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Zweiter Al-Shabaab-Angriff in Somalia: Mindestens 27 Menschen sterben



Security forces inspect a destroyed area outside the Elite Hotel in Mogadishu, Somalia Monday, Aug. 17, 2020. Somalia's security forces on Sunday ended a nearly five-hour siege by Islamic extremists which killed at least 15 people at the beachside hotel, a new establishment popular with Mogadishu's young people in Somalia's capital, police, and a government spokesman said. (AP Photo/Farah Abdi Warsameh)

Völlig zerstört: das Hotel in Mogadischu. Bild: keystone

Die Terrormiliz Al-Shabaab in Somalia hat innerhalb von zwei Tagen zwei blutige Anschläge mit mehr als 27 Toten verübt.

Kämpfer griffen zunächst am Sonntag ein Hotel in der Hauptstadt Mogadischu an, dabei wurden 17 Menschen – darunter fünf Angreifer – getötet, wie der Chef der örtlichen Ambulanz berichtete.

Am Montag kam es dann laut eines hochrangigen Mitglieds des Militärs zu einem Angriff auf einen Stützpunkt im rund 220 Kilometer entfernten Baidoa. Dabei seien 10 Menschen getötet worden, darunter sieben Angreifer. Die dem Terrornetzwerk Al-Kaida nahe stehende islamistische Miliz Al-Shabaab bekannte sich zu beiden Taten.

Al-Shabaab terrorisiert seit Jahren die Bevölkerung des armen Landes am Horn von Afrika. Sie kämpfen dort um die Vorherrschaft und verüben immer wieder blutige Anschläge. Zudem kontrollieren sie weite Gebiete im Süden und Zentrum des Landes.

Das am Sonntag angegriffene Elite Hotel liegt am gut besuchten Lido-Strand und ist vor allem ein beliebter Treffpunkt von Politikern und Journalisten. Wie die Polizei und Regierungssprecher berichteten, zündete zunächst ein Selbstmordattentäter eine Autobombe vor dem Eingang, danach stürmten die bewaffneten Extremisten das Gebäude. Gut drei Stunden lang lieferten sich die Kämpfer Schusswechsel mit Sicherheitskräften, bevor der Angriff beendet werden konnte.

Unter den Todesopfern waren unter anderem zwei Regierungsmitarbeiter und drei Sicherheitsleute des Hotels. Mindestens 28 Menschen wurden der Polizei zufolge verletzt.

Präsident Mohamed Abdullahi Farmajo verurteilte den Anschlag aufs Schärfste. Die Terroristen wollten Verzweiflung säen, doch werde man sich nicht einschüchtern lassen. Die UN-Mission in dem Land sprach den Familien der Opfer ihr Beileid aus und erklärte in einem Tweet, sie «bekräftigt ihr Engagement und ihre Solidarität mit allen Somalis».

Mit einer ähnlichen Taktik griffen Kämpfer am Montag einen Stützpunkt bei Baidoa an. Ein Angreifer habe sich zunächst in einem Auto in die Luft gesprengt, daraufhin hätten sich Mitglieder der Terrorgruppe und Soldaten Kämpfe geliefert, sagte Yonis Hassan, ein Mitglied des Militärs. Unter den Toten seien sieben Angreifer und drei Soldaten.

Die Regierung in Mogadischu versucht seit Jahren, Al-Shabaab zu bekämpfen, ist aber schwach und hat ausserhalb der Hauptstadt wenig Kontrolle. Eine Mission der Afrikanischen Union (AU) sowie die USA unterstützen die Regierung. Das US-Militär fliegt immer wieder Luftangriffe gegen Mitglieder der Gruppe, dabei sind in der Vergangenheit auch Zivilisten ums Leben gekommen. (aeg/sda/dpa)

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