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Türkischer Oppositionschef nennt Erdogan «Möchtegern-Diktator» – nun wird gegen ihn ermittelt

Türkischer Oppositionschef nennt Erdogan «Möchtegern-Diktator» – nun wird gegen ihn ermittelt

18.01.2016, 15:4818.01.2016, 15:53

Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen gegen den türkischen Oppositionschef wegen Beleidigung von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan eingeleitet. Das berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Montag.

Kemal Kilicdaroglu steht im Visier der türkischen Staatsmacht.
Kemal Kilicdaroglu steht im Visier der türkischen Staatsmacht.
Bild: Mehmet Guzel/AP/KEYSTONE

Hintergrund ist eine Aussage vom Chef der grössten Oppositionspartei CHP vom Wochenende. Kemal Kilicdaroglu hatte Erdogan am Samstag auf einem Parteikongress als «Möchtegern-Diktator» bezeichnet. Die Nachrichtenagentur DHA berichtete, die Anwälte Erdogans verlangten zudem umgerechnet knapp 33'000 Franken Entschädigung von Kilicdaroglu.

In der Türkei kann eine Beleidigung des Präsidenten mit bis zu vier Jahren Haft bestraft werden. Kilicdaroglu geniesst als Abgeordneter zwar Immunität. Diese kann im Parlament aber mit einfacher Mehrheit aufgehoben werden.

Kilicdaroglu war am Samstag als CHP-Chef wiedergewählt worden. Er hatte auf dem Parteikongress ausserdem die vorübergehenden Festnahmen von 18 Akademikern kritisiert, die einen Aufruf zum Frieden in den Kurdengebieten unterzeichnet hatten.

(sda/dpa/reu)

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