Epstein-Affäre: Razzia in Pariser Büros von Edmond de Rothschild
Bei der Bank Edmond de Rothschild ist es am vergangenen Freitag zu Durchsuchungen der Pariser Büros durch die französischen Behörden gekommen. Anlass waren Ermittlungen gegen den Diplomaten und früheren Rothschild-Mitarbeiter Fabrice Aidan, der in Beziehung zum US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein stand, wie die französische Nachrichtenagentur AFP berichtet.
Die Durchsuchung erfolgte in Anwesenheit der Generaldirektorin Ariane de Rothschild, schreibt AFP unter Berufung auf Quellen aus dem Umfeld des Falles. Die nationale Finanzstaatsanwaltschaft (Parquet National Financier PFF) ermittelt gegen Aidan wegen dem Vorwurf der Bestechung eines ausländischen Amtsträgers. Edmond de Rothschild erklärte gegenüber der AFP, dass die Bank «uneingeschränkt mit der Justiz kooperiere.»
Der frühere Diplomat Fabrice Aidan wird in den von den US-Behörden veröffentlichten Epstein-Akten offenbar mehr als 200 Mal erwähnt. Er arbeitete von 2014 bis 2016 bei Edmond de Rothschild, bevor er zum Energiekonzern Engie wechselte, wo sein Arbeitsverhältnis Mitte März 2026 beendet wurde.
Die ersten Kontakte von Aidan mit Epstein gehen offenbar auf das Jahr 2010 zurück, als Aidan als französischer Vertreter bei den Vereinten Nationen in New York tätig war. Er soll unter anderem vertrauliche UN-Dokumente und Berichte an den verurteilten Sexualstraftäter weitergegeben haben.
Aufgrund der Enthüllungen der Epstein-Akten hat der französische Aussenminister Jean-Noël Barrot im Februar 2026 die Justiz eingeschaltet und eine Disziplinaruntersuchung eingeleitet.
Die Genfer Bank Edmond de Rothschild ist im Februar bereits wegen Kontakten der Bankchefin Ariane de Rothschild mit Epstein in die Schlagzeilen geraten. Epstein hatte vom Genfer Finanzinstitut diverse Beratungsaufträge erhalten, insbesondere im Rahmen der Verfahren des US-Justizministeriums gegen Schweizer Banken in den 2010er-Jahren. (hkl/sda/awp/afp)
