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epa05727274 A handout photo made available by Medecins Sans Frontieres (MSF) shows the aftermath of a bombing allegedly carried out by the Nigerian Army at a government-run camp for internally displaced persons in Rann, Nigeria, 17 January 2017 (issued 18 January 2017). According to medical charity MSF (Doctors Without Borders), at least 52 people were killed and some 200 injured in what is believed to be an accidential aerial bombing by a Nigerian Army fighter jet targeting Boko Haram militants.  EPA/MSF HANDOUT MANDATROY CREDIT: MSF. HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Verwüstetes Flüchtlingslager in Nigeria: Die nigerianische Armee traf das falsche Ziel. Bild: EPA/MSF

Falsches Ziel getroffen – womöglich über 230 Tote bei Angriff auf Flüchtlingslager



Beim versehentlichen Luftangriff auf ein Flüchtlingslager in Nigeria ist die Zahl der Todesopfer womöglich deutlich höher als bisher angenommen. Der Präsident der betroffenen Region spricht von über 230 Todesopfern.

«Nach Angaben der Menschen, die die Toten mit ihren eigenen Händen begraben haben, nicht derjenigen, die die Verwundeten behandelten, wurden 234 Tote begraben», sagte der Präsident der Region Kala-Balge, Babagana Malarima, am Samstag der Nachrichtenagentur AFP.

Später sei ihm mitgeteilt worden, dass auch zwei nach Maiduguri verlegte Verletzte gestorben seien, sagte Malarima und fügte hinzu: «Die Zahl der Toten ist riesig. Wir sind in Trauer.» Der Politiker forderte, die Hinterbliebenen der Opfer zu schützen.

Sechs Helfer des Roten Kreuzes getötet

Die nigerianische Armee hatte am Dienstag statt eines Rückzugsortes der Islamistengruppe Boko Haram versehentlich ein Flüchtlingslager in der Kleinstadt Rann im nördlichen Bundesstaat Borno bombardiert, als dort Helfer gerade Essen austeilten. Auch mindestens sechs Helfer des Roten Kreuzes wurden getötet.

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen hatte die Opferbilanz am Freitag auf mindestens 90 Tote heraufgesetzt. Die Zahl könne aber nach Angaben von Bewohnern und örtlichen Behördenvertretern sogar bei 170 liegen, erklärte die Hilfsorganisation. Bei den meisten Opfern handelte es sich demnach um Frauen und Kinder.

Die nigerianische Armee sowie Staatschef Muhammadu Buhari äusserten bereits ihr Bedauern über den Luftangriff und leiteten eine Untersuchung ein. Zu den Opferzahlen machten die Behörden keine Angaben.

Boko Haram kämpft seit Jahren für die Errichtung eines islamischen Gottesstaats in Nigeria. Seit 2009 wurden in dem Konflikt mehr als 20'000 Menschen getötet. Ausserdem ergriffen 2,6 Millionen Menschen die Flucht. (cma/sda/afp)

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