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Nach schlimmster Gewalttat in Kanada: Opferzahl steigt auf 23



Nach der schlimmsten Bluttat in Kanadas Geschichte geht die Polizei nun von insgesamt 23 Todesopfern aus. Unter den Menschen, die ein 51 Jahre alter Mann mutmasslich an mehreren Orten in der ländlichen Atlantik-Provinz Nova Scotia getötet hat, befänden sich eine Person im Alter von 17 Jahren sowie 21 Erwachsene, teilte die Polizei am Dienstag mit. Auch der mutmassliche Täter ist tot. Die Ermittler hatten eigenen Angaben zufolge fünf gelegte Brände untersucht und dabei nach der Tat am Sonntag weitere Opfer entdeckt. Ob der Tatverdächtige allein handelte, sei bislang noch unklar und werde untersucht.

epa08372196 An undated handout photo made available by the Royal Canadian Mounted Police (RCMP) shows a replica Royal Canadian Mounted Police vehicle alleged to have been used by gunman Gabriel Wortman whom reports say killed ten people during a shooting rampage which lasted some 12 hours over several locations in Portapique, Nova Scotia, Canada, Issued 19 April 2020. One police officer was reported killed and the gunman was killed by police to end the rampage which reportedly began with Wortman dressed as an RCMP officer driving in a replica RCMP police vehicle.  EPA/RCMP HALIFAX HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Das falsche Polizeiauto des Schützen. Bild: EPA

Der Mann war am Sonntagmittag nach zwölfstündiger Verfolgungsjagd an einer Tankstelle im Ort Enfield von der Polizei gestellt und getötet worden. Per Notruf hatte die Royal Canadian Mounted Police zuvor Hinweise auf einen bewaffneten Angreifer in der Ortschaft Portapique rund 130 Kilometer nördlich der Provinzhauptstadt Halifax erhalten. Bei der Jagd durch Nova Scotia wurden Opfer an mehreren Tatorten sowie abgebrannte Häuser gefunden.

A memorial pays tribute to health-care worker Kristen Beaton along the highway in Debert, Nova Scotia, on Tuesday, April 21, 2020. Canadian police are investigating at 16 crime scenes after a weekend rampage by a gunman disguised as a police officer left at least 18 dead, including Stevenson, and homes in smoldering ruins in rural communities across Nova Scotia. (Andrew Vaughan/The Canadian Press via AP)

Gedenkstätte an einem der Tatorte in Nova Scotia. Bild: AP

Laut Radio Canada zog sich die Verfolgungsjagd über mehr als 100 Kilometer hin. Die Polizei bestätigte, dass der 51-Jährige eine Polizeiuniform getragen habe und mit einem Fahrzeug unterwegs gewesen sei, das einem Streifenwagen gleiche. Das Motiv des Schützen scheint weiter unklar. Den Ermittlern zufolge deutet vieles darauf hin, dass der Tatverdächtige das Blutbad geplant hatte und auch Menschen tötete, die er nicht kannte. Der zuvor blutigste Amoklauf in Kanada mit insgesamt 15 Toten hatte sich 1989 ereignet.

Premierminister Justin Trudeau kündigte indes an, rasch striktere Waffengesetze umsetzen zu wollen. «Wir haben da im Wahlkampf ernsthafte Verpflichtungen gemacht und sind das auch schon angegangen - und setzen das um, um sicherzugehen, dass wir die Reglementierung von Waffenbesitz in diesem Land stärken», sagte Trudeau in der Nacht zum Dienstag laut kanadischen Medienberichten.

Im Wahlkampf hatte der Premierminister im vergangenen Jahr unter anderem versprochen, Angriffswaffen überall in Kanada zu verbieten und von Privatpersonen legal gekaufte militärische Waffen zurückzukaufen. Anders als im Nachbarland USA sind die Waffengesetze in Kanada schon jetzt vergleichsweise streng. (sda/dpa)

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