International
Iran

Trump: Friedensabkommen mit Iran «weitgehend ausgehandelt»

President Donald Trump walks from Marine One to board Air Force One at Morristown Airport, Friday, May 22, 2026, in Morristown, N.J. (AP Photo/Alex Brandon)
Donald Trump
Stimmt es dieses Mal? Donald Trump spricht erneut von Fortschritten in den Verhandlungen mit dem Iran.Bild: keystone

Iran-Abkommen laut Trump «vor Abschluss» – Teheran widerspricht wegen Hormus

US-Präsident Donald Trump zufolge ist ein Rahmenabkommen in den Verhandlungen um ein Ende des Iran-Kriegs inzwischen «weitgehend» ausgehandelt. Aus Teheran folgte daraufhin Widerspruch bezüglich der Öffnung der Hormus-Strasse.
23.05.2026, 23:1024.05.2026, 08:26

Die USA stehen nach Angaben von Präsident Donald Trump in den Bemühungen um ein Ende des Iran-Kriegs kurz vor einem Rahmenabkommen mit Teheran und der Wiederöffnung der Strasse von Hormus. Es sei «weitgehend» ausgehandelt, schrieb Trump auf der Plattform Truth Social. «Die letzten Aspekte und Details des Abkommens werden derzeit besprochen und sollen in Kürze bekanntgegeben werden.» Ein iranischer Militärsprecher betonte allerdings auf der Plattform X, dass Teheran auch im Falle eines Abkommens mit den USA weiterhin die Kontrolle über die für den globalen Öl- und Gashandel wichtige Strasse von Hormus behalten werde.

Trumps Stellungnahme auf Truth Social.
Trumps Stellungnahme auf Truth Social.

Die Meerenge werde «unter voller iranischer Verwaltung und Souveränität bleiben», hiess es. Die iranische Nachrichtenagentur Fars schrieb, der Iran habe zwar zugestimmt, die Anzahl der passierenden Schiffe wieder auf das Vorkriegsniveau anzuheben. Dies bedeute jedoch keine Rückkehr zur «freien Durchfahrt» wie vor dem Krieg. Die Verwaltung der Meerenge sowie die Erteilung von Genehmigungen erfolge weiter durch die Islamische Republik Iran. Trumps Behauptung sei daher «unvollständig und entspricht nicht der Realität».

14-Punkte-Memorandum als erster Schritt

Trump machte zunächst keine weiteren Angaben zum Inhalt des anvisierten Abkommens. Das US-Nachrichtenportal «Axios» berichtete unter Berufung auf einen US-Beamten, der Entwurf für eine Absichtserklärung (Memorandum of Understanding) sehe derzeit eine 60-tägige Verlängerung der Waffenruhe vor. In dieser Zeit würde die Strasse von Hormus gebührenfrei befahrbar sein. Der Iran würde sich zudem verpflichten, die dort verlegten Minen zu räumen.

Im Gegenzug würden die USA ihre Blockade iranischer Häfen aufheben und einige Sanktionsausnahmen gewähren, um dem Iran den freien Ölexport zu ermöglichen, hiess es weiter. Der Entwurf der Absichtserklärung enthalte ferner die Zusage des Irans, niemals Atomwaffen anzustreben und über die Aussetzung seines Urananreicherungsprogramms sowie die Entfernung seines Bestands an hochangereichertem Uran zu verhandeln. Die USA würden sich wiederum bereiterklären, während der 60-tägigen Frist über die Aufhebung der Sanktionen und die Freigabe iranischer Vermögenswerte zu verhandeln.

Diese Schritte würden jedoch erst im Rahmen eines endgültigen Abkommens erfolgen, berichtete «Axios». Die US-Streitkräfte würden erst dann abziehen. Der Entwurf mache ferner deutlich, dass der Krieg zwischen Israel und der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz im Libanon beendet werden würde, hiess es. Es sei möglich, dass das Abkommen nicht einmal die vollen 60 Tage überdauern werde, wenn die USA überzeugt seien, dass der Iran es mit den Atomverhandlungen nicht ernst meine, wurde der US-Beamte weiter zitiert.

Der iranische Präsident Massud Peseschkian zeigte sich zwar laut dem Präsidialamt in Teheran offen für eine diplomatische Lösung, betonte jedoch Irans tiefes Misstrauen gegenüber Washington. «Wir sind weiterhin gesprächsbereit, aber die Erfahrungen aus vergangenen Verhandlungen mit den USA zwingen uns zu äusserster Vorsicht», sagte Peseschkian demnach.

«Trump muss sich zwischen der Ungewissheit einer Eskalation und der Gewissheit entscheiden, für ein schwaches Abkommen kritisiert zu werden», sagte Dan Shapiro, ehemaliger US-Botschafter in Israel und Berater in den Iran-Verhandlungen, dem «Wall Street Journal». «Niemand weiss, wofür er sich entscheiden wird.» Das Weisse Haus hofft laut dem von «Axios» zitierten Beamten, dass die letzten Differenzen in den nächsten Stunden beigelegt werden und dass noch am heutigen Tag eine Einigung verkündet werden kann.

Kritik in den USA an Trump

«Ich bin zutiefst besorgt», schrieb der republikanische Senator Ted Cruz aus Texas auf X. Sollte das Ergebnis «ein iranisches Regime sein – weiterhin von Islamisten geführt, die ‹Tod den USA› skandieren –, das nun Milliarden von Dollar erhält, Uran anreichern und Atomwaffen entwickeln kann und die Strasse von Hormus effektiv kontrolliert, dann wäre dies ein desaströser Fehler.»

Sen. Ted Cruz, R-Texas, chairman of the Senate Committee on Commerce, Science, and Transportation speaks during a hearing on Capitol Hill in Washington, Tuesday, Feb. 10, 2026. (AP Photo/Nathan Howard ...
Ted Cruz zeigte sich skeptisch ob der Ankündigung Trumps.Bild: keystone

Die USA und Israel hatten den Iran am 28. Februar angegriffen. Seit Anfang April herrscht eine Waffenruhe. Der Iran-Experte Danny Citrinowicz schrieb auf X: «Man kann kaum überschätzen, wie sehr (Israels Ministerpräsident Benjamin) Netanjahu diesen Moment als mögliche persönliche und politische Niederlage empfindet. Ein Abkommen zwischen den USA und dem Iran unter Trump wäre ein schwerer Schlag für ihn, vor allem diplomatisch, aber in erster Linie politisch.»

Bisher keine Reaktion aus Israel

Netanjahus Überzeugung sei es gewesen, dass mehr militärische Stärke den Iran entweder zur Unterwerfung zwingen oder die Führung destabilisieren würde, schrieb der Experte weiter. «Stattdessen ist das Ergebnis ein radikalisierterer, widerstandsfähigerer und gefährlicherer Iran, dem selbst Washington heute zögert, erneut militärisch entgegenzutreten.» Netanjahu, der sich voraussichtlich in wenigen Monaten den Wählern stellen muss, reagierte in der Nacht zunächst nicht öffentlich auf Trumps Ankündigung.

(sda/dpa/con)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Iran-Krieg in Bildern
1 / 30
Iran-Krieg in Bildern

Menschen heben bei einer Demonstration in Tel Aviv die Hände, um ein Ende des Krieges zu fordern.

quelle: keystone / maya levin
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Trump zur Zerstörung im Iran
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
84 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
naturwald
23.05.2026 23:49registriert Oktober 2023
Haben wir schon oft gehört, dieses "kurz vor dem Abschluss". Hat sich irgendwie ausgeleiert.
822
Melden
Zum Kommentar
avatar
Macca_the_Alpacca
24.05.2026 00:55registriert Oktober 2021
Ah und ich dachte:

1. Das sei gar kein Krieg
2. Der Krieg sei längst gewonnen (ca 7 mal)
3. Der Iran habe die Tore zu Hölle geöffnet
4. Der Iran wird zurück in die Steinzeit gebombt
5. Die Iranische Zivilisation wird vollkommen ausgelöscht
6. Ein Frieden wurde erreicht
7. Ein Friedensabkommen stünde unmittelbar vor der Tür
8. Die USA wollen keine Frieden
9. Der Iran will keinen Frieden
10. Donny hat schon 8 Kriege beendet und ist der Beste

Was also darf es dieses Mal sein?
812
Melden
Zum Kommentar
avatar
Pummelfee
24.05.2026 00:09registriert Mai 2020
Aber mit iranischen Vertretern hat er natürlich nicht geredet… und so am Donnerstag heissts dann wieder : ausser Spesen nicht gewesen, kurz bevor die Börse schliesst. Wie oft kann man sowas wiederholen, bevor man im Knast landet???!!!
641
Melden
Zum Kommentar
84
Gebäude auf Philippinen stürzt ein: Dutzende unter Trümmern befürchtet
Beim Einsturz eines im Bau befindlichen neunstöckigen Gebäudes im philippinischen Angeles City ist ein Mann ums Leben gekommen, mindestens 20 Arbeiter wurden nach Angaben lokaler Behördenvertreter verschüttet.
In der Gegend hatte es Stunden vor dem Unglück heftig geregnet. Allerdings ist den Behörden zufolge noch unklar, ob dies den Einsturz des Gebäudes verursacht hatte, das als Hotel-Eigentumswohnanlage geplant war.
Zur Story