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Un champ de chanvre appartenant a un paysan est photographie devant une exploitation agricole ce mardi 17 septembre 2002 a Vesin, canton de Fribourg. Les champs de chanvre semblent se multiplier dans la Broye fribourgeoise. Deux magistrat fribourgeois estiment a  318000 metres carres la surface totale reservee a la culture du chanvre dans le canton de Fribourg. (KEYSTONE/Fabrice Coffrini)

Hanfplantage in Vesin FR. Bild: KEYSTONE

Trotz Abfuhr des BAG

St.Gallen auf dem Weg zur kontrollierten Hanfabgabe?



Obwohl der Bundesrat dem Genfer Modell eine Abfuhr erteilte, und der Berner Grossrat Versuche mit Cannabisclubs gestern verboten hat, wird in den Städten weiter an Pilot-Projekten für eine kontrollierte Hanfabgabe gearbeitet. So auch in St. Gallen: Gestern erklärte das Stadtparlament das Postulat «Für eine vernünftige Cannabis-Politik» für erheblich.

Der Vorstoss von Etrit Hasler (SP) verlangt vom Stadtrat einen «Bericht, wie und ob sich St.Gallen an einem wissenschaftlich begleiteten Pilotprojekt zur straffreien Abgabe von Cannabis beteiligen könnte». Hasler sieht gute Chancen für einen politischen Schritt in Richtung Legalisierung, wie er gegenüber watson sagt. Dies, weil die Cannabispolitik mittlerweile sachlich und nicht emotional geführt werde. 

Was halten Sie von Pilot-Projekten zur kontrollierten Hanfabgabe?

Dass die Städte in dieser Sache als Pioniere auftreten, hat Tradition: Es war Zürich, das wegweisend die Heroin-Abgabe einführte, jetzt ist es die Stadt Genf, die das Modell der Social Clubs lancieren will, in denen volljährige Personen Hanf kaufen und im Club konsumieren können. Daneben planen Basel, Winterthur, Zürich und Bern wissenschaftliche Pilotversuche.

Doch auf Bundesebene weht den Pionieren eisiger Wind entgegen: Erst im Juli hatte das Bundesamt für Gesundheit mitgeteilt, dass die vorgeschlagenen Modelle nicht mit dem Betäubungsmittelgesetz vereinbar seien. Eine Klatsche gab es auch vom Bundesrat im September: Vor dem Hintergrund der 2008 abgelehnten Hanfinitiative sieht er aktuell keinen Anlass, eine Cannabislegalisierung voranzutreiben.

Cannabis ist kaum gefährlicher als Schlafmittel

Eine Studie des britischen Independent Scientific Committee on Drugs 2010 hat 20 Substanzen anhand von 16 Kriterien auf ihr Schadenspotenzial hin untersucht. Die Kriterien umfassen unter anderem Sterblichkeit, gesundheitlicher Schaden, Abhängigkeitspotential, Verlust von materiellem Vermögen und sozialen Beziehungen, wirtschaftliche Kosten und Umweltschäden. Das Modell zeigt, dass Heroin, Crack und Methamphetamin den höchsten Schaden für den individuellen Konsumierenden verursachen, während Alkohol, Heroin und Crack am schädlichsten für Dritte sind. Insgesamt wird für Alkohol mit 72 von 100 Punkten das höchste Schadenspotential errechnet, gefolgt von Heroin (55) und Crack (54). Tabak (26) verursacht einen ähnlichen Schaden wie Kokain (27). Cannabis erreicht einen Wert von 20 Punkten, Benzodiazepine (Beruhigungs- und Schlafmittel) 15. (dwi)

(dwi)

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