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In Tierra del Mar, Oregon, liegt das von Facebook gekaufte Grundstück mit Meeranstoss, über das ein Tiefsee-Glasfaserkabel Amerika mit Asien verbinden soll.
In Tierra del Mar, Oregon, liegt das von Facebook gekaufte Grundstück mit Meeranstoss, über das ein Tiefsee-Glasfaserkabel Amerika mit Asien verbinden soll.archivBild: AP

Facebook lässt im Meer 25'000 Liter Bohrflüssigkeit und Schrott zurück

Ein Zwischenfall auf einer Unterwasser-Baustelle vor der US-Westküste hat die Behörden alarmiert. Offenbar versäumten es die Verantwortlichen, rechtzeitig zu informieren.
18.08.2020, 11:5818.08.2020, 15:47

Facebook habe im April vor der Küste von Oregon zerbrochene Ausrüstung und Tausende Gallonen Bohrflüssigkeit auf dem Meeresgrund zurückgelassen, schreibt The Verge und beruft sich auf Berichte regionaler Medien.

Konkret geht es um eine Baustelle für ein Tiefseekabel, das durch den Pazifik nach Asien hinüberführen soll. In der US-Küstengemeinde Tierra del Mar wolle das Unternehmen Edge Cable Holdings den «Landeplatz» errichten für das Glasfaserkabel. Dann stiess man im April bei Arbeiten in 15 Meter Wassertiefe auf harten Fels und der Bohrer brach ab.

Laut Facebook ist das zur «Schmierung» der Bohrstelle verwendete Material Bentonit biologisch abbaubar und ungiftig. Die gut 24'000 Liter Flüssigkeit stellten keine direkte Bedrohung für die Umwelt dar. Allerdings wurden die Behörden im US-Bundesstaat offenbar erst sieben Wochen nach dem Zwischenfall informiert, was nun für heftige Kritik sorgt.

Die zuständige Behörde verlangt nun laut einem lokalen Medienbericht von Facebooks Tiefseekabelfirma, eine umfassende Analyse der potenziellen Gesundheits-, Sicherheits- und Umweltauswirkungen vorzulegen.

Bedenken der Anwohner

Die Bewohner von Tierra del Mar hatten seit Bekanntgabe des Tiefseekabel-Projekts 2018 befürchtet, dass es zu Problemen für Einheimische und Umwelt kommen könnte.

Eine der grössten Bedrohungen bei einem Vorfall wie diesem sei gemäss Experten die Freisetzung von Bohrflüssigkeit, die das Leben auf dem Meeresgrund schädigen und das Grundwasser kontaminieren könnte. Je nachdem, welche Chemikalien in der Flüssigkeit enthalten sind.

«Facebook sollte eine hohe Geldstrafe auferlegt werden, um alle Kosten des Staates im Umgang mit diesem hässlichen Fiasko zu decken», forderte die gemeinnützige Interessenvertretung Oregon Coast Alliance in ihrem Juli-Newsletter.

Amazon ist beteiligt

Facebook wollte gegenüber The Verge nicht sagen, ob es die Unfallstelle mit den zurückgelassen Materialien weiter überwache und ob es für allfällige Schäden aufkomme.

Es ist laut Verge-Bericht nicht ungewöhnlich, dass Unternehmen bei Unterwasser-Bohrungen kaputte Ausrüstung zurücklassen, wenn das Ausgraben kostspieliger wäre oder noch mehr Zerstörung verursachen könnte.

Facebook plane, den Bau im Jahr 2021 fortzusetzen. Es werde der Endpunkt für das «JUPITER»-Tiefseekabelsystem, das die USA mit Japan und den Philippinen verbinden solle. Amazon und SoftBank besässen auch Teile des Kabels.

(dsc)

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