International
Asien

Skandal am Mount Everest: Vergiftete Bergsteiger für mehr Rettungsflüge

In this photo made on May 22, 2019, a long queue of mountain climbers line a path on Mount Everest. About half a dozen climbers died on Everest last week most while descending from the congested summi ...
Der Mount Everest – ein beliebtes Reiseziel: Bergsteiger stehen Schlange um den Gipfel zu erklimmen.Bild: AP @Nimsdai Project Possible

Mount Everest: Führer sollen Bergsteiger absichtlich vergiftet haben

Ein Millionen-Skandal erschüttert Nepal: Bergsteiger sollen systematisch zu Rettungsflügen gedrängt worden sein. Wenn es nicht reichte, den Touristen Angst zu machen, wurden die Methoden härter.
02.04.2026, 10:3402.04.2026, 10:34
Matti Hartmann / t-online
Ein Artikel von
t-online

Am Mount Everest lässt sich viel Geld verdienen, reiche Touristen greifen tief in die Tasche, um einmal auf dem 8'849 Meter hohen Gipfel des höchsten Bergs der Welt zu stehen. Doch nun erschüttert ein Betrugsfall das Vertrauen, das die Bergsteiger in ihre Bergführer haben müssen: In Nepal sollen sich Verantwortliche verschiedener Firmen systematisch Millionen erschlichen haben.

Es geht um teils unnötige oder mehrfach abgerechnete Rettungsflüge mit Helikoptern. In einigen Fällen sollen Bergsteiger sogar absichtlich vergiftet worden sein, um einen Rettungsflug nötig zu machen.

Unter anderem sollen einige Bergführer Touristen gezielt Angst gemacht haben. Manchen Bergsteigern sollen sie ein Medikament gegeben haben, das eigentlich zur Prophylaxe von Höhenkrankheit dient. Die Anwendung sei aber absichtlich falsch gewesen, sodass die Symptome der Höhenkrankheit gerade auftraten. Mindestens in einem Fall soll auch Backpulver ins Essen gemischt worden sein, sodass es Touristen schlecht ging.

Manche Bergsteiger sollen Symptome auch vorgetäuscht haben

Die Betrugsmethoden waren verschiedenen Berichten zufolge vielfältig: Einmal soll eine Rettungsorganisation vier per Helikopter ausgeflogenen Bergsteigern vier separate Hubschrauber-Flüge in Rechnung gestellt haben – obwohl sei alle an Bord nur eines einzigen Helikopters waren.

In einigen Fällen sollen die Bergsteiger auch am Betrug mitgewirkt haben: Wenn sie auf dem Rückweg müde wurden, soll ihnen vorgeschlagen worden sein, Krankheitssymptome vorzutäuschen und so einen Rettungsflug zu ergattern.

Everest Base Camp, Nepal - May 16th, 2019 Rescue Helicopter in the Everest Base Camp, Everest Base Camp, Nepal - May 16th, 2019 Rescue Helicopter in the Everest Base Camp EBC
Rettungen per Helikopter sind in grossen Höhen kaum möglich.Bild: imago

Versicherungsbetrug in Höhe von 17 Millionen: 32 Beschuldigte

Wie die «Kathmandu Post» berichtete, kamen 2018 erste Fälle ans Licht. Zuletzt habe die Polizei erneut umfangreiche Ermittlungen aufgenommen – und festgestellt, dass der Betrug mittlerweile sogar noch zugenommen habe.

Ende Januar wurden Berichten zufolge sechs Verdächtige festgenommen, Ende März schliesslich 32 Verantwortliche angeklagt. Die Ermittler taxieren das Volumen des nun untersuchten Betrugs auf umgerechnet 17 Millionen Euro, es ist von einem koordinierten Vorgehen mit Beteiligung mehrerer Unternehmen die Rede. Insgesamt halten die Ermittler 300 mit Versicherungen abgerechnete Helikopterflüge für faul.

Verwendete Quellen:

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Die höchsten Punkte jedes Landes
1 / 13
Die höchsten Punkte jedes Landes
Das sind die Länder mit den höchsten Punkten. Dänemark (Bild) ist mit dem Møllehøj (170MüM) deutlich nicht dabei.
Auf Facebook teilenAuf X teilen
So sieht Stau am Mount Everest aus
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
5 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Chrisbe
02.04.2026 11:22registriert Oktober 2019
Wann wird endlich die erste Rolltreppe zum Gipfel eröffnet 🤪
Ich suche noch Investoren für ein Luxus-Resort auf dem Gipfel. Mit Golfplatz, Spa, Infinity-Pool und die längste Rutsche der Welt bis ins Tal, .. eine todsichere Investition 🤡
Einzahlungen ab 20 Mio., gerne auch in bar 😎
373
Melden
Zum Kommentar
avatar
Hans -würkli- Nötig
02.04.2026 11:28registriert Juli 2015
Man wird nicht reich genug um sich eine ME Expedition leisten zu können wenn man nett ist und auf die Anderen Rücksicht nimmt.

Da haben diese Bergführer oben am Berg wohl das gleiche Spiel gespielt wie es ihre Kunden unten im Tal spielen.
312
Melden
Zum Kommentar
5
«Name der Schande»: Präsident von Iran schickt Botschaft an Amerikaner
In einem offenen Brief an die amerikanische Nation kritisiert Irans Präsident Massud Peseschkian den Krieg der USA gegen sein Land als eine absurde und für die USA kostspielige Operation. «Die Welt befindet sich heute an einem Punkt, an dem die Fortsetzung eines Konfrontationskurses kostspieliger und ergebnisloser ist denn je,», schrieb der Präsident in seiner Botschaft. Der Iran habe in seiner Geschichte viele Aggressoren gesehen. Von denen blieb in den Geschichtsbüchern laut Peseschkian aber nur ein «Name der Schande». Die Entscheidung zwischen Krieg und Frieden würde die Zukunft ganzer Generationen prägen.
Zur Story