International
Australien

Mädchen in Australien entführt: Polizei sucht im Outback bei Alice Springs

Grosse Polizeiaktion im Outback: Fünfjährige in Australien entführt

28.04.2026, 09:1328.04.2026, 09:13

Die Geschichte bewegt Australien: Seit dem Wochenende sucht die Polizei im Outback rund um die Kleinstadt Alice Springs intensiv nach einem fünfjährigen Mädchen. Die kleine Sharon verschwand in der Nacht zu Sonntag (Ortszeit) aus einem Haus im sogenannten Old Timers Town Camp am Stadtrand.

Sharon Australien Australia Alice Springs
Die fünfjährige Sharon ist verschwunden.Bild: Northern Territory police

Inzwischen gehen die Ermittler davon aus, dass das Kind entführt wurde. Im Fokus steht ein 47-jähriger Mann, der sich zur Tatzeit ebenfalls in dem Haus in der indigenen Siedlung aufgehalten haben soll und erst wenige Tage zuvor aus dem Gefängnis entlassen worden war.

Nach Angaben der Polizei hatte er eine rund 18-monatige Gefängnisstrafe wegen schwerer Gewaltdelikte verbüsst. Er soll eine «lose Verbindung» zur Familie des Kindes gehabt haben. Zuletzt wurde er laut Ermittlern dabei beobachtet, wie er das Kind am späten Samstagabend an der Hand hielt. Seither fehlt von beiden jede Spur. Das Motiv hinter der Tat war noch unklar.

Sharon Alice Springs Australien
Die Polizei sucht nach diesem Mann.Bild: Northern Territory police

Suche mit Drohnen und indigenen Fährtensuchern

In der abgelegenen Wüstenregion läuft eine riesige Suchaktion. Hunderte Einsatzkräfte, unterstützt von Freiwilligen, durchkämmen ein unwegsames Gebiet aus dichtem Buschland – zu Fuss, mit Geländemotorrädern, Pferden, Drohnen und Hubschraubern. Auch erfahrene indigene Fährtensucher sind im Einsatz. Sie verfügen über ein tiefgreifendes, traditionelles Wissen, um Spuren von Menschen oder Tieren in der Natur zu lesen.

Alice Springs liegt im sogenannten «Roten Zentrum» Australiens, fast exakt in der geografischen Mitte des Kontinents im Northern Territory. Die abgelegene Wüstenstadt im Outback ist von enormen Distanzen geprägt: Die nächsten Grossstädte – Adelaide im Süden und Darwin im Norden – sind jeweils mehr als 1'000 Kilometer entfernt.

MISSING GIRL ALICE SPRINGS, Alice Springs local volunteers join Police and emergency services to scour thick scrub and terrain surrounding the Todd River on day three of search for missing 5 year old  ...
Beamte und Freiwillige suchen in Australien nach dem vermissten Kind.Bild: www.imago-images.de

Gefährliche Bedingungen in der Wildnis

Mit jeder Stunde wächst die Sorge. Noch halten die Beamten nach eigenen Angaben an der Hoffnung fest, dass das Mädchen noch am Leben ist. Die Suche gestaltet sich aber schwierig: Das Gelände ist unübersichtlich, das Gras teils hoch, die Temperaturen schwanken stark zwischen kühlen Nächten und heissen Tagen. Für ein fünfjähriges Kind können diese Bedingungen schnell gefährlich werden.

Unterstützung kommt aus der Bevölkerung. Dutzende Freiwillige helfen bei der Suche, lokale Organisationen koordinieren Einsätze. Die Familie des Mädchens wird von einem Krisenteam betreut. «Die Rückkehr von Sharon zu ihrer Familie ist und bleibt die oberste Priorität der Polizei des Northern Territory», sagte der amtierende Polizeipräsident Peter Malley. (dab/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
«Trump ist wie ein Gangster, der Schutzgeld will»: Warum der Westen erpressbar wird
Nicht nur Erdöl: Warum in einer Welt voller Engpässe wie die Strasse von Hormus selbst Zahnpasta knapp werden kann.
Donald Trump habe die Weltwirtschaft mit seinem Iran-Krieg in eine absurde Situation hineingeführt, sagt Fatih Birol, der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA). Sie sei gigantische 110'000 Milliarden Dollar gross, werde jedoch von wenigen hundert bewaffneten Männern in Geiselhaft genommen – allein durch die Kontrolle der stellenweise nur 50 Kilometer breiten Strasse von Hormus. Birol dazu: «Das ergibt überhaupt keinen Sinn.»
Zur Story