Schweiz verkauft. watson hat darum bei der Aufsichtsbehörde, beim Bundesamt für Kommunikation (Bakom), nachgefragt.

Bakom-Sprecher Francis Meier:

«Das BAKOM wurde von den deutschen Behörden über den Fall und den Entscheid informiert.

Bei uns ist zurzeit ein Verfahren in dieser Sache hängig. Zu den Einzelheiten können wir erst nach Abschluss des Verfahrens Auskunft geben.»

Der Mediensprecher bestätigt zudem:

«Auch in der Schweiz sind dem BAKOM derartige Störungen bekannt.»

Der Hersteller versucht zu beschwichtigen – und geht in den Angriff über

Die Verantwortlichen der Wassermatrix AG reagierten am Montag nicht auf die Anfragen von watson, weder per Telefon noch per E-Mail.

Auf der Firmen-Website informieren die Verantwortlichen, sie seien von der Bundesnetzagentur Deutschland damit beauftragt worden, Besucher über das Verbot zu informieren.

Die Bundesnetzagentur erlaube nur eine Nutzung mit geeigneter Abschirmung, heisst es weiter. Und dann wird in fehlerhaftem Deutsch erklärt:

«Dies unter anderem auch deshalb, weil das Gerät auf der gleichen Frequenz wie bei den Amateurfunkern befindet und dieses dadurch gestört fühlen. In unserer Bedienungsanleitung, werden wir darauf hin, dass das Gerät mit Abschirmung zu nutzen ist, wenn dies der offizielle Netzbetreiber verlangt, was nun der Fall ist. Wir bitten Sie, sich an dieses Verbot zu halten und das Gerät nur noch mit einer geeigneten Abschirmung zu nutzen.»

Weiter heisst es:

«Es besteht hier eine Diskrepanz zwischen dem Amateurfunkbereich und den menschlichen Zellen. Die Biologen und die Physiker werden künftig diese Dinge belegen können, dass die Amateurfunker betreffend biologische Zellen durch Unkenntnis unsachgemäss eingreifen und das langfristig zu entsprechenden negativen Einflüssen führt (Amateurkrankheit).»

Eine Erklärung, was es mit dieser «Amateurkrankheit» auf sich haben soll, steht aus. Sobald die Stellungnahme der Firmen-Verantwortlichen vorliegt, wird sie hier aufgeführt.

Ein Besuch auf wassermatrix.ch zeigt, dass die Sonde nicht nur in Wasserkrüge eingetaucht wird, sondern auch direkt bei Katzen und anderen Tieren eingesetzt wird.

Der «Wasservitalisierer» der Firma Wassermatrix AG im Einsatz bei Tieren.

Screenshot: wassermatrix.ch

In einem auf der Firmen-Website veröffentlichten YouTube-Video wird demonstriert, wie hexagonales Wasser hergestellt wird. In dem Video kommt ein Fachmann zu Wort, der unter anderem einen Tierversuch erwähnt. Demnach sollen Mäuse, die dem Ertrinken ausgesetzt wurden, in hexagonalem Wasser länger überlebt haben als in unbehandeltem Wasser.

«Die Maus ist 47 Prozent länger geschwommen.»

Hier wird im Video gezeigt, wie der Wasservitalisierer funktioniert:

abspielen

Video: YouTube/QS24 - Schweizer Gesundheitsfernsehen

«Die Inhalte (Texte) und Hinweise stellen keine wissenschaftlichen Abhandlungen dar, sondern verlangen von dem Interessenten, Leser und Anwender den Einsatz seines gesunden Menschenverstandes.»

Hinweis auf der Firmen-Website quelle: wassermatrix.ch

Was hat Uriella damit zu tun? (Reaktionen)

Das deutsche Techportal heise.de hat das Thema ebenfalls aufgegriffen und hält in einem Fazit fest:

«Den betroffenen Besitzern des nun nur noch als teurer Elektroschrott zu bezeichnenden Geräts mag zur Energetisierung ihres Wassers vielleicht die ungleich preiswertere Uriella-Methode ans Herz gelegt werden. Dafür werden nebst Wasser nur eine Badewanne, ein Silberlöffel und 21 Minuten Zeit benötigt (...).»

quelle: heise.de

Und der österreichische «Standard» konstatiert:

«Die Bundesnetzagentur ist auf das Produkt aufmerksam geworden. Nicht etwa aufgrund seiner esoterischen Natur und offenkundigen Wirkungslosigkeit, sondern aufgrund seiner elektromagnetischen Strahlung. Gesundheitliche Risiken befürchtet man zwar trotz ‹Hochfrequenzenergie› nicht, sehr wohl aber technische Interferenzen.»

quelle: derstandard.at

Und jetzt du!

Was hältst du von «belebtem» Wasser? Hast du positive oder negative Erfahrungen gemacht mit einem solchen Gerät oder warst als Amateurfunker von Funkstörungen betroffen? Schreib uns via Kommentarfunktion!

Quellen

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