Experiment von der ISS: Im All gebrauter Sake für 550.000 Franken verkauft
Ein kleines Fläschchen von im Weltall gebrautem Reiswein ist in Japan für umgerechnet fast 550.000 Franken verkauft worden. Die Sake-Brauerei Dassai entwickelte gemeinsam mit dem Raumfahrt- und Technikunternehmen Mitsubishi Heavy Industries spezielle Brauausrüstung und schickte sie zusammen mit den notwendigen Zutaten zur Internationalen Raumstation ISS, wie beide Unternehmen berichteten.
Sake-Maische legt langen Weg zurück
Im November fand der Fermentationsprozess an Bord der ISS unter Bedingungen statt, die die Schwerkraft auf dem Mond simulierten. Anschliessend wurde die Maische im Februar zurück zur Erde gebracht und dort zu 116 Milliliter Sake-Wein verarbeitet. 100 Milliliter davon wurden in ein Fläschchen abgefüllt und gingen nun für 110 Millionen Yen (549'000 Franken) an einen anonymen Käufer. Die übrigen 16 Milliliter wurden für Kostproben genutzt.
Wie wird Sake hergestellt?
Die Herstellung von Sake ist komplexer und dauert mehrere Wochen. Dabei wird Reis gedämpft und anschliessend durch den Koji-Schimmelpilz verzuckert, während Hefe gleichzeitig den Zucker zu Alkohol vergärt. Danach wird die Flüssigkeit abgepresst, filtriert und manchmal pasteurisiert. Sake besitzt einen Alkoholgehalt von etwa 14 bis 17 Prozent.
Der Weltraum-Sake habe «eine deutliche Säure» und einen «gut ausbalancierten und robusten Sake-Geschmack», sagte eine Dassai-Sprecherin der Nachrichtenagentur AFP. Der Versuch habe bewiesen, «dass Sake-Produktion selbst unter Bedingungen der Mond-Schwerkraft möglich ist», erklärten die beiden an dem Projekt beteiligten Unternehmen.
Dassai plant nach eigenen Angaben bis 2050 den Bau einer Sake-Brauerei auf dem Mond. Ziel sei es, «die Lebensqualität für künftige Mond-Bewohner zu verbessern».
Verwendete Quellen:
- Nachrichtenagentur afp
- japan.travel: "Was ist japanischer Sake?"

