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Georgiens Regierung will Präsidentin des Amtes entheben – und scheitert

Georgiens Regierung will Präsidentin ihres Amtes entheben – und scheitert

18.10.2023, 21:0219.10.2023, 17:45

Die georgische Regierung ist mit einem Verfahren zur Amtsenthebung der prowestlichen Präsidentin Salome Surabischwili gescheitert. Bei der Abstimmung im Parlament kam am Mittwoch nicht die nötige Zweidrittelmehrheit für die Absetzung zusammen. Die Regierung hatte der mit vergleichsweise geringen Machtbefugnissen ausgestatteten Präsidentin vorgeworfen, ohne Erlaubnis eigenmächtig Auslandsreisen unternommen zu haben. Auch das Verfassungsgericht in der Hauptstadt Tiflis (Tbilissi) hatte dies als Verstoss gerügt.

FILE - Georgia's President Salome Zourabichvili delivers her speech during celebrations marking the 75th anniversary of the United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization at the ...
Salome Surabischwili bleibt georgische Präsidentin. Bild: keystone

Surabischwili hatte Rücktrittsforderungen abgelehnt, sie kritisiert immer wieder einen russlandfreundlichen Kurs der Regierung und eine Abkehr von europäischen Werten in Georgien. Sie hatte unlängst in Brüssel mit dem EU-Ratspräsidenten Charles Michel über die europäische Perspektive für ihr Land im Südkaukasus gesprochen und auch in Berlin Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier getroffen. Die Präsidentin hofft wie viele ihrer Landsleute, dass Georgien EU-Beitrittskandidat wird.

Surabischwili, geboren in Frankreich, war früher georgische Aussenministerin und wurde 2018 zur Staatspräsidentin gewählt. Ihre Amtszeit läuft noch bis Dezember 2024. (sda/dpa)

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«Eigentlich sind wir überfordert» – Russland-Experte zum hybriden Krieg
In den letzten Monaten sichteten europäische Staaten immer wieder ausländische Drohnen in ihrem Luftraum. Die Vermutung: Sie kommen aus Russland. Warum der Kreml auf Drohnen setzt und ob seine Einmischung in den aktuellen Abstimmungskampf hybride Kriegsführung ist, sagt Russland-Experte Jeronim Perovic.
Seitdem man am Leipziger Flughafen eine Drohne gefunden hat, mit welcher Russland gemäss Bundeskanzler Friedrich Merz einen Angriff auf Deutschland geplant haben soll, scheinen die Mikro-Aggressionen des Kremls auf europäische Länder zuzunehmen. Manche Fachleute befürchten, dass Russland die Angst vor einem Angriff auf Nato-Staaten verliert. Sie auch?
Jeronim Perovic:
Solche Provokationen sind nichts Neues. Der Kreml verfolgt damit das Ziel, den Westen beschäftigt zu halten und auszutesten, wie weit er gehen kann. An einer direkten militärischen Konfrontation mit der Nato hat Putin jedoch kein Interesse. Das wäre ein potenziell grosser Krieg mit völlig unsicherem Ausgang, zumal Russland militärisch in der Ukraine festgefahren ist. Viele Russinnen und Russen wollen sich nicht mit dem Krieg in der Ukraine beschäftigen, solange sie nicht unmittelbar davon betroffen sind. Eine Massenmobilisierung wäre dagegen unpopulär, und das will Putin möglichst verhindern.
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