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Für Donald Trump ist der Krieg nur ein Videogame

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«Geschmacklos!»: Für Donald Trump ist der Krieg nur noch ein Videogame

Der US-Präsident glorifiziert den Iran-Krieg auf Tiktok und Co. als Computerspiel. Trump macht das absichtlich.
21.03.2026, 13:5221.03.2026, 17:51
Raffael Schuppisser / ch media

Als am 14. Februar 2018 ein 17-Jähriger in Parkland mit einer halbautomatischen Waffe seine ehemalige Schule betrat, war Donald Trump gut ein Jahr im Amt. Der Jugendliche tötete 17 Menschen und verletzte ebenso viele. Der Präsident fand rasch einen Schuldigen: Computerspiele. «Ich höre immer mehr Menschen sagen, dass das Ausmass an Gewalt in Videogames die Gedanken junger Menschen wirklich prägt», meinte Trump.

Darin war er sich mit dem von ihm verhassten demokratischen Präsidenten Bill Clinton einig. Dieser zog 1999 nach dem Amoklauf in Columbine ähnliche Schlüsse. Mittlerweile ist sich die Medienforschung mehrheitlich einig, dass das zu einfach gedacht ist. Attentate lassen sich kaum auf den Konsum virtueller Gewalt zurückführen.

Game oder Realität – schwer zu sagen

Während seiner ersten Präsidentschaft waren Games für Trump also noch Teil des Problems. Nun, in seiner zweiten, sind sie Teil der Lösung geworden. Er nutzt sie, um seinen Krieg zu rechtfertigen: Auf den offiziellen Social-Media-Kanälen des Weissen Hauses lässt Trump Videos verbreiten, die den aktuellen Iran-Krieg ästhetisieren, indem reale Gefechtsszenen mit Videospielinhalten vermengt werden.

Das sieht dann etwa so aus: Zuerst sieht man eine Szene aus dem Ego-Shooter «Call of Duty», in der eine Hand einen Abschusscode eintippt, dann eine reale Szene einer startenden Rakete, gefolgt von einem Einschlag auf einen LKW.

In einem anderen Video ist es einfacher: Da schwingt eine pixelige Spielfigur zu guter Laune-Musik im Familienspiel «Wii Sports» einen Golfschläger, trifft den Ball, der aus dem Bild fliegt. Dann Schnitt zur Realität, wo eine Kriegsbasis getroffen wird. «Hole in one», verkündet eine Stimme. Ein Volltreffer.

«Widerlich» sei das, findet etwa der Erzbischof von Chicago. Andere Internetnutzer greifen zu noch drastischeren Worten: «Obszön.» – «Absolut geschmacklos!» Trump und seine Regierung machen aus Krieg ein Spiel. Das Leid der Opfer – darunter befinden sich immerhin auch sechs Amerikaner – wird ausgeklammert.

Die Verschmelzung von Videospielästhetik und realer Kriegsberichterstattung markiert einen Wendepunkt in der politischen Kommunikation: Krieg wird nicht mehr erklärt oder gerechtfertigt, sondern als unterhaltsames Spektakel inszeniert.

Ein Spiel macht Spass, man spielt zum Zeitvertreib. Wenn Kinder es tun, gibt es oft kein klares Ziel. Und das scheint es, hört man Trump und seinen Ministern zu, auch im Iran-Krieg nicht zu geben. Regime Change, Zerstörung des Atomwaffenprogramms, ein Mahnfinger an China? Das alles sind Gründe, die für den Krieg angeführt wurden. Wirklich erklären können sie ihn aber nicht; zu widersprüchlich sind Aussagen und Handlungen der US-Regierung.

Trump reisst die Grenze bewusst ein

Trump vermischt Krieg und Spiel zu einem Social-Media-Brei. Doch Kriegsführung und Computerspiele nähern sich einander tatsächlich stetig an. Einerseits wird die Computerspielgrafik immer realistischer – um Fake News zu Kriegen zu verbreiten, wurden auch schon Szenen aus «Call of Duty» oder «Arma» genutzt. Wer sieht den Unterschied schon? Andererseits werden Kriegsgeräte immer mehr wie Computerspiele bedient. Drohnen können meilenweit vom Einsatzort entfernt gesteuert werden – man setzt sein Leben nicht aufs Spiel, nur den Finger an den Abzug.

epa06567021 US President Donald J. Trump listens to a statement from Governor of Washington Jay Inslee about ways to combat mass shootings at high schools during a meeting with the nation's gover ...
Trump 2018 bei einer Rede von Washingtons damaligem Gouverneur Jay Inslee, wie Amokläufe verhindert werden können.Bild: EPA/EPA

Diese Angleichung wird durch die computertechnische Entwicklung vorangetrieben. Problematisch wird die Vermischung dann, wenn nicht mehr klar ist, was Spiel und was Krieg ist. Trump reisst diese Grenze bewusst ein – und codiert damit die politische Bewertung von Videospielen um. Was einst als Ursache von Gewalt kritisiert wurde, dient heute als ästhetisches Werkzeug, um reale Gewalt zu inszenieren und um sich gleichzeitig emotional davon zu entlasten. (aargauerzeitung.ch)

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So skurril kleiden sich die Trump-Fans
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So skurril kleiden sich die Trump-Fans

Die selbst ernannten Trump-Girls.

quelle: instagram/ginamarie_xxo
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Trump: Iran-Krieg ist bald vorbei
Video: watson
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