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whatsapp threema

Bild: stern

Kampf der Messenger

WhatsApp oder Threema: Was ist jetzt sicherer?



Die News von WhatsApp

Mit dieser Nachricht überrumpelte WhatsApp am Dienstag alle: WhatsApp verschlüsselt künftig die Textnachrichten auf Android-Smartphones – und zwar vollständig, sprich auf dem ganzen Weg vom Sender bis zum Empfänger. Die als notorisch unsicher geltende Kurznachrichten-App wird mit dieser Ende-zu-Ende-Verschlüsselung über Nacht zur sichersten Chat-App. Dies behaupten zumindest WhatsApp und deren Besitzerin Facebook.

So reagieren die watson-Leser

«Ist schon 1. April? Ich benutze WhatsApp nicht mehr, seit es zu Facebook gehört. Diensten aus den USA ist generell nicht zu trauen und im Internet gilt sowieso ‹Feind hört mit›.»

«Von wegen sicherer als Threema. (...) Wer hier den billigen PR-Gag nicht 10 Kilometer gegen den Wind riecht, dem ist nicht mehr zu helfen.»

Die Meinungen der User sind gemacht. WhatsApp gilt als unsicher und Facebook traut eh niemand über den Weg.

Was Sie jetzt wissen müssen

Wie kann man abhörsichere Nachrichten senden?

Die angekündigte Verschlüsselung funktioniert zunächst nur bei Direktnachrichten zwischen Android-Smartphones. Gruppenchats sowie iOS- und Windows Phone-Nutzer sind bis auf weiteres ausgeschlossen. WhatsApp wird mit höchster Wahrscheinlichkeit künftig aber alle Nachrichten auf sämtlichen Geräten verschlüsseln. Android-Nutzer müssen lediglich das neue Update installieren, weitere Schritte sind nicht notwendig.

Wann bringt WhatsApp die verschlüsselte App für das iPhone und Windows-Smartphones?

Das ist noch unklar. Bis auch die iPhone- und Windows-Apps verschlüsselt sind, sind lediglich Nachrichten (ohne Gruppenchats) zwischen Android-Nutzern abhörsicher.

Welche Vorteile hat die Verschlüsselung für die Nutzer?

Bislang war verschlüsselte Kommunikation das Steckenpferd von einigen wenigen, technisch Interessierten. Für den Durchschnittsnutzer waren die angebotenen Lösungen oft zu kompliziert. Nun erhalten Millionen WhatsApp-Nutzer eine vollständige Verschlüsselung, ohne dass Sie dafür einen Finger rühren müssen. 

Das heisst, dass auch WhatsApp-Besitzerin Facebook die Nachrichten nicht mitlesen kann, um Nutzerprofile zu erstellen oder innerhalb von WhatsApp personalisierte Werbung einzublenden.

Ist WhatsApp nun wirklich sicher?

WhatsApp hat sich für die Verschlüsselung Hilfe von Open Whisper Systems geholt. Die Firma geniest in der Sicherheitsbranche einen guten Ruf, den sie zu verlieren hätte, wäre die Verschlüsselung fehlerhaft. Die von Open Whisper Systems entwickelte Open-Source-Verschlüsselung «TextSecure» wurde von unabhängigen Prüfern erst vor wenigen Tagen als derzeit sicherste Verschlüsselung gelobt.

WhatsApps Verschlüsselung habe allerdings einen Haken, schreibt die NZZ: Als US-amerikanisches Unternehmen müsse WhatsApp mit Sicherheit eine Hintertür enthalten, die Geheimdiensten Zugriff auf die Daten gebe. «Das ist der Fall, weil es die Section 215 des amerikanischen Überwachungsgesetzes Patriot Act gibt.» Es bestehe eine rechtliche Handhabe für Hintertüren in Apps, die von US-Behörden «beliebig und jederzeit benutzt und missbraucht werden kann».

Was bedeutet WhatsApps-Verschlüsselung für andere Chat-Apps wie Threema, Facebook Messenger und Apples iMessage?

WhatsApp ist die erste weit verbreitete Messenger-App mit einer Ende-zu-Ende Verschlüsselung. WhatsApp-Besitzerin Facebook erhöht so den Druck auf Apple, Google, Microsoft und andere Chat-App-Anbieter, ihre Apps ebenfalls abhörsicher zu gestalten. Sollte sich die Verschlüsselung bei WhatsApp bewähren, dürfte bald auch der Facebook Messenger eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung erhalten.

Wie reagiert Threema auf den Sicherheits-Effort von WhatsApp?

Threema profitiert bislang vor allem von WhatsApps schlechtem Ruf bezüglich Sicherheit und Datenschutz. Gegenüber watson begrüsst Roman Flepp von Threema die neuen Sicherheitsanstrengungen des Rivalen: «Durch diesen Schritt wird WhatsApp ein Stück Vertrauen zurückgewinnen.» Die Verschlüsselung sei aber nur ein Aspekt; fast wichtiger sei die Sicherung der Privatsphäre «und hier bietet Threema deutlich bessere Voraussetzungen». 

Konkret stört sich Flepp an den weiter bestehenden Datenschutzproblemen bei WhatsApp:

WhatsApp oder Threema: Wer ist nun sicherer?

Beide Unternehmen nehmen für sich in Anspruch, bei der Sicherheit führend zu sein. Eine zu 100 Prozent abhörsichere Kommunikation können weder WhatsApp noch Threema garantieren. WhatsApp kann künftig mit einer starken und von externen Experten überprüften Verschlüsselung auftrumpfen. Allerdings könnte die App versteckte, staatlich verordnete Sicherheitslücken (Hintertüren) enthalten – was die Bemühungen teils wieder zunichte macht.

Auch Threema aus der Schweiz ist nicht über alle Zweifel erhaben, da das Unternehmen den Source Code seiner App nicht offen legt. «Die Offenlegung des gesamten Source Codes kommt für uns nicht in Frage. Wir würden die Tür für Raubkopien öffnen», sagt Flepp. Und weiter: «Wir prüfen die Threema-App intern, und das ausführlich. Externe Prüfungen machen nur Sinn, wenn diese regelmässig durchgeführt würden, was unrealistisch ist.» Eine externe Prüfung sei daher oft nicht mehr als eine Marketingmassnahme. 

Sicherheitslücken und Hintertüren sind somit auch bei Threema nicht auszuschliessen. Fakt ist: Nicht nur die NSA, auch Schweizer Strafermittler und Geheimdienste wollen Zugriff auf verschlüsselte Kommunikationswege.

Beim Schutz der Privatsphäre hat Threema die Nase vorn. Im Gegensatz zu WhatsApp kann die Schweizer-App ohne Angabe von Telefonnummer oder E-Mail anonym genutzt werden. 

Welches sind die sichersten Messenger-Apps?

Unabhängige Sicherheitsexperten haben alle gängigen Messaging- und Video-Chat-Dienste unter die Lupe genommen. Die Resultate finden Sie hier.

Wie viele Nutzer haben WhatsApp und Threema?

WhatsApp hat weltweit 600 Millionen aktive Nutzer, Threema kommt auf 3,2 Millionen.

Wann kommt Threema für Windows Phone?

Im November 2014.

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3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Gutelaunetyp 28.09.2016 07:15
    Highlight Highlight Ich bevorzuge die Brieftaube.
  • smoe 19.11.2014 21:19
    Highlight Highlight Der Gastbeitrag in der NZZ ist viel Polemik ohne Belege und wurde in seiner englischsprachigen Fassung auch dafür kritisiert.

    Nach Section 125 des Patriot Acts müssen Unternehmen nach einem Entscheid des FISA Gerichts Zugriff auf die Daten, die sie haben geben. Das ist genau einer der Gründe warum End-Zu-End-Verschlüsselung so wichtig geworden ist, weil sie die Daten eben gar nicht mehr haben.

    Wenn es bereits eine rechtliche Handhabe für Backdoors und freien Zugriff der Behörden in Apps geben würde, würden die Geheimdienste wohl im Moment nicht für genau das lobbyieren.

    Natürlich schliesst das Hintertüren in Whatsapp und anderen nicht aus. Deshalb wir Open Source oder nicht in diesem Bereich so stark gewichtet.

    Schlussendlich muss jeder selbst wissen, welchen grad von Sicherheit er/sie braucht: Will man nicht, dass in einem offenen WLAN Nachrichten mitgelesen werden, dass der Anbieter die Texte analysiert um gezielte Werbung einzublenden oder dass man an der US Grenze plötzlich Probleme bekommt, weil man in einem Chat mal etwas amifeindliches gesagt hat, dürfte man mit Whatsapp genügend bedient sein.

    Will man aber von einem gezielten Angriff von potenten Geheimdiensten wie den Amerikanischen oder Chinesischen geschützt sein, reichen auch noch so sichere Apps wie TextSecure alleine bei weitem nicht aus. Dann muss man sein ganzes Leben auf ein Katz-Und-Maus-Spiel umstellen – nicht nur die Apps.
  • OTB 19.11.2014 17:14
    Highlight Highlight Als US-amerikanisches Unternehmen müsse WhatsApp mit Sicherheit eine Hintertür enthalten, die Geheimdiensten Zugriff auf die Daten gebe.
    Das sagt ja alles!

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