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Sechs Tote durch Polizeigewalt in Kenia



epa08335550 A Kenyan police officer (R), helps a drunk man to standup after they found him in the middle of the road as they patrolled at night to enforce that people are in their homes during the curfew time on the fifth day of the night curfew in Mathare 4A, one of the most densely populated places in Nairobi, Kenya, 31 March 2020. Kenya's President Uhuru Kenyatta, imposed a night curfew that starts from seven pm to six am as a preventive measure to curb the spread of the coronavirus SARS-CoV-2 which causes the Covid-19 disease.  EPA/Daniel Irungu

Bild: EPA

In Kenia sind während der ersten zehn Tage einer Corona-Ausgangssperre Menschenrechtlern zufolge mindestens sechs Menschen durch Polizeigewalt getötet worden. Ende März hatte die Regierung eine landesweite Ausgangssperre von abends bis morgens verhängt, um die Ausbreitung von Covid-19 einzudämmen.

Um diese durchzusetzen, hätten Polizisten Menschen auf Märkten oder auf dem Nachhauseweg zusammengeschlagen und auf sie geschossen, oftmals vor Beginn der Ausgangssperre, «ohne erkennbare Rechtfertigung», teilte Human Rights Watch (HRW) am Mittwoch mit. Unter den Todesopfern sei ein 13-Jähriger gewesen. Die Organisation sprach nach eigenen Angaben per Telefon mit 26 Augenzeugen, Verwandten und Opfern der Gewalt.

Die Ausgangssperre sei von Anfang an von der Polizei in einer scheinbar chaotischen und gewalttätigen Art durchgesetzt worden, hiess es. Polizisten brachen demnach in Häuser und Läden ein und erpressten von Anwohnern Geld oder plünderten Essen. In Mombasa habe die Polizei zwei Stunden vor Beginn der Ausgangssperre Tränengas eingesetzt. Human Rights Watch forderte eine sofortige Untersuchung der Vorfälle. Zudem müssten die Behörden dafür sorgen, «dass die Polizei keine übermässige Gewalt anwendet», sagte HRW-Experte Otsieno Namwaya.

In dem ostafrikanischen Land kommt es immer wieder zu gewaltsamen Übergriffen von Polizisten, vor allem während politischer und sozialer Spannungen im Land. Etwa wurden 2017 rund um die zwei Präsidentenwahlen laut HRW mehr als 100 Menschen von der Polizei und bewaffneten Gangs getötet. (aeg/sda/dpa)

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