Digital
USA

Eltern verklagen OpenAI: ChatGPT soll Sohn bei Suizid beraten haben

Eltern verklagen OpenAI: ChatGPT soll Sohn bei Suizid beraten haben

27.08.2025, 08:5827.08.2025, 09:36

Eltern eines US-Teenagers, der im April Suizid beging, klagen gegen die ChatGPT-Entwicklerfirma OpenAI. Ihr Vorwurf ist, dass ChatGPT ihren Sohn dabei unterstützt habe, sich das Leben zu nehmen.

Die Eltern stützen sich dabei auf Unterhaltungen mit dem Chatbot, die sie auf dem Smartphone des 16-Jährigen fanden. OpenAI kündigte nach Bekanntwerden der Klage verbesserte Massnahmen zur Suizid-Prävention an.

Die Firma räumte zugleich ein, dass die bisherigen Vorkehrungen, die unter anderem Nutzer zu einer Beratungs-Hotline verwiesen, bei längeren Unterhaltungen mit ChatGPT versagen können. Dann sei es möglich, dass die Software unerwünschte Antworten liefere.

Man arbeite daran, dass die Schutzmassnahmen auch bei längeren Unterhaltungen greifen, hiess es in einem Blogeintrag. Zudem werde erwogen, dass ChatGPT in Krisensituationen versuchen könnte, Kontakt zu von Nutzern eingetragenen Personen aufzunehmen.

Lass dir helfen!
Du glaubst, du kannst eine persönliche Krise nicht selbst bewältigen? Das musst du auch nicht. Lass dir helfen.
In der Schweiz gibt es zahlreiche Stellen, die rund um die Uhr für Menschen in suizidalen und depressiven Krisen da sind – vertraulich und kostenlos.

Die Dargebotene Hand: Tel 143, www.143.ch
Beratung + Hilfe 147 für Jugendliche: Tel 147, www.147.ch
Reden kann retten: www.reden-kann-retten.ch

Mehr Einblick für Eltern

Für Nutzerinnen und Nutzer im Alter unter 18 Jahren soll es zusätzliche Sicherheitsmassnahmen geben. OpenAI stellte etwa «stärkere Leitplanken bei sensiblen Inhalten und riskantem Verhalten» in Aussicht. Eltern sollen sich besser darüber informieren können, wie ihre Kinder ChatGPT nutzen.

Bei Unterhaltungen mit ChatGPT, in denen Nutzer die Absicht bekunden, anderen zu schaden, greift OpenAI dem Blogeintrag zufolge bereits jetzt ein. Solche Unterhaltungen würden an ein spezielles Team weitergeleitet – und bei einer konkreten Bedrohungs-Situation würden auch Sicherheitsbehörden eingeschaltet.

Der Familie des Teenagers drückte OpenAI «tiefstes Mitgefühl» aus und teilte mit, man prüfe die Klage.

(rbu/sda/dpa)

Das könnte dich auch interessieren:

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
8 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
8
So funktioniert die neue Zoll-App für Schweizer Einkaufstouristen
Der deutsche Zoll testet derzeit die neue App dAKZ für die digitale Mehrwertsteuer-Rückerstattung. Sie soll Einkaufstouristen das Leben zukünftig erleichtern. Wie sie funktioniert und worauf du achten solltest.
Wer kennt es nicht? Schnell zum Einkaufen über die Grenze nach Deutschland und dabei Geld sparen. Nur eines ist dabei lästig: das Anstehen am Zoll und das Abstempeln der Ausfuhrscheine. Dabei lässt sich die deutsche Mehrwertsteuer ab einem Einkaufswert von 50 Euro zurückfordern. Je nach Produkt können so bis zu 19 Prozent des Kaufpreises gespart werden. Laut einer Umfrage von SRF unter Einkaufstouristen in Konstanz (DE) stehen Konsumentinnen und Konsumenten aber bislang ca. 35 bis 40 Minuten beim Schalter an.
Zur Story