Schweiz
Wirtschaft

Schweiz: Einzelner Mann verursacht 61 Firmenkonkurse in zehn Jahren

Einzelner Pleitekönig verursacht 61 Firmenkonkurse in der Schweiz

11.03.2026, 08:2311.03.2026, 08:23

Ein einzelner Mann hat in der Schweiz innerhalb von zehn Jahren 61 Firmen in den Konkurs geführt. Der Serienpleitier führt damit die Liste sogenannter Konkurskünstler deutlich an, wie eine am Mittwoch veröffentlichte Analyse der Wirtschaftsauskunftei Crif zeigt.

Der Pleitekönig war in den unterschiedlichsten Branchen tätig, wie eine Crif-Sprecherin der Nachrichtenagentur AWP auf Anfrage sagte. Sein letzter bekannter Wohnort lag im Kanton Genf. Teilweise hätten die betroffenen Firmen nur wenige Jahre bestanden. Genauere Angaben machte die Sprecherin aus Datenschutzgründen nicht.

Hinter dem Mann folgten weitere Firmenvernichter mit jeweils 51 beziehungsweise 46 Firmenpleiten. Insgesamt zählte Crif 2440 Personen, die innert zehn Jahren mindestens drei Firmenpleiten verursachten. Die meisten davon brachten jeweils drei Firmen in den Konkurs.

Viele Fälle in der Baubranche

Die Analyse zeigt bei den Konkurskünstlern deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern: 93 Prozent der Personen mit mehreren Firmenpleiten waren Männer. Frauen stellten rund 7 Prozent der Fälle. Die Spitzenreiterin unter ihnen brachte 35 Unternehmen in den Konkurs.

Am häufigsten von den Konkursen betroffen war die Baubranche. Besonders viele Pleiten gab es bei Baustellenarbeiten und im Ausbaugewerbe wie bei Elektro- oder Sanitärinstallateuren mit 1846 Fällen. Es folgen Hochbau (950), Grosshandel (815), Gastronomie (755) und Finanzdienstleistungen (719).

Regional verzeichnete der Kanton Zürich mit 337 Personen die meisten Konkursspezialisten. Dahinter folgen die Gruppe der «unbekannt verzogenen» Personen mit 262 Fällen sowie die Kantone Waadt (247), Tessin (213) und Genf (204).

In jedem zweiten Fall war es eine GmbH

Bei den betroffenen Unternehmen handelte es sich in mehr als der Hälfte der Fälle um Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbH). Aktiengesellschaften machten 37 Prozent aus, Einzelfirmen lediglich rund 7 Prozent aus.

Das Crif untersuchte laut eigenen Angaben sämtliche Personen, die innert zehn Jahren drei oder mehr Konkurse verzeichneten. Ausgenommen wurden Männer und Frauen, die den Erfolg einer Unternehmung nicht oder nur bedingt beeinflussen können, wie etwa Liquidatoren, Prokuristen oder Personen mit der Bezeichnung «ferner zeichnet». Es wurden nur Personen berücksichtigt, die zum Zeitpunkt des Konkurses ein aktives Mandat in der konkursiten Firma ausübten. (sda/awp)

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14 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Händlmair
11.03.2026 09:56registriert Oktober 2017
Ich kritisiere dieses System schon lange an. Bei jedem Konkurs bleiben Handwerker, Dienstleister, Versicherungen oder der Staat auf offenen Rechnungen sitzen. Der Gesamtschaden den diese Personen generieren geht vermutlich in die Milliarden.

Innert 10 Jahren 61 Konkurse? Das sind pro Jahr 6 Konkurse.

Was würde passieren, wenn jemand der innert 2 Jahren mehr als drei Konkurse einfährt, einfach keine Firmen mehr gründen darf? Er darf weder eine Firma gründen noch darf er an einer Firma beteiligt sein.
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Rudolf VII
11.03.2026 08:31registriert März 2020
Unglaublich! Warum können solche Personen nicht gesperrt werden? Der Gesetzgeber ist gefordert, da es sich bei diesen Zahlen nicht um Einzelfälle handeln kann.
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