Neue Operation angelaufen: Hier trifft die Ukraine Putins Truppen besonders hart
Die Ukraine versucht mit einer neuen Operation den Nachschub für Putins Truppen zu unterbrechen. Das Vorhaben unter dem Namen «Logistic Lockdown» hat die russischen Nachschubwege im Visier, auch auf russischem Gebiet.
Der ukrainische Verteidigungsminister Mykhailo Fedorov liess über grosse Social-Media-Plattformen verlauten:
Ziel sei, den Druck auf die russischen Truppen so zu erhöhen, dass diese keine Angriffe an der Front mehr durchführen könnten.
Die 412. Nemesis-Brigade der Drohnenstreitkräfte der ukrainischen Armee teilte am Dienstag in einer Erklärung mit, dass die Strasse P-280 zur Krim derzeit Ziel eines konzentrierten Angriffs ist.
Ukrainische Einheiten und der Generalstab haben bei Telegram und auf anderen Social-Media-Plattformen Dutzende Videos veröffentlicht, die Angriffe auf russische Transportfahrzeuge zeigen sollen. Unter anderem war eine Strasse, die 100 Kilometer von der Front entfernt ist, ins Visier genommen worden. In den Aufnahmen sind brennende Fahrzeuge zu sehen, einige konnten aber weiterfahren.
Was steckt dahinter?
Mehr Mittel bereitgestellt
Möglich machen die Angriffe auf die Nachschublinien auch Schläge gegen die russische Flugabwehr. «Seit Frühlingsbeginn haben Mittelstreckenangriffe die russische Luftabwehr in der Region ausgeschaltet, sodass wir jeden beliebigen Punkt in den vorübergehend besetzten Gebieten anfliegen konnten»: Dies erklärte Topot, ein Kommandeur des 7. Bataillons der ukrainischen «Magyar’s Birds» – einer auf Drohnenkriegsführung spezialisierten Einheit – am Dienstag gegenüber dem US-Magazin «Politico».
Jetzt könne man die Transportwege innerhalb einer Stunde erreichen. «Wir erschweren nicht nur die Fortbewegung, sondern verbieten sie generell auf allen Strassen in den vorübergehend besetzten Gebieten», sagte Topot.
Der ukrainische Verteidigungsminister Fedorov erklärte, die ukrainische Offensive habe «die Zerstörung feindlicher Logistik, Lagerhäuser, Waffen, Kommandostellen und Versorgungswege in der operativen Tiefe verstärkt».
Die Regierung habe fünf Milliarden UAH (etwa 88 Millionen Franken) bereitgestellt, um moderne Mittel für den mittleren Angriffsraum zu beschaffen. «Die Mittel fliessen an die leistungsstärksten Gruppen, die auf die Bekämpfung des Feindes in der operativen Tiefe spezialisiert sind und in diesem Bereich die besten Ergebnisse erzielen», schrieb Federov.
Auf Telegram berichteten russische Militärblogger von vermehrten ukrainischen Angriffen auf russische Versorgungswege. «Neben Angriffen auf wichtige Nachschubrouten werden nun auch Attacken auf anderen Strassen in Richtung Front registriert – diese sind weiss markiert. Aktuell sind 78 Angriffe und ausgebrannte Fahrzeuge auf der Karte verzeichnet», schrieb der Blogger Oko Gora und veröffentlichte eine Karte des Gebiets.
ISW: Russische Aktivitäten geschwächt
Auch das amerikanische Institut für Kriegsstudien sieht Unterbrechungen der russischen Versorgung. In der Südukraine gelinge es Kiew, die russische Logistik zu beeinträchtigen.
Die Ukraine versucht mit mehreren Mitteln, die russischen Truppen von der Versorgung abzuschneiden. Neben den Angriffen auf die Transporte werden auch Einrichtungen wie Ölterminals und Waffenlager attackiert. Mittlerweile ist die russische Ölproduktion durch den Beschuss mit ukrainischen Drohnen beträchtlich zurückgegangen.
Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete am 25. Mai dass die Ölraffinerie im russischen Syzran nach dem ukrainischen Drohnenangriff vom 20. bis 21. Mai den gesamten Betrieb eingestellt habe.
Quellen
- understandingwar.org: "Russian Offensive Campaign Assessment, May 26, 2026" (Englisch)
- politico.eu: "Ukraine hammers Russia’s land corridor to Crimea" (Englisch)
- Facebook.com: Profil von Fedorov
- Telegram.com: Post vom Gora
(dsc/t-online)

