International

Kurdische Gruppe bekennt sich zu Anschlag auf Istanbuler Flughafen

Am Istanbuler Flughafen Sabiha Gökcen ist es am Mittwochmorgen zu einer Explosion gekommen.
Am Istanbuler Flughafen Sabiha Gökcen ist es am Mittwochmorgen zu einer Explosion gekommen.
Bild: OSMAN ORSAL/REUTERS

Kurdische Gruppe bekennt sich zu Anschlag auf Istanbuler Flughafen

26.12.2015, 21:5727.12.2015, 08:27

Eine bewaffnete kurdische Gruppe hat sich zu der Explosion auf einem Istanbuler Flughafen bekannt, bei der am vergangenen Mittwoch eine Frau getötet wurde. Auf der Internetseite der Gruppe Freiheitsfalken Kurdistans (TAK) hiess es am Samstag: «Wir bekennen uns zu dem Mörserangriff am Istanbuler Sabiha-Gökçen-Flughafen.»

Der Angriff, bei dem fünf Flugzeuge schwer beschädigt worden seien, sei die Antwort auf die «faschistischen Attacken», durch die kurdische Städte «zu Ruinen» würden. Die Gruppe warf zugleich der türkischen Regierung vor, in Syrien gemeinsam mit der Dschihadistenmiliz «Islamischer Staat» («IS») gegen die Kurden vorzugehen.

Die türkischen Behörden sehen die Freiheitsfalken als Unterorganisation der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) an. Die PKK erklärt dagegen, keine Kontrolle über die Gruppe zu haben. Die türkische Armee setzte unterdessen ihre seit Tagen andauernde Grossoffensive gegen PKK-Kämpfer im Südosten der Türkei fort.

Bei der Explosion neben einem abgestellten Flugzeug vor dem Terminal des Sabiha-Gökçen-Flughafens im asiatischen Teil Istanbuls der Stadt waren zwei Putzfrauen verletzt worden. Eine von ihnen erlag ihren Verletzungen.

Kurdische Aufständische hatten im Jahr 1984 im Südosten der Türkei einen Kampf um grössere Autonomierechte begonnen. Der Konflikt der Regierung in Ankara mit der PKK eskalierte im Juni wieder, der vor drei Jahren eingeleitete Friedensprozess kam zum Erliegen. In dem Konflikt wurden in den vergangenen 30 Jahren etwa 45'000 Menschen getötet. (viw/sda/afp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
EU-Strafzölle gestrichen – das wissen wir über die Fortschritte im Grönland-Streit
US-Präsident Trump sagte am WEF, er wolle die Verhandlungen über Grönland unverzüglich aufnehmen. Das ist geschehen. Noch am Mittwochabend verkündete er, dass die Strafzölle gegen die EU nun doch nicht eingeführt würden.
Es sei ein sehr produktives Treffen mit Nato-Chef Mark Rutte gewesen, schreibt Trump auf Truth Social. Demnach habe man einen Rahmen für eine künftige Vereinbarung ausgearbeitet, der Grönland und die ganze arktische Region respektiere.
Zur Story