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screenshot: youtube

Ex-Tesla-Mitarbeiter packen aus: E-Autobauer soll Unfallstatistik in Fabrik geschönt haben

17.04.18, 12:46 17.04.18, 14:11


Ein neuer Enthüllungsbericht zu Tesla erhebt schwere Anschuldigungen: Der US-Elektroautohersteller soll die Unfallstatistiken in seiner Fabrik in Fermont, Kalifornien, geschönt haben. Tesla bestreitet die Vorwürfe.

Tesla habe arbeitsbedingte Verletzungen von Angestellten als persönliche medizinische Probleme oder kleinere Zwischenfälle erfasst, statt sie – wie gesetzlich vorgeschrieben – als Berufsunfälle zu melden. Dazu gehörten Muskelzerrungen und Verletzungen, die durch repetitive Tätigkeiten verursacht wurden. In einem anderen Fall sei das Einatmen giftiger Dämpfe durch einen Fabrikarbeiter nicht korrekt registriert worden.

Hinter dem Bericht, der auf einer grossangelegten Untersuchung mit vielen Interviews basiert, steht das Center for Investigative Reporting. Das ist eine auf unabhängigen Investigativ-Journalismus spezialisierte Non-Profit-Organisation, dich sich durch Spenden finanziert und die Plattform revealnews.org betreibt.

Die Unfallrate pro 100 Mitarbeiter bei Tesla im Vergleich mit dem Branchendurchschnitt. grafik: revealnews

Ehemalige Mitarbeiter packten aus

Die Insider-Informationen zu Tesla sollen von fünf ehemaligen Mitgliedern des Sicherheitsteams stammen, die nicht namentlich genannt werden. Der Bericht kommt zum Schluss, dass Tesla die Autoproduktion über Sicherheitsbedenken stelle.

Tesla bestreitet die Vorwürfe. In einer Mitteilung vom 16. April betont das Unternehmen, dass die Verletzungsrate im letzten Jahr um 25 Prozent gesenkt worden sei. Der Bericht enthalte «alte, falsche und völlig ungenaue Informationen».

Weiter unterstellt Tesla den Journalisten, respektive dem Center for Investigative Reporting, unlautere Motive:

«Unserer Ansicht nach ist das, was sie als investigativen Journalismus darstellen, ein ideologisch motivierter Angriff einer extremistischen Organisation, die direkt mit Gewerkschaftsanhängern zusammenarbeitet, um eine gezielte Desinformationskampagne gegen Tesla zu starten.»

Auszug aus einer ausführlichen Stellungnahme, die Tesla am Montag im Firmen-Blog veröffentlicht hat quelle: tesla.com

Der Bericht erscheint zu einem aus Tesla-Sicht kritischen Zeitpunkt. Das Unternehmen ist wegen zu tiefer Produktionszahlen unter Druck. Unlängst räumte Tesla-Chef Elon Musk ein, dass es Probleme gebe mit den Fertigungsrobotern. Das Unternehmen habe es mit der Automatisierung übertrieben.

Mit Elon Musk in der «Produktionshölle»: Der US-Sender CBS durfte erstmals in einer Tesla-Fertigungshalle filmen:

Video: YouTube/CBS This Morning

In der Nacht auf Dienstag wurde publik, dass Tesla die Produktion seines neusten, günstigsten Modells, «Model 3» genannt, vorübergehend stoppt. Ein Sprecher des Unternehmens erklärte, dass die Pause genutzt werde, um «die Automation zu verbessern und Flaschenhälse systematisch anzugehen».

Gemäss unabhängigen Schätzungen nähert sich die Produktion 3000 Fahrzeugen pro Woche an. Langfristig strebt Tesla beim Model 3 eine wöchentliche Stückzahl von 10'000 an und noch in diesem Jahr sollen 5000 pro Woche vom Band laufen.

screenshot: bloomberg

Das Model 3 ist mit einem Startpreis von 35'000 Dollar deutlich erschwinglicher als die bisherigen Tesla-Modelle. Damit will der US-Elektroautohersteller im Massenmarkt Fuss fassen.

(dsc)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

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18Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • 7immi 18.04.2018 09:22
    Highlight spannender tenor in den kommentaren: es ist branchenüblich also ok. ist also ein sympathischer typ am ruder, spielt man alles herunter und alles ist ok. bei einem versandhändler, der branchenüblich schlechte löhne zahlte war alles anders und unfair. diese doppelmoral ist faszinierend. bei der emschemie würde wohl auch nichts mit "branchenüblich" verziehen. wunderbares beispiel, wie pr funktioniert.
    5 1 Melden
  • Skip Bo 18.04.2018 08:48
    Highlight Liebe Teslafreunde, ich glaube nicht an eine watsonsche Verschwörung gegen Tesla. Aber Musk speist seine Verehrer mit Ankündigungen und viel PR. Wer sich derart in den Fokus drängt muss damit rechnen, dass jeder Minuspunkt auch die entsprechende Aufmerksamkeit erfährt.
    5 2 Melden
  • Midnight 18.04.2018 08:44
    Highlight Ähm ja... Ich bin mir sicher, dass dies bei fast allen Industriebetrieben, auch bei uns, gängige Praxis ist. Nennt sich dann "Betriebsunfallversicherungsprämienkostenoptimierung", oder so. 😄
    4 4 Melden
  • walsi 17.04.2018 19:52
    Highlight Schon mal überlegt weshalb das ehemalige Mitarbeiter sind, wahrscheinlich weil sie gefeuert wurden. Welche Gefühle verspüren Leute die gefeuert wurden? Vielfach: Rache! Man sollte das also solche Berichte mit einer gesunde Portion Skepsis betrachten. Das bedeutet nicht, das alles falsch oder erstunken und erlogen ist.
    8 4 Melden
  • PepeMe 17.04.2018 17:37
    Highlight Dass auch bei Tesla nicht alles mit rechten Dingen zu und her geht, ist nur logisch.

    Dass die Fans von Musk dies nicht gerne hören, ebenfalls.
    17 8 Melden
  • Jere 17.04.2018 16:17
    Highlight Was hat Watson eigentlich gegen Tesla und Elon Musk? So viele negative Artikel für eine so innovative Firma... Schade
    39 14 Melden
  • Hans Gsseh 17.04.2018 15:24
    Highlight Also ich arbeite in einem internationalen Unternehmen und in unserer Produktion wird es ebenso rapportiert. So gennante lost time incidents schlagen hohe Wellen müssen aber rapportiert werden sobald der Verletzte am nächsten Tag nicht mehr arbeiten kommen kann. Also werden die Verletzen jeweils umdisponiert und helfen im Büro o.ä. aus, da dies auch mit z.B gequetschtem Finger, Sehnenentzündung usw. möglich ist. Somit entsteht kein LTI, ich befürworte dieses Vorgehen überhaupt nicht aber denke da wird in der einen oder andern Firma getrickst.
    25 0 Melden
  • Philippe87 17.04.2018 14:37
    Highlight Auf watson lese ich täglich negative Schlagzeilen über Elon Musk und Tesla. Auf keiner Newsplatform wird so gegen Tesla geschossen wie hier. Was ist los? Ich würde mich mal über einen positiven Artikel über Tesla freuen, wie in der restlichen Newswelt auch der Fall ist. Sonst bleibt irgenwann nur noch der picdump übrig😔
    51 5 Melden
  • BenFränkly 17.04.2018 13:13
    Highlight So eine Studie ist nur dann neutral, wenn Vergleiche mit anderen Firmen publiziert werden.
    Wird nur Tesla «an den Pranger gestellt», riecht das ganze verdächtig nach Hetze. Wären zeitgleich andere Autobauer auch unter die Lupe genommen worden sähe es anders aus.
    92 37 Melden
    • Z&Z 17.04.2018 14:06
      Highlight Vor einer Weile dachte ich bei solchen Artikeln noch "Tesla halt, mehr Schein als Sein". Inzwischen ist die Berichterstattung derart einseitig gegen Tesla, dass ich mich langsam wirklich frage, ob das alles zu Recht ist.
      45 5 Melden
    • Nevermind 17.04.2018 14:17
      Highlight „Die Unfallrate bei Tesla im Vergleich mit dem Branchendurchschnitt.“
      Steht so unter dem Bild mit den Unfallzahlen.

      Sieh’s mal von der Seite: „Wo viel Licht ist muss es auch Schatten geben.“ Vieleicht tröstet das ein wenig, falls man nicht nur Kunde sondern eher Fan ist.
      14 1 Melden
    • Mutzli 17.04.2018 14:34
      Highlight Die Logik verstehe ich nicht. Es ist ein erster investigativer Report, der eine Vertuschung aufdecken soll, dass kann man ja gar nicht 1:1 vergleichen. Sonst hätte man ja z.B. auch beim Abgasskandal sich auf den Standpunkt stellen müssen, es dürfe erst publiziert werden, wenn VW direkt mit anderen verglichen und deren Manipulationen aufgedeckt werden. Das Musk überall Gewerkschaftsverschwörungen wittert, ist auch nichts Neues. Stellt sich nur die Frage, warum wohl?

      https://www.theguardian.com/technology/2017/feb/11/elon-musk-in-union-spat-after-wrongly-calling-tesla-worker-a-paid-agitator
      19 6 Melden

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