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Der Facebook-Gründer setzt voll auf «Meta» – aus Gründen.
Der Facebook-Gründer setzt voll auf «Meta» – aus Gründen. bild: facebook
Analyse

Mark Zuckerberg und sein «Metaverse» – das steckt wirklich dahinter

Der Facebook-Gründer hat seinen Konzern in «Meta» umbenannt und stellt nicht weniger als den «Nachfolger des mobilen Internets» in Aussicht. Eine kritische Einordnung.
29.10.2021, 19:4630.10.2021, 06:05

Im Mai ist Mark Zuckerberg 37 geworden. Definitiv zu jung für eine Midlife-Crisis.

Im Gegensatz zu anderen Tech-Zillionären (wie Jeff Bezos oder Elon Musk) zieht es ihn darum auch nicht ins All.

Oder noch nicht, muss man wohl sagen. Denn auf dem Heimatplaneten wird es immer ungemütlicher für ihn, selbst wenn ihn ein Heer von Bodyguards abschirmt.

Einst trat «Zuck» mit dem wohlklingenden Versprechen an, die Menschheit zu vernetzen. Das ist ihm zweifellos gelungen. Doch nebenbei kreierte er einen Hass und Gewalt fördernden Social-Media-Koloss, dessen Algorithmen Teenager töten und ganze Länder ins Elend stürzen.

Mit Facebook und Co. hat «Zuck» unsere Offline-Beziehungen digitalisiert und aus den Metadaten den grösstmöglichen Profit geschlagen. Nun will er ins «Metaverse».

Aber was heisst das eigentlich? Dieser Beitrag gibt Antworten auf die aus User-Sicht brennendsten Fragen (und natürlich wird auch das Buzzword an sich erklärt).

Metaverse – was soll das?

Verwendet wurde der Begriff im 1991 veröffentlichten Science-Fiction-Roman «Snow Crash» von Neal Stephenson. Der US-Schriftsteller beschreibe das Metaverse darin «als eine Art globale virtuelle Realität, in der Menschen als Avatare herumlaufen», weiss t3n.de.

Das Ganze erinnere ein wenig an heutige Massen-Mehrspieler-Online-Rollenspiele. Nur gebe es kein Spiel, keinen Highscore, kein festgelegtes Ziel. Das Metaverse sei vielmehr als eine digitale Alternative zur physischen Welt aufgebaut.

«Vice» bringt es nun auf den Punkt:

«Zuckerberg kündigt Fantasiewelt an, in der Facebook kein schreckliches Unternehmen ist»
quelle: vice.com
1 / 10
Erste Eindrücke aus dem «Metaverse» von Facebook
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Muss uns das kümmern?

Wer verstehen wolle, was sich Zuckerberg und andere Silicon-Valley-Grössen von der Entwicklung des Metaverse erhoffen, müsse sich mit den Texten des amerikanischen Risikokapitalisten Matthew Ball beschäftigen, betont t3n.de.

Der US-Schriftsteller definiere in einem Essay, der offenbar zur Pflichtlektüre für die Meta-Angestellten erklärt wurde, sieben Kernattribute für das Metaverse.

  • «Das Metaverse kann niemals beendet oder pausiert werden. Es läuft immer weiter.»
  • «Es ist live. Zwar laufen im Metaverse, wie auch in der realen Welt, zeitlich begrenzte Events ab. Das Metaverse als Ganzes findet jedoch in Echtzeit statt.»
  • «Es gibt keine Obergrenze für die Teilnehmer:innen-Zahl.»
  • «Das Metaverse hat seine eigene Wirtschaft. Firmen und Individuen können investieren, kaufen, verkaufen und für Arbeit innerhalb des Metaverse bezahlt werden.»
  • «Das Metaverse umfasst die digitale Welt genauso wie die physische ...»

Spätestens hier dürften bei vielen Usern die Alarmglocken läuten – und wir beenden die Aufzählung. (Wer sich für die weiteren Punkte interessiert, findet den Link in den Quellen).

Warum gerade jetzt?

Die Ablenkung von den jüngsten Enthüllungen – Stichwort Facebook Papers – und der zunehmende öffentliche Druck sind sicher eine plausible Erklärung für den Zeitpunkt, den Zuckerberg für die Verkündigung seiner neuen Geschäftsstrategie gewählt hat. Die Namensänderung auf Meta leitete er übrigens mit den Worten «One More Thing» ein ...

Wenige Tage vor der Meta-Ankündigung hatte Zuckerberg dem bekannten amerikanischen Technologie-Analysten Ben Thompson ein längeres Gespräch gewährt. Darin sprach der Interviewer auch einen heiklen Punkt an:

«Baut Facebook das Metaverse auf, weil es am besten positioniert ist, um etwas aufzubauen, das unvermeidlich ist, oder weil Facebook das Metaverse braucht, um weitere Wachstumsmöglichkeiten zu haben, die unabhängig von Apple sind?»

Leider wich Zuckerberg mit seiner Antwort aus. Bekanntlich steht Facebook mit Apple auf Kriegsfuss, seit der Hersteller mit iOS 15 einschneidende neue Datenschutz-Funktionen eingeführt hat, die Facebooks Einnahmen schmälern.

Es erscheint logisch, dass sich der ehrgeizige Unternehmer zum Ziel gesetzt hat, die Platzhirsche Apple und Google mit einer eigenen Plattform zu überflügeln. Und so wagte sich Zuckerberg an die Prophezeiung, das Metaverse werde nicht weniger als «der Nachfolger des mobilen Internets».

Wie gehts jetzt weiter?

Das wird sich zeigen.

Vorläufig ist das Metaverse ein Marketing-Buzzword. Es begleitet aber Facebooks Vorstoss in zwei Tech-Sparten, in denen der Konzern bislang nicht sehr erfolgreich war: ein eigenes Betriebssystem samt dazugehöriger Hardware.

Zuckerberg habe bereits klargemacht, dass er in führender Rolle dabei sein wolle, wenn das Metaverse-Zeitalter anbreche, schreibt der «Spiegel». Und anders als bei den Smartphones wolle er eigene Trends setzen.

Dazu passend, wurde nun ein pikantes Hardware-Gerücht gestreut: Demnach will Meta eine eigene Smartwatch im Stile der Apple Watch lancieren. Wie 9to5Mac unter Berufung auf Bloomberg berichtet, soll die Uhr rechteckig mit abgerundeten Ecken sein – und eine Frontkamera haben.

Facebook wolle das Metaverse nicht allein aufbauen, ruft «Vice» in Erinnerung. Aber es «wurde und wird von Facebook-Entwicklern entwickelt, um auf Facebook-Servern mit Facebook-Hardware zu laufen, die mit Facebook-Konten verbunden sind». Und im Gegensatz zu bisherigen Diensten verspricht das Unternehmen, von Anfang an einen Fokus auf die Privatsphäre und Sicherheit der User zu legen. Ob das noch viele Leuten glauben werden, sei dahingestellt.

Tatsächlich ist es ein sehr weiter Weg bis zum Ende herkömmlicher Displays – also bis zur Nach-Smartphone-Ära. Facebook arbeitet aber schon länger an neuen Geräten, die den Einstieg in die virtuellen Welten ermöglichen: Seien dies VR-Headsets, Brillen für Augmented Reality, Sensoren für Gesichtsausdrücke oder Smart-Armbänder. Diese Hardware wolle Facebook scho bald liefern, verzichte jedoch vorerst auf konkrete Produkte, schreibt die «Süddeutsche Zeitung» und folgert, die Vision sei Mark Zuckerberg wohl derzeit wichtiger.

Die Ausgangslage lässt sich angesichts der in diversen Ländern drohenden staatlichen Sanktionen und Gesetzesverschärfungen auch weniger freundlich formulieren:

Zuckerberg hat eine neue Nebelgranate gezündet. Der Rauch könnte sich schneller verziehen, als ihm lieb ist.

PS: Das letzte Wort haben die User.

Quellen

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