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In this image dated Dec. 30, 2019, and provided by NSW Rural Fire Service via their twitter account, firefighters are seen as they try to protect homes around Charmhaven, New South Wales. Wildfires burning across Australia's two most-populous states Tuesday trapped residents of a seaside town in apocalyptic conditions, destroyed many properties and caused fatalities. (Twitter@NSWRFS via AP)

In Australien wüten weiterhin zahlreiche Brände, nun wird es abermals brütend heiss. Bild: AP

Temperaturen von weit über 40 Grad: Australier vor einem Horror-Wochenende

Hohe Temperaturen erschweren den Kampf gegen die Buschfeuer. Derweil nutzen Umweltaktivisten die Krise für einen umstrittenen Vorstoss.

Urs Wälterlin, Canberra / ch media



Im australischen Bundesstaat Victoria hat am Freitag die Evakuierung hunderter Menschen begonnen, die von lodernden Buschfeuern umgeben waren. Ein Boot der australischen Navy brachte Urlauber in Sicherheit, die im Ferienort Mallacoota festsassen. Insgesamt wurden bis Freitagabend rund 1000 Menschen gerettet. Auch im Bundesstaat New South Wales liefen die Evakuierungen auf Hochtouren. Tausende von Touristen fuhren auf überfüllten Strassen in Richtung Sydney. Zeitweise glich die Situation einer Massenflucht.

Erst vor ein paar Tagen hatten die Rettungskräfte damit begonnen, Menschen aus den brennenden Gebieten zu evakuieren. Örtliche Behörden hatten die Regierung zuvor angefleht, Einsatzkräfte der Armee zur Verfügung zu stellen. Oppositionsführer Antony Albanese meinte am Freitag, eine zukünftige Krise dieses Ausmasses brauche eine «nationale Vorgehensweise». Bisher ist Katastrophenhilfe grösstenteils Aufgabe der Gliedstaaten.

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Bilder der Buschbrände in Australien
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Im vermeintlich sicheren Auto droht Gefahr

Heute Samstag werden für grosse Teile Südostaustraliens erneut Tagestemperaturen von weit über 40 Grad erwartet. Fast überall gilt deshalb der Ausnahmezustand. Das erlaubt der Polizei, Personen auch gegen deren Willen zu evakuieren. Mehrere Hausbesitzer sind in den letzten Tagen beim Versuch ums Leben gekommen, ihren Besitz zu schützen.

«Gehen Sie so frühzeitig wie nur möglich», warnte Rob Rogers, Vizekommandant der ländlichen Feuerwehr in Sydney. «Was immer Sie tun: Verlassen Sie Ihr Haus nicht erst in letzter Minute.»

Denn wer in einem Auto vom Feuer überrascht werde, sei «nur knapp sicherer, als wenn er zu Fuss unterwegs ist», betonte Rogers.

Seit Beginn der Feuersaison im September sind landesweit mindestens 20 Menschen ums Leben gekommen. Mehrere Dutzend weitere werden vermisst.

Premierminister bleibt ein Klimawandelskeptiker

Die Debatte um den Einfluss der Erderwärmung auf die Intensität der Brände ebbte auch am Freitag nicht ab. Australiens Premierminister Scott Morrison musste sich vorwerfen lassen, Kritiker in einem von den Feuern zerstörten Dorf paternalistisch behandelt zu haben. Morrison teilt die Meinung von Wissenschaftern nicht, wonach globale Erwärmung massgeblich für die Aggressivität der Buschfeuer verantwortlich sei. Er lehnt eine Änderung der bescheidenen Klimapolitik Australiens ab. Morrison ist ein vehementer Verfechter der Kohleindustrie. Mehrere Mitglieder seiner Regierung sind bekennende Klimaskeptiker.

Opfer des Feuers empfangen Morrison mit Schimpf und Schande

Die Denkfabrik Australia Institute startete am Freitag eine Anzeigenkampagne, in der sie die Erhebung einer Abgabe von einem Dollar pro Tonne Kohlenstoffbelastung auf die Produktion fossiler Brennstoffe fordert. Unternehmen, die fossile Brennstoffe produzieren, müssten die Rechnung für die steigenden Kosten von Naturkatastrophen in Australien bezahlen, argumentiert die Denkfabrik.

Diese Kosten dürften laut dem Institut weiter steigen, da die Häufigkeit und Intensität von Bränden, Überschwemmungen, Dürren und Hitzewellen aufgrund des Klimawandels zunehme. «Australien braucht dringend einen speziellen, unabhängig verwalteten Fonds, um mit den ständig steigenden Kosten dieser Katastrophen fertig zu werden», sagte Australia-Institute-Sprecher Mark Ogge. «Eine Abgabe von einem Dollar pro Tonne hätte praktisch keine Auswirkungen auf die Energiepreise oder die Arbeitsplätze in der Kohleindustrie. Sie wäre aber eine grosse Hilfe für alle, die von den Schäden betroffen sind.» (bzbasel.ch)

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