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Autohersteller Stellantis leidet unter Trumps Zöllen

FILE - The Stellantis sign is seen outside the Chrysler Technology Center, July 19, 2021, in Auburn Hills, Mich. Jeep and Ram maker Stellantis says it will offer buyout packages to many of its U.S. wh ...
Der Autohersteller leidet deutlich unter den US-Zöllen von Donald Trump. Bild: keystone

Stellantis leidet unter Trumps Zöllen

29.07.2025, 13:3829.07.2025, 13:38

Der Autokonzern Stellantis geht auch für das zweite Halbjahr von deutlichen Belastungen durch die US-Zollpolitik aus. Trotzdem zeigt sich der Konzernchef für das Tagesgeschäft optimistisch.

epa11752500 (FILE) - Stellantis CEO Carlos Tavares smiles during a hearing on the automotive production of the Stellantis group in Italy, at the combined Industry Committees of the Chamber of Deputies ...
Stellantis CEO, Carlos Taveres, bleibt optimistisch.Bild: keystone

Nachdem bereits in den ersten sechs Monaten 0,3 Milliarden Euro an Sonderkosten anfielen, dürften es in der zweiten Jahreshälfte noch einmal 1,2 Milliarden Euro sein, wie das Unternehmen in Amsterdam mitteilte.

Dabei fielen vor allem abgebrochene Modellprogramme sowie Abschreibungen auf technische Plattformen und für den Konzernumbau ins Gewicht. Der neue Konzernchef Antonio Filosa stellt nach der Zolleinigung der USA mit der EU nun eine Verbesserung im Tagesgeschäft im Rest des Jahres in Aussicht.

So soll der Umsatz gegenüber der ersten Jahreshälfte zulegen. Die um Sondereffekte bereinigte operative Gewinnmarge soll sich im niedrigen einstelligen Prozentbereich bewegen. Im ersten Halbjahr lag sie nur bei 0,7 Prozent.

An all-new Fiat Grande Panda car is displayed during the official inauguration ceremony of a new assembly plant in the Stellantis factory, in Kragujevac, some 100 kilometers (70 miles) south of Belgra ...
Stellantis stellt Marken wie Peugeot, Fiat, Chrysler und Opel her.Bild: keystone

Auch die Entwicklung der freien Finanzmittel soll sich bessern: Nach sechs Monaten verbrannte Stellantis im Industriegeschäft – also ohne die Finanzdienstleistungen gerechnet – rund 3 Milliarden Euro an Barmitteln.

Angeschlagenes Geschäft in Nordamerika

Die bereits bekannten Eckdaten aus dem Tagesgeschäft bestätigte Stellantis. Der Umsatz sackte um 13 Prozent auf 74,3 Milliarden Euro ab. Im zweiten Quartal gingen die Verkäufe um 6 Prozent auf 1,4 Millionen Fahrzeuge zurück.

In der ersten Jahreshälfte war es damit ein Minus von 7 Prozent auf knapp 2,7 Millionen Fahrzeuge. Vor allem im früher für Stellantis so renditestarken Markt Nordamerika liess das Unternehmen weiter Federn.

Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis schmolz von 8,5 Milliarden Euro vor einem Jahr auf nur noch 540 Millionen Euro zusammen, ein Rückgang um 94 Prozent. Nach gut 5,6 Milliarden Euro Gewinn ein Jahr zuvor stand nun für die ersten sechs Monaten ein Verlust von 2,3 Milliarden Euro in den Büchern.

Krise dauert schon länger an

Seit längerem kriselt der Vielmarkenkonzern, weil er auf dem nordamerikanischen Kontinent seine grossen SUVs und Pickups nicht mehr wie gewohnt loswird. Das kostete auch den einst so mächtigen Ex-Chef Carlos Tavares den Job.

Stellantis war aus der Fusion der französischen PSA-Gruppe mit dem italoamerikanischen Fiat-Chrysler-Konzern entstanden. Im US-Markt sind mit Chrysler, Dodge, Jeep und Ram vier der 14 Fahrzeugmarken des Konzerns zu Hause. Das Geschäft mit den teuren SUVs und Pickups sorgte lange dafür, dass Stellantis den Löwenanteil seines Gewinns in den USA einfuhr. (sda/awp/dpa)

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