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Uganda verabschiedet strenges Gesetz gegen Homosexualität

Bis zu 10 Jahre Haft: Uganda verabschiedet strenges Gesetz gegen Homosexualität

Das Parlament im ostafrikanischen Uganda hat am Dienstag ein Gesetz verabschiedet, das harte Strafen bei gleichgeschlechtlichen Beziehungen vorsieht.
22.03.2023, 03:09
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Parlamentspräsidentin Annet Anita Among sagte nach der Schlussabstimmung, «das Gesetz wurde in Rekordzeit verabschiedet». Es muss nun Präsident Yoweri Museveni vorgelegt werden, der es entweder absegnen oder sein Veto einlegen kann.

FILE - Kenyan gays and lesbians and others supporting their cause wear masks to preserve their anonymity as they stage a rare protest against Uganda's tough stance against homosexuality and in so ...
LGBTQ+- Aktivisten in Uganda mit Masken, um anonym zu bleiben.Bild: keystone

Homosexualität ist in Uganda bereits verboten. Es war zunächst nicht klar, welche Strafen das neue Gesetz vorsieht. Die Abgeordneten hatten den ursprünglichen Text erheblich geändert. Dieser sah bis zu zehn Jahre Haft für Menschen vor, die gleichgeschlechtliche Handlungen vornehmen oder sich als Mitglieder der LGBTQ-Gemeinschaft bezeichnen. Die Abkürzung LGBTQ steht für lesbisch, schwul, bisexuell, transgender und queer.

Das Gesetz wird in Uganda von einer breiten Öffentlichkeit unterstützt. In den vergangenen Monaten gab es zahlreiche Verschwörungsmythen, in denen internationale Kräfte beschuldigt werden, Homosexualität in Uganda zu fördern.

Zwölf Männer festgenommen

In der vergangenen Woche gab die Polizei bekannt, in der südlichen Stadt Jinja sechs Männer wegen der «Praktizierung von Homosexualität» festgenommen zu haben. Weitere sechs Männer seien am Sonntag wegen des gleichen Vorwurfs festgenommen worden.

2014 hatte die Justiz in Uganda ein bereits von den Abgeordneten gebilligtes und Präsidenten Museveni unterzeichnetes Gesetz blockiert, das gleichgeschlechtliche Beziehungen mit lebenslanger Haft bestraft. Das Vorhaben hatte weltweit Empörung ausgelöst.

In Uganda gibt es strenge Gesetze gegen Homosexualität, die ein Erbe der britischen Kolonialzeit sind. Seit seiner Unabhängigkeit von Grossbritannien im Jahr 1962 gab es keine Verurteilung wegen einvernehmlicher homosexueller Handlungen. (sda/afp)

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53 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Baba ♀️
22.03.2023 07:26registriert Januar 2014
Es wird sich mir nie erschliessen, weshalb sich ein Staat dafür interessieren muss, was zwei Menschen einvernehmlich miteinander tun.

In Ostafrika (nicht nur Uganda) wird aber von religiösen Gruppierungen ein ultrakonservatives Bild gepflegt, wonach alles, was nicht strikt Frau/Mann ist, des Teufels ist. Mädchen werden zwar auch heute noch beschnitten, zwangsverheiratet, Kinder werden verlassen etc. Alles nicht wirklich so schlimm oder gar strafbar, wie sich als homosexuell, trans oder queer zu identifizieren. Einfach nur traurig!

#LoveIsLove
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Bits_and_More
22.03.2023 07:26registriert Oktober 2016
Geht mal auf ihren Twitter Post. Vereinzelte Kritik wird massiv angegangen. Grosse Teile der Bevölkerung stehen leider hinter diesem Entscheid...
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Tokyo
22.03.2023 08:45registriert Juni 2021
der christliche Menschenhass in Afrika
Der Westen sollte sämtliche Hilfsgelder per sofort einfrieren
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