International
Asien

Himalaya-Gletscher schmelzen schneller als je zuvor

Himalaya-Gletscher schmelzen schneller als je zuvor

20.06.2023, 08:08
Mehr «International»

Die Gletscher im Himalaya, die fast zwei Milliarden Menschen mit Wasser versorgen, schmelzen nach Angaben von Wissenschaftlern wegen des Klimawandels schneller als je zuvor. Laut einem am Dienstag veröffentlichten Bericht des Internationalen Zentrums für Integrierte Entwicklung von Bergregionen (ICIMOD) schmolzen die Gletscher zwischen 2011 und 2020 65 Prozent schneller als im vorhergehenden Jahrzehnt.

Ansicht auf Namche Bazar, Bezirk Khumbu, Himalaya, Nepal
Im Himalaya gehen die Gletscher schneller zurück als erwartet.Bild: Shutterstock

«Wenn es wärmer wird, schmilzt Eis, das war erwartet worden, aber was nicht erwartet wurde und sehr beunruhigt, ist die Geschwindigkeit», sagte der Hauptautor des Berichts, Philippus Wester, der Nachrichtenagentur AFP. «Das geht viel schneller als wir dachten.»

Gletscher in der Region Hindukusch Himalaya sind eine wichtige Wasserquelle für rund 240 Millionen Menschen in den Berggregionen sowie für weitere 1.65 Milliarden Menschen in den angrenzenden Flusstälern, wie aus dem Bericht hervorgeht.

Speisen zehn der wichtigsten Flüsse

Auf Grundlage aktueller Emissionskurven könnten die Gletscher bis zum Ende des Jahrhunderts bis zu 80 Prozent ihres jetzigen Volumens verlieren, erklärte das in Nepal ansässige Zentrum ICIMOD. Der zwischenstaatlichen Organisation gehören auch Afghanistan, Bangladesch, Bhutan, China, Indien, Myanmar und Pakistan an.

Die Gletscher speisen zehn der weltweit wichtigsten Flusssysteme, darunter den Ganges, den Indus, den Gelben Fluss, Mekong und Irrawaddy. Direkt oder indirekt versorgen sie Milliarden Menschen mit Essen, Energie, sauberer Luft und Einkünften. (sda/afp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Skifahrer stürzt in Gletscherspalte – und filmt sich dabei
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
20 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Jeff Player
20.06.2023 08:56registriert Mai 2023
Es gibt einen direkten Zusammenhang zwischen der atmosphärischen CO2 Konzentration und der globalen Temperatur. Bis 1990 haben insgesamt 785 GtCO2 aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe emittiert, seit 1990 sind 948 GtCO2 oben drauf gekommen.

Das ist einfach nur ein Wahnsinn, was wir mit dem Planeten anstellen. Hauptsache das BIP Wächst, die Mehrheit bleibt ahnungslos und will von all dem Nichts wissen, weil man dann konsequenterweise nicht mehr so weiter machen kann, wie bisher. Greenwashing hat 0 Einfluss auf das Klima.
375
Melden
Zum Kommentar
20
Zeigt Mike Johnson jetzt endlich Eier?
Der Speaker des Abgeordnetenhauses riskiert seinen Job, wenn er am Samstag tatsächlich das Hilfspaket für die Ukraine zur Abstimmung bringt.

Der Präsident will es, der Senat will es, und auch eine Mehrheit der Abgeordneten will es, das Hilfspaket für die Ukraine. Bisher jedoch sind die so dringend benötigten Gelder blockiert. Der Grund für diese absurde Situation liegt im amerikanischen Politsystem. Der Führer der Mehrheit in der jeweiligen Kammer kann darüber entscheiden, ob ein Gesetz zur Abstimmung gelangt oder nicht. Das hat weitreichende Konsequenzen.

Zur Story