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Der Kampf tausender Porno-Darstellerinnen gegen Instagram



Instagram hat relativ strikte Richtlinien, was das Abbilden von nackter Haut betrifft, wie dieser Abschnitt aus den sogenannten Gemeinschaftsrichtlinien zeigt: «Aus verschiedenen Gründen ist die Darstellung von Nacktheit auf Instagram jedoch nicht zulässig. Das gilt auch für Fotos, Videos und digital erstellte Inhalte, auf denen Geschlechtsverkehr, Genitalien und Nahaufnahmen nackter Gesäße zu sehen sind. Dazu zählen auch Fotos, auf denen Brustwarzen von Frauen zu sehen sind.»

Alana Evans – Pornodarstellerin und Präsidentin der Gewerkschaft für Pornodarsteller – fühlt sich indes von Instagram schikaniert. Gemäss ihren Aussagen, löscht das zu Facebook gehörende Unternehmen regelmässig die Accounts von Pornodarstellerinnen, obwohl nicht gegen die oben genannten Richtlinien verstossen wurde.

Gemäss dem «Stern», glaubt Evans den wahren Grund für das Löschen der Accounts zu kennen: «Sie diskriminieren uns, weil sie nicht mögen, womit wir unser Geld verdienen.» Ausserdem soll es Ende 2018 zu einer koordinierten Aktion gekommen sein, bei der Privatpersonen möglichst viele Accounts meldeten, um diese löschen zu lassen. Es seien sehr viele Pornodarstellerinnen und Sexarbeiterinnen davon betroffen gewesen.

Auch die Darstellerin Ginger Banks, die sich für die Rechte von Sexarbeiterinnen einsetzt, wurde der Instagram-Account bereits gelöscht. Banks macht darauf aufmerksam, dass solche Social Media Kanäle für die Darstellerinnen häufig der einzige Marketing-Kanal ist. Nicht selten haben sie mehr als 100'000 Follower und die Schliessung der Profile sei nur eine weitere Diskriminierung, die die Frauen hinnehmen müssen. «Die Leute, die uns melden, verstehen nicht, dass unser Einkommen dadurch bedroht ist, oder es ist ihnen egal», wie sie laut «Stern» aussagt.

Facebook weicht aus

Ein Sprecher von Facebook nahm gegenüber «BBC» zu den Vorwürfen lediglich mit Verweis auf die Richtlinien Stellung: «Mit einer solchen diversen Community müssen wir Regeln über Nacktheit und sexuelle Werbung aufstellen, um sicherzustellen, dass der Inhalt für jeden angemessen ist, vor allem für junge Menschen.»

Doch die Darstellerinnen geben sich mit dieser Floskel nicht zufrieden. Für Banks ist der Fall klar: «Wir werden hier bewusst bestraft.»

Dieses Bild von Kylie Jenner zeigt viel Haut und wurde nicht gelöscht – wäre es bei einer Pornodarstellerin anders?

Instagram scheint die Richtlinien tatsächlich nicht immer gleich auszulegen: Hollywood-Schauspielerinnen, Sängerinnen oder sonstige Promis wie Kylie Jenner zeigen auch sehr viel Haut, bei ihnen wird jedoch kaum jemals ein Post gelöscht – geschweige denn direkt der ganze Account. (mim)

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26Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • NudelBürste 28.11.2019 12:47
    Highlight Highlight Naja verwundert mich nicht in einem Land das voll ist mit Religiösen Fanatikern. Die finden Sex halt was ganz schlimmes und wenn dann jemand Geld mit diesem Schmuddel zeug verdinet dann wars das mit Liebe deinen nächsten wie dich selbst... Da muss man natürlich handeln und ihnen die Lebensgrundlage zerstören
  • Wendy Testaburger 28.11.2019 09:17
    Highlight Highlight "Sonstige Promis wie Kylie Jenner", so geil😂
    • Bambusbjörn aka Planet Escoria 28.11.2019 14:42
      Highlight Highlight Wer bei der unheiligen Mutter des Frägg soll das jetzt wieder sein?
  • Natürlich 28.11.2019 08:35
    Highlight Highlight - Videos von Schlägereien, geschächteten Kühen, Tierqüälereien, schlimmen Unfällen usw alles kein Problem

    - Fake-News: Kein Problem

    - Nackte Haut: OMG, WER DENKT AN DIE KINDER!

    Diese USA-Scheinheiligkeitsmoral geht mir sowas von auf den Geist...

  • Frausowieso 28.11.2019 07:25
    Highlight Highlight Als Privatunternehmen, das kostenfreien Zugang zu seinen Dienstleistungen gewährt, kann Facebook selbst bestimmen, ob sie sexuelle Werbung dulden oder eben nicht. Mit kostenfrei meine ich, dass man nicht mit Geld bezahlen muss. Der Datenhandel ist eine andere Geschichte. Persönlich begrüsse ich es, dass solche Profile stark eingeschränkt werden. Es gibt andere Plattformen, auf denen sich die Industrie bewerben kann.
    • Drunken Master 28.11.2019 14:24
      Highlight Highlight @Frausowieso: Aber wenn die Kylie Jenner ihre halbnackten Möpse in die Kamera steckt ist das keine sexuelle Werbung gell? Die schlägt noch viel mehr Profit daraus als alle Pornosternchen zusammen...
    • Frausowieso 29.11.2019 08:01
      Highlight Highlight @Drunken Master

      Hey, ich bin nicht von FB oder Insta und mach die Regeln nicht. Es ist jedoch schon ein Unterschied ob man ein Popstar oder what ever ist und mit Sexyness Aufmerksamkeit erlangen will oder wenn man ganz klar sexuelle Dienstleistungen bewirbt. Es ist für mich verständlich, dass FB sich klar von der Pornobranche und der Sexindustrie abgrenzen will. Und ich habe lediglich erwähnt, dass sie als Privatunternehmen die Spielregeln im rechtlichen Rahmen selbst bestimmen können. Ein FB Account ist nun mal kein Menschenrecht.
  • Gawayn 28.11.2019 06:29
    Highlight Highlight Es ist deren Firma.
    Also entscheiden die, wer dabei sein kann oder gehen muß.

    Dann noch folgende Regelung:
    "Werbungen für Sex Inhalte sind unzuläßig..."

    Tja Leute auf Insta bewerben nun mal.
    Fitness, Sport, Lifestyle etc...
    Was bewirbt wohl eine Pornodarstellerin oder Sexarbeiterin?

    Die Fotos sind zweitrangig
    Es geht um das, wofür sie werben und das ist gemäß den Regeln nicht zuläßig!

    Lebt einfach damit...
    • Bruno S.1988 28.11.2019 09:03
      Highlight Highlight Und was wenn Sie Pornodarstellerin ist und nebenbei als Influencerin arbeitet und für Fitness, Sport und Lifestyle Werbung macht?

      Wenn man von Beruf Bäcker ist und einen Insta Account hat, muss man nicht zwangsläufig einer sein, der Werbung für Backwaren macht!

      Dein Kommentar macht deswegen absolut keinen Sinn. Leb einfach damit!
    • Gawayn 28.11.2019 10:29
      Highlight Highlight An die Blitzer, lest den Artikel nochmals durch.

      Da wird EXPLIZIT auf den Job hin gewiesen.
      Dass es um das Einkommen geht.

      Ich bin überzeugt, dass eine Sexworkerin problemlos, ihren Inta Accoung für Lifestyle Produkte betreiben kann.

      An alle. Man ist verantwortlich was man schreibt. Nicht was Andere raffen oder nicht!
    • AnnikKilledTheStage 28.11.2019 12:42
      Highlight Highlight Ein Ungleichgewicht herrscht wirklich: die ganzen Fetish-Models, Sexworkerinnen in Latex zbsp Dominas, werden auch nicht *zensiert*.
  • Ribosom 28.11.2019 05:40
    Highlight Highlight Mich stört es sehr, wenn unter einem Bild (zum Beispiel ein süsses Tier) steht: "Willst du wieder einmal 👀🍆💦? Dann schau auf mein Profil"
    Diese Damen schicken auch allen Leuten Anfragen zum followen oder für Gruppenchats.
    Sorry das nervt echt. Ich melde jede, die sowas schreibt und die werden mittlerweile auch ziemlich schnell gelöscht.
    Instagram ist nicht das neue Youporn.
    • The oder ich 28.11.2019 06:30
      Highlight Highlight Im Artikel geht es um Pornodarstellerinnen. Das hat mit dem ärgerlichen Spam nichts zu tun; keine dieser Darstellerinnen wird Dich so anschreiben.

      Thema verfehlt: setzen
    • Baron Swagham IV 28.11.2019 06:48
      Highlight Highlight @Ribosom
      Sorry, wenn ich getrunken hab verliere ich die Kontrolle😬😏🍆😎😎😎😎😉
    • LeBase 28.11.2019 07:18
      Highlight Highlight Wut? 😂
      Mag ja sein, dass du, Ribosom, in deinen feuchten Träumen von Pornosternchen gespamt (😏) wirst, aber im realen Le...äh...auf Instagram —> Nope 🤷🏿‍♂️
    Weitere Antworten anzeigen
  • Gsnosn. 28.11.2019 05:16
    Highlight Highlight Es ist ein Privat Unternehmen und das kann fast alle machen was sie wollen. Instagram Profil ist zum Glück noch kein Menschenrecht!
    • trio 28.11.2019 06:57
      Highlight Highlight Darum darf H&M Kleider zum Hungerlohn herstellen lassen, Nestle das Grundwasser aufkaufen, BP den Golf von Mexico mit Öl verschmutzen?
      Leider gibt es noch ganz viele solche Beispiele.
    • walsi 28.11.2019 07:13
      Highlight Highlight @trio: So lange sie sich an geltendes Recht halten, ja. Du findest das falsch? Dann geh in die Politik und finde Mehrheiten um das zu ändern.
    • Gustav.s 28.11.2019 07:18
      Highlight Highlight Es gibt eigentlich auch für Unternehmen klare Regeln. Diskriminierung ist sicherlich verboten. Die Frage ist nur wie weit ein Berufsstand darunter fällt.
    Weitere Antworten anzeigen

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