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Polen schliesst Grenzen zu Belarus – Migranten übernachten bei Minusgraden in Zelten

09.11.2021, 09:54

Wegen der angespannten Situation an der Grenze zu Belarus hat Polen am Dienstag einen Grenzübergang zu dem östlichen Nachbarland geschlossen.

8. November 2021: Mehrere tauschend polnische Polizisten beziehen an der Grenze zu Belarus Stellung, während sich Migranten an der weissrussisch-polnischen Grenze in der Region Grodno versammeln. Weissrusslands Behörden sagen, dass sich mehr als zweitausend Menschen, darunter Frauen und Kinder, an der Grenze befänden. Und weiter: Diese Migranten wollten in der EU Asyl beantragen.<br> Laut polnischen Behörden hielten sich zwischen 3000 und 4000 Migranten im Grenzgebiet auf.
8. November 2021: Mehrere tauschend polnische Polizisten beziehen an der Grenze zu Belarus Stellung, während sich Migranten an der weissrussisch-polnischen Grenze in der Region Grodno versammeln. Weissrusslands Behörden sagen, dass sich mehr als zweitausend Menschen, darunter Frauen und Kinder, an der Grenze befänden. Und weiter: Diese Migranten wollten in der EU Asyl beantragen.
Laut polnischen Behörden hielten sich zwischen 3000 und 4000 Migranten im Grenzgebiet auf.
Bild: keystone

Der Grenzverkehr für Waren und Personen am Übergang Kuznica sei wie angekündigt seit 7.00 Uhr eingestellt, bestätigte eine Sprecherin des polnischen Grenzschutzes der Deutschen Presse-Agentur. Reisende wurden gebeten, auf die Grenzübergänge in Terespol und Bobrowniki auszuweichen.

Am Montag hatten nach Angaben polnischer Behörden grössere Gruppen von Migranten auf der belarussischen Seite in der Nähe von Kuznica vergeblich versucht, die Grenze zu durchbrechen.

Migranten übernachten bei Minusgraden

Bei Minusgraden haben Tausende Migranten in der Grenzregion zwischen Belarus und Polen die Nacht in Zelten verbracht. Bis auf einen Steinwurf sei es ruhig geblieben, teilte die örtliche polnische Polizeibehörde am Dienstagvormittag auf Twitter mit.

Dieses Foto wurde von Belta zur Verfügung gestellt. Belta ist die staatseigene und grösste Nachrichtenagentur in Belarus.
Dieses Foto wurde von Belta zur Verfügung gestellt. Belta ist die staatseigene und grösste Nachrichtenagentur in Belarus.Bild: keystone

Belarussische Staatsmedien veröffentlichten Fotos und Videos von Menschen, die sich um Lagerfeuer versammelten und Kindern, die in Schlafsäcken auf dem Boden in dem Waldgebiet lagen.

Dieses Foto wurde von Belta zur Verfügung gestellt. Belta ist die staatseigene und grösste Nachrichtenagentur in Belarus.
Dieses Foto wurde von Belta zur Verfügung gestellt. Belta ist die staatseigene und grösste Nachrichtenagentur in Belarus.Bild: keystone

EU macht Lukaschenko Vorwürfe

Belarussische Behörden stehen in der Kritik, die Menschen gezielt in Richtung der polnischen Grenze zu drängen und dann nicht mehr zurück ins Landesinnere zu lassen.

Die Regierung in Warschau und die EU werfen dem belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko vor, Menschen aus Krisenregionen wie Afghanistan und dem Irak einfliegen zu lassen, um sie dann in die EU zu schleusen. Er hatte als Reaktion auf Sanktionen gegen sein Land erklärt, Menschen auf ihrem Weg zu einem besseren Leben im «gemütlichen Westen» nicht mehr aufzuhalten.

Der belarussische Innenminister Iwan Kubrakow bestätigte laut Staatsagentur Belta am Dienstag, dass die Zahl der Migranten in Belarus zugenommen habe. «Sie kommen aber mit Visa in unser Land und checken in Hotels ein.»

In der Grenzregion gab es bereits mehrere Todesfälle unter Migranten. Die EU-Staaten Polen und Litauen haben in den vergangenen Monaten Tausende Grenzübertritte gemeldet. Deutschland gilt als ein Hauptziel der Migranten.

(yam/sda/dpa)

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