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Kürzlich, zuhause beim Autor ... Bild: watson/obi

Danke, Wissenschaft!

Liebes Fett, ab sofort müssen wir uns nicht mehr heimlich treffen

22.07.14, 07:03 23.07.14, 13:09

Los! Esst mehr Butter! Hört auf, die Fetttranchen von den Lammkoteletts abzuschneiden! Und kocht doch ab und zu mit Schweineschmalz! Oder wieder mal Eier und Speck zum Zmorge? Und jaaaa: eine Käseplatte dazu! 

Spargeln speck ofen home cooking

Und auch das Grünzeugs wird durch das Einbeziehen von Speck und Co. massgeblich verbessert. Hier bewiesen im Selbsttest. Bild: watson/obi

Die sieben dünnen Jahre sind vorbei! Denn nun ist endlich offiziell und wissenschaftlich bewiesen, dass Fett – und ja, damit ist auch das tierische gemeint – ganz und gar nicht der Bösewicht im Krimi um unsere tägliche Kost ist, wie bis dato angenommen. 

Fakt ist, dass so vieles, was uns Jahrzehnte lang gepredigt wurde, falsch ist: Es gibt «gutes» und «schlechtes» Cholesterin, das sich gar gegenseitig ausgleichen kann! Und hey: Die Fette von Milchprodukten und rotem Fleisch sind ja tatsächlich ähnlich gesund wie die vom Fisch. Und überhaupt: Es ist der Zucker, der uns tötet. 

Steak rindfleisch senf colman's home cooking

Argentinisches Rindfleisch, englisch gebraten. Mit einer goldfarbenen Fetttranche, Zeichen eines guten Steaks. Und dazu noch gesund, yay! Bild: watson/obi

Wir ersparen Ihnen hier mal die hypergenauen wissenschaftlichen Erklärungen, denn das hält uns auch unnötig lang von unserer Foie Gras ab. Doch spätestens seitdem die Resultate einer umfassenden Studie zum Thema anno 2013 im British Medical Journal veröffentlicht wurden, findet ein Umdenken statt.  

Paris Essen Restaurant Käse Aufschnitt Omelett

In Frankreich hielten sie offenbar nicht viel von der Low-Fat-Doktrin. Hier ein «leichtes Mittagessen», das der Autor letzten November in Paris zu sich nehmen durfte. Bild: watson/obi



Als Erste machten die Schweden mobil und erliessen Ende letztes Jahr als erste westliche Nation Gesundheitsrichtlinien, welche die gängige Low-Fat-Doktrin über den Haufen warf. Kein Wunder, denn die Schweden sind fast allen Belängen fortschrittlicher und irgendwie cooler drauf als den Rest der Welt. Und nun haben auch die Amerikaner nachgezogen. «Eine Ernährungs-Renaissance bricht an», jubelt Ernährungswissenschaftler, Koch und Author Christopher James Clark. Time titelt schlichter: 

Time Magazine esst mehr butter fett ist gesund

Bild: Time.com

«Esst Butter. Wissenschaftler erklärten das Fett zum Feind. Weshalb sie falsch lagen». Lustig, denn anno 1984 machten sie auf mit «Cholesterin: Und nun die schlechten Nachrichten». 

Time magazine 1984 cholesterin cholesterol bad news schlechte nachrichten speck

Bild: Time.com

Ganz übel kann man es dem damaligen Wissenschafts-Ressort von «Time» nicht nehmen, denn Jahrzehnte lang war man sich einig: Fett ist ungesund. Gerade in den USA wurde missionarisch gepredigt, den Stoff zu meiden, um Gewicht zu verlieren und Herzerkrankungen vorzubeugen. «Inzwischen gibt es überwältigende Argumente dafür, dass das Gegenteil der Fall ist», so Dr. David Ludwig, Direktor des New Balance Foundation Obesity Prevention Center am Boston Children’s Hospital.  

Vielleicht hoffte man damals vor rund 50 Jahren, dass die Bevölkerung auf Früchte und Gemüse ausweichen würde. Stattdessen stieg der Konsum von Kohlenhydraten. Als Folge davon nahm man immer mehr Zucker zu sich. Dies änderte sich auch nicht mit dem Aufkommen all der Low-Fat-Produkte – ergo stieg zwischen 1980 und 2012 die Zahl der Diabetes-Neuerkrankungen in den USA um 166 Prozent an. Mehr Kohlenhydrate bedeutet auch mehr Kalorien, was den Metabolismus verlangsamt und dennoch für ein permanentes Hungergefühl sorgt. So wird man dick und zuckerkrank.  

Kelloggs low fat pop tarts fettfrei  fertigfood

Es steht «low fat» drauf. Das muss gesund sein! Bild: Soap.com

«Das Argument gegen Fett war komplett fehlerhaft», so Dr. Robert Lustig, Kinderarzt und Leiter des Institute for Responsible Nutrition an der University of California, San Francisco. «Wir tauschten eine Krankheit gegen die andere ein.»

Happy fat woman training on exercise bike, smiling.
Amerika fitnessstudio dick

Ach, dafür machen Fitness-Studios den fetten Reibach ... Bild: Shutterstock

Damit soll nun Schluss sein. Fertig da mit «Schweinsplätzli mager» (in Sachen Geschmack erübrigt sich ohnehin die Diskussion im Direktvergleich zum Schweinskotelett mit saftiger Fetttranche), oder fettlosem Truten-Schinken, der dafür in einem dicken Brötli eingeklemmt ist! Zum abgewöhnen empfehle ich eine Portion Lardo di Colonnata. Genuss macht Gesund. 

lardo di colonnata Italien essen restaurant

Bild: watson/obi

En Guete. 

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    Alle Leser-Kommentare
  • herschweizer 23.10.2015 09:59
    Highlight ess seit jahrzehnten fast nur fett und fleisch... dazu ein wenig frisches Gemüse
    0 0 Melden
  • Alnothur 24.07.2014 23:23
    Highlight Mal sehen, was als nächstes verteufelt werden wird. Es ist ja eigentlich ganz witzig zuzuschauen, wie nachher die ganze Horde ernährungsbewusster Menschlein zuerst kopflos in die eine und dann wieder in die andere Richtung rennt.
    9 0 Melden
  • obi 23.07.2014 15:40
    2 0 Melden
  • Bebbi 22.07.2014 16:16
    Highlight Nein, alles grundfalsch! Falsche Information, falsche Schlüsse! Die Logik ist doch die - und im im watson-Schrei-Jargon zu antworten: Was oben reingeht, muss auch irgendwie wieder raus. Nur gehts nicht unten wieder raus, neinein, sondern es verbleibt in den Zellen, den Fettzellen. Und jetzt seriös: Man kann doch tatsächlich (fast) allse essen, aber auf die Verbrennung kommts an: Wenn man sich nicht bewegt, verbleibt halt mehr, als was verdampft. Die Fresserei ist grundsätzlich schon nicht mal gut! Man sollte die Portionen und die Zusammensetzung ausgewogen zu sich nehmen. Und zwar in regelmässigem Turnus, also nicht am Wochenende Fressen und Saufen und am Montag auf den Hometrainer… So ist die Wahrheit, und die schleckt jede Geiss ewägg - nur nicht watsch-on!
    7 4 Melden
  • obi 22.07.2014 13:45
    Highlight Zum weiterlesen: hier der ganze "Time"-Artikel: http://currenteventsii.yuku.com/topic/22951/Ending-the-War-on-Fat#.U85OHoCSx5G

    Hier die Ergenisse der Studie, wie sie im British Medical Journal publiziert wurden mit dem klingenden Titel "Use of dietary linoleic acid for secondary prevention of coronary heart disease and death: evaluation of recovered data from the Sydney Diet Heart Study and updated meta-analysis" http://www.bmj.com/content/346/bmj.e8707#aff-1

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  • Gleis3Kasten9 22.07.2014 12:02
    Highlight Und die Pointe ist schlussendlich, dass es grundlegend gesehen nur zwei wichtige Faktoren gibt: Wieviel Energie verbraucht mein Körper und wieviel Energie führe ich ihm zu. Genuss mit Mass, sonst erfolgt zunahme von Masse.
    7 4 Melden
    • dbieri 22.07.2014 14:09
      Highlight Sorry, eben genau nicht. Lies doch denn Artikel nochmals... Kalorien aus Fett sind für den Körper weniger schädlich als solche aus Kohlenhydrate
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    • markenbaer 22.07.2014 14:10
      Highlight Ich denke, dass der wichtigste Faktor der Mensch selber ist. Es gibt masslose Menschen, die schlank sind. Es hat also mit Themen des Menschen selber zu tun. Die Wissenschaft hilft da nicht :)
      1 0 Melden
    • Alnothur 24.07.2014 23:21
      Highlight Eine Kalorie ist eine Kalorie ist eine Angabe für den Energiegehalt. Da ist es völlig egal, woher diese Kalorie stammt.
      2 4 Melden
  • Matthias Studer 22.07.2014 11:58
    Highlight Verdammt, ich mag Kohlenhydrate... Mehr als Fett... Gibt es Kohlenhydrate mit wenig Kohlenhydrate? Also Teigwaren und Brot mit wenig Kohlenhydraten? Denn im Gegensatz zu Fett kann ich nicht aufs Brot verzichten.
    3 0 Melden
    • Gleis3Kasten9 22.07.2014 12:45
      Highlight Du musst nicht aufs Brot verzichten, tendenziell ist das, was draufkommt das Problem. Nutella ist tendenziell weniger "gut" als andere Brotlauflagen und Aufstriche, aber auch da kommt es auf die Dosierung an.
      4 4 Melden
  • Quool-Put 22.07.2014 11:51
    Highlight Lecker!
    1 1 Melden
  • Statler 22.07.2014 11:35
    Highlight Ohne verteufeltes Fett hätte es nie einen Markt für die unsäglichen «Low Fat» (bei uns «Light») Produkte gegeben, weil das Zeug meistens einfach grauenhaft (respektive gar nicht) schmeckt. Man kaufe sich ein paar Studien und voilà, schon hat man ein neues Marktsegment geschaffen. Bin gespannt, wie lange es dauert, bis der Schwindel um die Gluten-freien Lebensmittel auffliegt…
    7 0 Melden
  • Raphael Bühlmann 22.07.2014 11:34
    Highlight Danke dafür, Oliver! Aber es geht noch weiter ...
    http://www.businessinsider.com/13-nutrition-lies-that-made-the-world-sick-and-fat-2013-10?op=1
    2 0 Melden
  • Louie König 22.07.2014 10:06
    Highlight Na dann, ran an den Speck! :)
    4 0 Melden
  • Sherpa_350 22.07.2014 09:13
    Highlight Suuuper!!!
    4 0 Melden
  • ⚡ ⚡ ⚡☢❗andre ☢ ⚡⚡ 22.07.2014 07:51
    Highlight Keto, forever :-)
    7 1 Melden

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