Oscar nach Flug-Chaos in Frankfurt aufgetaucht
Pavel Talankin, Co-Regisseur und Protagonist des Oscar-prämierten Dokumentarfilms «Mr Nobody Against Putin», wollte seinen Academy Award als Handgepäck auf einen Flug von New York nach Deutschland mitnehmen. Am John F. Kennedy International Airport stoppte ihn der Sicherheitsdienst TSA: Die Statuette könnte als Waffe eingesetzt werden, hiess es. Talankin musste den Oscar aufgeben.
Als er in Deutschland ankam, war die Statuette verschwunden.
Lufthansa findet den Oscar in Frankfurt
Die Airline meldete sich daraufhin gegenüber der BBC: «Die Oscar-Statuette wurde gefunden und befindet sich sicher in unserer Obhut in Frankfurt.» Lufthansa sei direkt mit dem Gast in Kontakt, um die Rückgabe so rasch wie möglich zu organisieren. Die Airline entschuldigte sich und kündigte eine interne Überprüfung der Umstände an.
Robin Hessman, ausführende Produzentin des BBC-Dokumentarfilms, war während des Vorfalls am Flughafen per Telefon zugeschaltet, da Talankin kein fliessend Englisch spricht. Sie sagte, Talankin sei bereits mehrfach mit seinem Oscar und seinem Bafta-Award durch die USA und auf internationalen Flügen unterwegs gewesen, ohne je Probleme gehabt zu haben. «Das wäre Leonardo DiCaprio nicht passiert», so Hessman.
Dokumentarfilm über Kriegspropaganda in Russland
Talankin reist regelmässig mit dem Award, um den Film bei Screenings zu präsentieren. Zuletzt zeigte er die Statuette Studierenden an einer New Yorker Universität bei einer Vorführung mit anschliessendem Publikumsgespräch.
Ein Academy Award ist 34 Zentimeter hoch, wiegt knapp vier Kilogramm und kostet in der Herstellung zwischen 400 und 1000 US-Dollar. «Mr Nobody Against Putin» dokumentiert die zunehmende Kriegspropaganda an einer russischen Schule, an der Talankin arbeitete, nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022. Talankin lebt heute im europäischen Exil. Russland hat den Film auf drei Streamingplattformen gesperrt, mit der Begründung, er propagiere Extremismus und Terrorismus. (mke)
