DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Nach 72 Kilometern ist Schluss: Taliban stellen Regeln für Frauen in Autos auf

27.12.2021, 09:50

In Afghanistan haben die regierenden militant-islamistischen Taliban Autofahrer angewiesen, im Fahrzeug keine Musik abzuspielen. Ausserdem ordneten sie Beschränkungen für die Mitnahme von Frauen als Passagierinnen an.

Die Taliban haben seit der Rückkehr an die Macht die Rechte von Frauen merklich beschnitten.
Die Taliban haben seit der Rückkehr an die Macht die Rechte von Frauen merklich beschnitten.Bild: keystone

Frauen ohne islamischen Hidschab sollten nicht mitgenommen werden, wie es in einem Schreiben des Ministeriums zur Erhaltung der Tugend und Unterdrückung des Lasters hiess, das an Autofahrer verteilt wurde. Der Sprecher des Ministeriums, Mohammed Sadik Asif, bestätigte am Sonntag die Direktive.

Wie genau der Hidschab aussehen soll, geht aus der Anordnung nicht hervor. Die Taliban verstehen darunter in der Regel nicht die Bedeckung von Haaren und Hals, sondern einen Umhang von Kopf bis Fuss.

In der Direktive wurden Fahrer ausserdem angehalten, keine Frauen mitzunehmen, die ohne männliche Begleitperson weiter als 45 Meilen (etwa 72 Kilometer) reisen wollten. In dem Schreiben, das auch in sozialen Medien kreiste, wurden Autofahrer unter anderem dazu angewiesen, Pausen zum Gebet einzulegen. Sie sollten Menschen dazu raten, sich Bärte wachsen zu lassen, hiess es weiter.

Die Islamisten haben seit der Rückkehr an die Macht die Rechte von Frauen merklich beschnitten. Sie können in vielen Fällen nicht mehr zurück an ihre Arbeitsplätze. Die meisten weiterführenden Schulen für Mädchen sind geschlossen. Strassenproteste von Aktivistinnen wurden gewaltsam unterdrückt. Viele flohen aus dem Land. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

«Vergesst Afghanistan nicht» – die Situation junger Frauen in Afghanistan

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

«Wir sehen ein Desaster»: Kardinal Marx nimmt zum Missbrauchsgutachten Stellung

Als Reaktion auf das erschütternde Missbrauchsgutachten im Erzbistum München und Freising hat Kardinal Reinhard Marx Betroffene wie Gläubige erneut um Entschuldigung gebeten und eine Erneuerung der Kirche gefordert.

Zur Story