International
Afghanistan

Angreifer nehmen 150 Geiseln in Sikh-Tempel in Kabul

Mindestens 25 Tote bei Angriff auf Sikh-Tempel in Kabul

25.03.2020, 08:3125.03.2020, 15:44

Bei dem mutmasslichen IS-Angriff auf einen Tempel der Sikh- und Hindu-Gemeinschaft in Kabul sind mindestens 25 Zivilisten getötet worden. Acht weitere Menschen seien verletzt worden, teilte das Innenministerium in der afghanischen Hauptstadt am Mittwoch mit.

Ein Angreifer wurde demnach getötet, 80 Menschen konnten aus dem Tempel gerettet werden.

Mehrere Angreifer waren am Morgen in das Gotteshaus eingedrungen und hatten sich Gefechte mit Sicherheitskräften geliefert, die versuchten, die Menschen im Tempel zu befreien. Ein Mitglied der Sikh-Gemeinde im afghanischen Parlament, Anarkali Kaur Honarjar, sagte, zum Zeitpunkt des Angriffs hätten sich rund 150 Menschen in dem Gebäude befunden.

Zu dem Angriff bekannte sich nach Angaben der auf die Beobachtung islamistischer Netzwerke spezialisierte US-Gruppe SITE die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). SITE berief sich auf ein entsprechendes Bekenntnis beim IS-Propagandaorgan Amaq.

Die radikalislamischen Taliban hatten eine Verantwortung für die Tat zuvor bereits zurückgewiesen. Der IS hat in der Vergangenheit bereits wiederholt Anschläge auf religiöse Minderheiten in Afghanistan verübt, darunter auf die Sikh- und Hindu-Gemeinde. In dem mehrheitlich muslimischen Afghanistan leben schätzungsweise rund tausend Sikhs und Hindus. (sda/afp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
History Porn Teil XIV: Geschichte in 24 Wahnsinns-Bildern
1 / 26
History Porn Teil XIV: Geschichte in 24 Wahnsinns-Bildern
Eine Frau schlägt einen Neonazi mit ihrer Handtasche, Schweden, 1985. Sie ist Überlebende eines Konzentrationslagers. bild: theodysseyonline
Auf Facebook teilenAuf X teilen
«Historisches Verbrechen»
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Dolomiten in Italien: Touristenmassen belagern See – Wanderer entsetzt
Der Lago di Sorapis gilt als eines der bekanntesten Fotomotive der Dolomiten. Doch was viele Wanderer oben erwartet, hat mit alpiner Ruhe wenig zu tun. Bis zu 3'000 Besucher drängen täglich hinauf – mit Folgen für Natur und Sicherheit.
Ein Traum in Italien: Der Lago di Sorapis zählt zu den schönsten Orten der Dolomiten. Helle Felswände umgeben das milchige türkisfarbige Wasser auf 1'923 Metern Höhe. Doch in den Sommermonaten ist von Bergidylle oft wenig übrig. An Spitzentagen steigen nach Schätzungen bis zu 3'000 Menschen zu dem Gletschersee, der auch als Sorapissee bezeichnet wird, hinauf.
Zur Story