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ICE-Beitrag: Manipulationsvorwürfe gegen ZDF wegen KI-Bildern

DUNJA HAYALI DAS AKTUELLE SPORTSTUDIO ZDF MAINZ *** DUNJA HAYALI THE CURRENT SPORTS STUDIO ZDF MAINZ PUBLICATIONxNOTxINxUSA
Dunya Hayalis Anmoderation wirkte angesichts der gezeigten KI-Bilder irritierend.Bild: www.imago-images.de
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ZDF-Manipulationsvorwürfe wegen KI-Bildern: Eher Schlamperei als böse Absicht

Das ZDF bringt künstlich generierte Aufnahmen von einem angeblichen Polizeieinsatz in den USA, ohne dies kenntlich zu machen. Dahinter dürfte eher Schlamperei als böse Absicht stecken.
19.02.2026, 04:3719.02.2026, 04:37
Hansjörg Friedrich Müller, Berlin / ch media

In einer Zeit, in der der öffentlich-rechtliche Rundfunk auch in Deutschland immer stärker hinterfragt wird, hat das ZDF den Gegnern gebührenfinanzierter Medien willkommene Munition geliefert: Bereits am Sonntagabend zeigte das «Heute-Journal», eine der Paradesendungen der Mainzer Anstalt, durch Künstliche Intelligenz (KI) generiertes Filmmaterial, ohne dies für die Zuschauer kenntlich zu machen.

Im Bericht einer USA-Korrespondentin war zu sehen, wie Beamte der amerikanischen Einwanderungspolizei ICE eine Mutter mit ihren Kindern abführten. Am Bildrand war ein Wasserzeichen mit der Quellenangabe «Sora» zu sehen; Sora ist die von OpenAI entwickelte KI, die täuschend echte Bilder und Videos hervorbringt.

Die Sender in den Mühlen des Kulturkampfs

Als KI-Video deklarierte das ZDF die Sequenz jedoch nicht. Zudem war in dem Beitrag ein Jugendlicher zu sehen, der angeblich von ICE-Beamten aus der Schule abgeholt wurde. Diese Aufnahme war zwar real, zeigte in Wahrheit aber einen 10-jährigen Verdächtigen, wie er 2022 nach der Androhung eines Amoklaufs in Florida abgeführt wurde.

Die Kritik, die seither über das ZDF hereingebrochen ist, zeigt, wie verhärtet die Fronten im Kulturkampf sind. Vor allem von rechts wird dem Sender nun Manipulationsabsicht unterstellt. Tatsächlich spricht vieles dafür, dass es sich schlicht um Schlamperei gehandelt hat.

So sagte die Moderatorin Dunja Hayali bei der Ankündigung des Beitrags, nicht alle Videos von Festnahmen durch ICE, die im Internet kursierten, seien real. Diese Anmoderation wirkt nun skurril und sorgt entsprechend für Häme, doch entlastet sie das ZDF auch: Wer seinen Zuschauern bewusst gefälschtes Material unterjubeln will, weist in der Regel nicht explizit darauf hin, dass Fälschungen kursieren.

Fehler passieren, zumal im Nachrichtenjournalismus, wo es oft schnell gehen muss. Merkwürdig, ja dumm wirkt allerdings, wie sich das ZDF rechtfertigte: So erklärte der Sender zunächst, man habe es versäumt, die Sequenz als KI-generiert zu kennzeichnen.

Doch warum hätte man überhaupt absichtlich KI-Material zeigen sollen? Schliesslich existieren ja reale Aufnahmen von ICE-Gewalt. Der Unterschied zwischen echten und falschen Bildern wiederum, den Hayali in ihrer Anmoderation ansprach, spielte im Beitrag selbst gar keine Rolle. Daher ergibt auch die zweite Rechtfertigung des ZDF, man habe zeigen wollen, dass mit echten wie mit falschen Aufnahmen Angst erzeugt werde, keinen Sinn. Später entschuldigte sich der Sender.

Früher war auch beim Fernsehen nicht alles besser

Für das ZDF ist der Vorfall peinlich, zumal sich die öffentlich-rechtlichen Anstalten gern als Gralshüter des Qualitätsjournalismus darstellen. Überzeugend ist allerdings auch die Kritik an dem Sender in vielen Fällen nicht. So sagte etwa der allzeit kampfeslustige FDP-Veteran Wolfgang Kubicki, «manipulierte beziehungsweise manipulative Berichterstattung» sei bei den Öffentlich-Rechtlichen «offenbar schon so verbreitet, dass es nicht einmal bei den Verantwortlichen ein Störgefühl auslöst».

Eine solche Äusserung suggeriert, die Vertrauenswürdigkeit der Berichterstattung habe mit den Jahren immer weiter abgenommen. Berechtigt ist dieser Kulturpessimismus kaum: Ältere Zuschauer erinnern sich womöglich noch an den Fall des ARD-Nahostkorrespondenten Gerhard Konzelmann, der in den Siebzigerjahren den Heizungskeller des Stuttgarter Funkhauses zur Kommandozentrale eines Tankers machte, um einem Bericht über die Ölkrise den passenden Hintergrund zu geben.

Derart dreiste Fälschungen dürften heute, wo sich auch dank des Internets vieles deutlich leichter überprüfen und nachverfolgen lässt, sehr viel unwahrscheinlicher sein als noch vor einigen Jahrzehnten. Die mutmassliche Schlamperei des ZDF wirkt im Vergleich dazu harmlos. (aargauerzeitung.ch)

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36 Kommentare
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000630.76d8a7cc@apple
19.02.2026 06:25registriert März 2025
Naja, es wirkt zunehmend nicht wie ein Einzelfall, sondern wie ein Muster. Die wiederholten Vorfälle lassen eine gewisse Schlagseite erkennen und erscheinen bei näherem Hinsehen weniger zufällig als Ausdruck einer klar konturierten, ideologisch geprägten Linie, eine Entwicklung, die Zweifel daran nährt, ob der öffentlich-rechtliche Rundfunk seinem eigenen Anspruch auf Ausgewogenheit noch gerecht wird.
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Migeek
19.02.2026 06:56registriert Dezember 2022
Die Frage ist halt, wieso versteift man sich bei der "Entschuldigung" auf den KI Beitrag und lässt die andere Verhaftung aus?

Damit man das ganze mit "oha, Wasserzeichen vergessen" abtun kann.

Auch der Journalist dieses Artikels geht bei seiner Erklärung nur auf das KI-Video ein.

Das mag zufall sein, aber jeder dieser Fälle sind ein Punkt auf einer Grafik und die staatsfinanzierten Medien wirken für viele nicht mehr vertrauenswürdig, weil all diese Punkte eine klare Linie ergeben
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R. Klärer
19.02.2026 07:19registriert Oktober 2017
Nein, daran ist gar nichts harmlos. Es ist doch kein Zufall, dass das KI-Video genau die Botschaft unterstützt, die das ZDF transportieren will. Das Vertrauen in die öffentlichen Sender ist ein hohes Gut, und wer einmal lügt…
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