DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epaselect epa04041805 Ukrainian woman holds a placard reading 'Putin, hands off from Ukraine!' during an anti-government protest in downtown Kiev, Ukraine, 25 January 2014. Ukraine has been convulsed by protests led by pro-European activists incensed that President Viktor Yanukovych opted against an association agreement with the European Union in November, choosing closer relations with Russia instead. According to media reports on 25 January, more fighting was reported overnight in Kiev, with demonstrators throwing rocks and flaming objects at security forces.  EPA/ROMAN PILIPEY

Putin, Hände weg von der Ukraine! Der Aufstand in Kiew nimmt kein Ende. Bild: EPA/EPA

Machtkampf in der Ukraine

Nach gescheitertem Kompromiss wird in Kiew weiter protestiert

Nach dem gescheiterten Kompromiss zwischen Staatsführung und Opposition ist es in der ukrainischen Hauptstadt Kiew zu neuen Ausschreitungen gekommen. 



Regierungsgegner versuchten in der Nacht zum Sonntag, das Kongresszentrum nahe des Unabhängigkeitsplatzes zu stürmen. Im Gebäude verschanzte Sicherheitskräfte hätten Tränengas und Blendgranaten eingesetzt, berichteten Augenzeugen. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie Angehörige der Sicherheitskräfte später das Gebäude verliessen. Staatspräsident Viktor Janukowitsch bot seinen Kritikern am Samstagabend eine Beteiligung an der Regierung an. Der Oppositionspolitiker und frühere Aussenminister Arseni Jazenjuk sprach sich, angesichts der desolaten Lage seines Landes, für weitere Verhandlungen mit der Staatsführung aus. «Wir lehnen den Vorschlag (von Präsident Viktor Janukowitsch) nicht ab, aber wir nehmen ihn auch nicht an», sagte Jazenjuk in Kiew, wie die Agentur Interfax meldete.

Opposition will Annährung an EU 

Jazenjuk betonte, für seine Vaterlandspartei stehe die Annäherung an die Europäische Union im Vordergrund. Ausserdem müsse die inhaftierte frühere Regierungschefin Julia Timoschenko freigelassen werden. In den vergangenen Tagen hatten sich Janukowitsch und die Oppositionsführung mehrfach zu Krisengesprächen getroffen. In ersten Reaktionen der Regierungsgegner verkündete der Oppositionspolitiker Vitali Klitschko, der Widerstand gehe bis zum Rücktritt Janukowitschs weiter. Auch Jazenjuk betonte, er glaube der Staatsführung kein Wort. «Wir geben nicht nach. Wir sind friedliche Menschen, die ihre Rechte und Forderungen verteidigen», sagte Klitschko am Samstagabend auf dem Maidan. Die Ukraine müsse noch in diesem Jahr Präsidentenwahlen abhalten, forderte Klitschko. Nach den schweren Ausschreitungen der vergangenen Tage hatte Janukowitsch der Opposition am Samstag führende Regierungsämter angeboten. Jazenjuk solle neuer Regierungschef und Klitschko dessen Stellvertreter werden, hiess es aus der Präsidialverwaltung.

Protesters attack a government building in central Kiev, Ukraine, early Sunday, Jan. 26, 2014. New violence erupted in Ukraine's capital during the night as a large crowd attacked a government exposition and conference hall where police were stationed inside. Early Sunday, demonstrators were throwing firebombs into the Ukrainian House building and setting off fireworks, and police responded with tear gas. (AP Photo/Sergei Grits)

Angriff auf das Kongresszentrum in Kiew. Bild: AP

Opposition leader Vitali Klitschko gives instructions to protesters prior to seizing the Ukrainian House in central Kiev, Ukraine, early Sunday,  Jan. 26, 2014. Opposition leader Arseniy Yatsenyuk told journalists early on Sunday that the Ukrainian opposition was ready to take responsibility for the country’s future but only on its own terms. (AP Photo/Efrem Lukatsky)

Klitschko will nichts von einem Kompromiss wissen. Bild: AP

Zuvor war die Staatsführung um Janukowitsch mit Oppositionsführern zu einem weiteren Krisentreffen zusammengekommen. Das Angebot an die Opposition sah auch eine Straffreiheit für Demonstranten vor, die bei den seit Wochen andauernden Protesten festgenommen worden waren. Im Gegenzug sollten alle blockierten Plätze und Gebäude im Zentrum von Kiew geräumt werden.

Verfassungsänderung angeboten

Janukowitsch hatte auch eine Verfassungsänderung mit gestärkten Rechten für das Parlament in Aussicht gestellt. Bislang hat der Präsident alle zentralen Machtbefugnisse in seiner Hand. Zudem bot Janukowitsch eine Änderung der zuletzt verabschiedeten Gesetze zur Einschränkung der Demonstrations- und Pressefreiheit an. Dies ist eine zentrale Forderung der Opposition. Diese international scharf kritisierten neuen Gesetze waren Auslöser der gewalttätigen Proteste Mitte Januar gewesen. Regierung und Opposition liefern sich seit zwei Monaten einen erbitterten Machtkampf, der die frühere Sowjetrepublik in eine tiefe Krise stürzte.

Opposition activists enter the seized Ukrainian House through broken windows in central Kiev, Ukraine, early Sunday,  Jan. 26, 2014. New violence erupted in Ukraine's capital during the night as a large crowd attacked the government exposition and conference hall where police were stationed inside. Early Sunday, demonstrators were throwing firebombs into the Ukrainian House building and setting off fireworks, and police responded with tear gas. (AP Photo/Efrem Lukatsky)

Demonstranten dringen ins Kongresszentrum ein. Bild: AP

Bei den jüngsten Ausschreitungen starben mindestens vier Menschen, hunderte wurden verletzt. Die Europäische Union und die Deutsche Bundesregierung riefen den Staatschef mehrfach mit Nachdruck zum Einlenken auf. (sda dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

«Critical Race Theory» in den USA – aka die Weissen schonen

Wie darf an US-Schulen über Rassismus gesprochen werden? Konservativ regierte Staaten wollen das über Gesetze eingrenzen – und instrumentalisieren damit eine alte Denkschule.

Der Schwarze George Floyd wird von einem weissen Polizisten getötet. Zehntausende Menschen gehen in den USA auf die Strassen. Black Lives Matter – Schwarze Leben zählen. Donald Trump spricht als Präsident über das «China-Virus» und meint Corona. Wie erklären Lehrerinnen und Lehrer ihren Schülerinnen und Schülern, was da in ihrem Land los ist, wie thematisieren sie den Rassismus in den USA?

In Oklahoma ab sofort nicht mehr so, dass Schülerinnen und Schüler aufgrund ihrer Hautfarbe «Unbehagen, …

Artikel lesen
Link zum Artikel