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Bitcoin-Kurs sinkt unter 10'000 Dollar – ist die Blase geplatzt?

Ob Bitcoin, Ethereum oder Ripple: Alle bekannten Kryptowährungen gingen am Mittwoch auf Talfahrt. 
17.01.2018, 15:0417.01.2018, 17:49

In gut zwei Monaten hatte sich der Bitcoin-Kurs auf 20'000 Dollar verdoppelt. Nun ist er am Mittwoch wieder unter die psychologisch wichtige Marke von 10'000 Dollar gesunken.

Wobei an den Online-Börsen, an denen Kryptowährungen gehandelt werden, beträchtliche Kurssprünge nach unten und oben zu beobachten sind. Tendenz: klar negativ.

Dies gilt auch für andere populäre Altcoins wie Ethereum und Ripple. Der Blick auf die Kapitalisierung bei coinmarketcap.com zeigt, dass bis auf wenige Ausnahmen alle «Kryptos» deutlich an Wert verloren haben in den letzten Stunden.

Am besten hielt sich der Tether. Diese Digitalwährung ist eins zu eins an den US-amerikanischen Dollar gebunden.

Das Aus für Bitconnect

Bereits am Dienstag war der Bitcoin um bis zu 20 Prozent eingebrochen und nun hat der Crash sein erstes Opfer gefordert: die umstrittene Kryptowährung Bitconnect (BCC).

Fachleute wie der Ethereum-Co-Gründer Vitalik Buterin hatten öffentlich davor gewarnt – und sehen sich bestätigt.

«Bereits am Dienstag war die Plattform nicht mehr erreichbar. Der Subreddit wurde inzwischen für Aussenstehende geschlossen. Zuvor hatten sich bereits viele User beschwert, dass sie nicht mehr einloggen können, um an ihr Geld zu kommen. Anders als bei anderen Kryptowährungen wurde der Bitconnect-Token vor allem auf der hauseigenen Plattform gehandelt. Die wurde von Coinmarketcap aber inzwischen gestrichen, nachdem sie viele Stunden lang keine Preisdaten mehr geliefert hatte.»

Die unbekannten Bitconnect-Betreiber hatten auf ihrer Plattform eine gewaltige Rendite in Aussicht gestellt. Kritiker sprachen von einem Schneeballspiel, das höchst riskant sei.

Als Gründe für die Schliessung nennt Bitconnect die anhaltend schlechte Presse sowie zwei Unterlassungsaufforderungen aus den USA. Trotz des Misserfolgs wollen die Verantwortlichen mit Bitconnect X eine neue Handelsplattform starten.

Dem Bitcoin droht eine stärkere Regulierung

Seit dem Rekordhoch von Mitte Dezember, als der Bitcoin nach einem rasanten Höhenflug zeitweise bis an die Marke von 20'000 Dollar gestiegen war, hat die Digitalwährung mittlerweile die Hälfte ihres einstigen Wertes eingebüsst.

Trotz der aktuellen Verluste kostete der Bitcoin am Dienstag aber noch immer fast zehn Mal so viel wie vor Jahresfrist.

Und es gilt in Erinnerung zu rufen, dass es auch in den Vorjahren jeweils im Januar massive Kurseinbrüche gab.

Plausibler Grund für die aktuellen Kurseinbrüche sind Befürchtungen, wonach der noch weitgehend unkontrollierte Handel mit Kryptowährungen reguliert werden könnte.

Zuletzt waren derartige Regierungsvorhaben etwa in der Bitcoin-Hochburg Südkorea bekannt geworden, wie Spiegel Online berichtet.

China habe bereits Schritte gegen Digitalwährungen ergriffen und erwäge offenbar, das Vorgehen weiter zu verschärfen. Spekuliert werde über ein Verbot von Onlinediensten und Smartphone-Apps, über die auf ausländische Handelsplattformen zugegriffen werden kann.

Zuletzt gab es ausserdem Pressemeldungen, wonach die chinesische Regierung den hohen Stromverbrauch durch das Schürfen von Kryptowährungen wie Bitcoin drosseln will.

«Bis die Regierungen der asiatischen Cyberwährungshochburgen die Katze aus dem Sack lassen, dürfte noch Zeit verstreichen», sagte Timo Emden vom Online-Broker DailyFX. «Bis dahin stehen die Börsenampeln weiterhin auf Rot.»

Die Kryptowährungen haben in Asien eine grosse Fangemeinde, weshalb die Kurse auf Nachrichten aus China und Südkorea besonders stark regieren.

Neue Geldwäscherei-Richtlinie

Die Europäische Union hat bereits im Dezember einen ersten Schritt zur Regulierung von Kryptowährungen getan. Anleger sollen laut einer neuen Geldwäscherei-Richtlinie künftig nicht mehr anonym bleiben können, wenn sie digitales in staatliches Geld umtauschen.

Der Bitcoin ist die bekannteste der Digitalwährungen. Anfang 2017 kostete ein Bitcoin noch weniger als 1000 Dollar. Vertreter der klassischen Finanzwelt sehen ihn skeptisch. Angesichts des rasanten Kursanstiegs werden immer wieder Vergleiche mit der niederländischen Tulpenmanie im 17. Jahrhundert gezogen. Damals waren die Preise für Tulpenzwiebeln rasant gestiegen, bevor die Blase schliesslich platzte.

(dsc/sda)

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Video: srf
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