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epa07586414 A delivery man rides on a scooter past a Huawei store in Beijing, China, 20 May 2019. According to media reports on 20 May 2019, the US based multinational technology company Google halted business with Huawei in the wake of the Trump administration adding the Chinese telecommunication company to a trade blacklist over national security concerns. Huawei will lose access to updates for the Android operating system.  EPA/ROMAN PILIPEY

US-Firmen dürfen weiter Technik an den chinesischen Telekomausrüster Huawei liefern. Bild: EPA/EPA

Trump krebst zurück – Google und Co. dürfen Huawei noch drei Monate beliefern

Im Wirtschaftskrieg mit China hat die US-Regierung einen Aufschub für Technologieexporte an den Huawei-Konzern gewährt.



Gute Nachricht für Android-User weltweit und vor allem für Huawei: Das US-Handelsministerium erlaubt dem chinesischen Konzern, weiterhin Waren aus amerikanischer Produktion zu kaufen, um bestehende Netzwerke zu unterhalten und um Software-Updates für bestehende Huawei-Smartphones bereitstellen zu können.

Zumindest vorläufig.

Was ändert sich?

Huawei erhält eine zeitlich befristete Lizenz vom US-Handelsministerium, wie Reuters in der Nacht auf Dienstag berichtete.

Bis Mitte August sei die Ausrüstung Huaweis mit US-Technologie weiter möglich, heisst es in einem am Montag veröffentlichten Dokument des US-Handelsministeriums. Diese Zeitspanne werde auch für die Erfüllung anderer Vertragsverpflichtungen benötigt.

Warum krebsen die USA zurück?

Die nur bis zum 19. August 2019 gültige Genehmigung erlaube es dem chinesischen Konzern, mit US-Unternehmen zusammenzuarbeiten, um bestehende Kunden zu unterstützen. Das in Shenzhen ansässige Unternehmen sei so in der Lage, Geschäftsbeziehungen zu Google, Intel, Qualcomm und anderen zu pflegen, um Software-Updates für bestehende Hardware zu veröffentlichen.

Die neue Genehmigung solle Telekommunikationsunternehmen, die sich auf Huawei-Geräte verlassen, Zeit geben, andere Vorkehrungen zu treffen, sagte US-Handelsminister Wilbur Ross in einer Erklärung am Montag.

«Kurz gesagt, diese Lizenz wird es ermöglichen, den Betrieb für bestehende Huawei-Handy-Nutzer und ländliche Breitbandnetze fortzusetzen.»

US-Handelsministe

Das Ziel scheint es zu sein, «den Absturz von Internet-, Computer- und Mobilfunksystemen zu verhindern», zitiert Reuters den Washingtoner Anwalt Kevin Wolf, der früher als Beamter für das US-Handelsministeriums tätig war.

Was ist mit der «Schwarzen Liste» der USA?

Huawei bleibt darauf.

Das von US-Präsident Donald Trump erlassene Dekret, das US-Unternehmen die Nutzung von Telekommunikationstechnik untersagt, die als Risiko für die nationale Sicherheit der USA eingestuft wird, werde durch den Aufschub jedoch nicht aufgehoben, heisst es in dem vom US-Handelsministerium veröffentlichten Dokument weiter.

Wenn sich die Beziehung zwischen Huawei und den USA nicht verbessere, sollen die massiven Einschränkungen nach Ablauf der 90 Tage wieder voll wirksam werden.

Die US-Sanktionen gegen Huawei bereiten Millionen Kunden der chinesischen Firma Sorgen. So wie es aussieht, ist zumindest für die Sicherheit bestehender Nutzer gesorgt.

Was ist denn nun mit Android-Updates für Huawei-Geräte?

Das wird sich endgültig noch herausstellen müssen, aber schon mal fest steht, dass sie mit den vorhandenen Geräten weiterhin Zugang zu Googles App-Plattform Play Store haben werden. Dies gilt auch für den Dienst Play Protect, der bösartige Apps heraussiebt.

Huawei verspricht, dass die Firma «weiterhin Sicherheitsupdates und Services für alle bestehenden Huawei und Honor Smartphones sowie Tablets zur Verfügung stellen» werde – ohne im diesem Zusammenhang Google oder Android zu nennen. Zumindest um den wichtigen Punkt Sicherheit müssen sich damit heutige Kunden keine grossen Sorgen machen.

Wichtig ist auch, dass Sicherheitsupdates bisher ohne Zeitverlust beim Android Open Source Project (AOSP) verfügbar sind – auch wenn Google jüngst ankündigte, bei der nächsten Android-Version Q einen Teil davon häppchenweise schneller über den Play Store bereitzustellen.

Wer profitiert?

Von den Unsicherheiten könnte insbesondere Samsung profitieren, da die Nachfrage nach Huawei-Geräten massiv sinken dürfte. Sollte der Zulieferer-Bann erneut in Kraft treten, müssten die Chinesen zudem mit einem deutlichen Nachteil gegen den südkoreanischen Rivalen antreten.

Die neuen Versionen des Android-Systems würden Huawei und Honor künftig später zu sehen bekommen. Die AOSP-Versionen neuer Android-Systeme wurden zuletzt jeweils im August veröffentlicht, nachdem die Hersteller schon monatelang Zugang dazu hatten und sich darauf vorbereiten konnten.

Wie reagiert Huawei?

Huawei-Gründer Ren Zhengfei liess in der Nacht auf Dienstag verlauten, der vorübergehende Aufschub habe für sein Unternehmen wenig Bedeutung, da es sich auf ein solches Szenario vorbereitet habe.

Die US-Regierung scheine Huawei zu unterschätzen, sagte der Huawei- Gründer laut einer Interview-Abschrift, die vom chinesischen Staatssender veröffentlicht wurde.

Huawei stehe in einem Konflikt mit der US-Regierung, und nicht mit US-Unternehmen. Zudem sei Huawei in der Lage, die Chips, die es aus den Vereinigten Staaten kaufe, selbst herzustellen. Dies bedeute aber nicht, dass das Unternehmen aufhören werde, amerikanische Chips zu kaufen.

Die Vorgeschichte

Trump hatte vergangene Woche Unternehmen seines Landes per Dekret die Nutzung von Telekommunikationstechnik untersagt, die als Sicherheitsrisiko eingestuft wird. Dazu rief er einen nationalen Notstand in der Telekommunikation aus.

Huawei gilt als Hauptziel dieser Massnahme. Die USA befürchten, dass Huawei-Technik ein Einfallstor für chinesische Spionage und Sabotage sein könnte. Huawei selbst verweist immer wieder auf seine Unabhängigkeit vom chinesischen Staat.

Huawei ist einer der weltweit grössten Telekommunikations- und Netzwerkausrüster. Die Technik des Konzerns spielt auch beim Aufbau von 5G-Mobilfunknetzen eine wichtige Rolle, die wiederum einer Reihe von Schlüsseltechnologien wie vernetzten Fabriken oder autonomen Fahrzeugen den Weg bereiten sollen.

(dsc/sda)

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26 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
Baba
21.05.2019 07:31registriert January 2014
"Hüst und hott und hott und hü...." Managementprinzip by DJT aka 45.
Dass der x Mal bankrott ging ist bei solchem Verhalten tatsächlich nicht verwunderlich.
Hat ihm wohl jemand erzählt, dass China der USA grösster Gläubiger ist, viele US Firmen in China fertigen und es damit doch nicht sooo toll sein könnte, den Chinesen allzu sehr auf den Füssen herumzutreten?
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Scaros_2
21.05.2019 07:35registriert June 2015
Lächerlich, Lächerlicher, Trump
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Frogface
21.05.2019 07:27registriert May 2019
*facepalm*
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