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epa07792911 A handout photo made available by Greenpeace Brazil showing smoke rising from the fire at the Amazon forest in Novo Progresso in the state of Para, Brazil, 23 August 2019.  EPA/Victor Moriyama / Greenpeace Brazil HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES/NO ARCHIVES

Eine Aufnahme vom 23. August, publiziert von Greenpeace, zeigt ein Feuer im Amazonasgebiet. Bild: EPA

Brasilianische Polizei ermittelt gegen WhatsApp-Gruppe «Tag des Feuers»



Angesichts der verheerenden Brände im Amazonasgebiet soll die brasilianische Bundespolizei nun gegen die Organisatoren des sogenannten «Tag des Feuers» ermitteln.

Zuvor hatte die Zeitschrift «Globo Rural» berichtet, dass sich im Bundesstaat Pará zuletzt über 70 Personen in einer Whatsapp-Gruppe dazu verabredet hatten, grosse Flächen entlang der Landstrasse BR-163 in Brand zu stecken.

Ziel der koordinierten Aktion sei gewesen, den rechten Präsidenten Jair Bolsonaro bei seinem Plan zu unterstützen, die Umweltkontrollen zu lockern, hiess es in dem Bericht.

Nach Einschätzung von Naturschützern werden die meisten Brände von Farmern gelegt, um neue Weideflächen für ihr Vieh zu schaffen. Da es momentan in der Region ungewöhnlich trocken ist, greifen die Brände immer wieder auch auf intakte Waldflächen über.

«Die Bundespolizei wird den Fall mit ihrer Expertise aufklären», schrieb Justizminister Sérgio Moro am Sonntag auf Twitter. «Kriminelle Brandstiftung im Amazonasgebiet wird hart bestraft.»

In Brasilien wüten die schwersten Waldbrände seit Jahren. Seit Januar nahm die Zahl der Feuer und Brandrodungen im grössten Land Südamerikas im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nach Angaben der brasilianischen Weltraumagentur INPE vom Sonntag um 82 Prozent zu.

Insgesamt wurden mehr als 79'000 Brände registriert. Betroffen waren meist Flächen in Privatbesitz, aber auch in Naturschutzgebieten und Ländereien der indigenen Bevölkerung brechen immer wieder Feuer aus.

Umweltschützer werfen dem rechten Präsidenten Bolsonaro vor, ein politisches Klima geschaffen zu haben, in dem sich Bauern zu immer mehr Abholzung und Brandrodung ermutigt sehen. Der Staatschef hat immer wieder klar gemacht, dass er die Amazonasregion vor allem mit ungenutztem wirtschaftlichen Potenzial verbindet.

Proteste gegen Bolsonaros Umweltpolitik

Zahlreiche Menschen protestierten am Sonntag gegen Bolsonaros Umweltpolitik. An einer Demonstration im Stadtteil Ipanema in der Millionenmetropole Rio de Janeiro beteiligten sich Künstler, Umweltaktivisten und Politiker.

«Der Amazonas bleibt, Bolsonaro geht», skandierten sie. Der populäre Sänger Caetano Veloso sagte dem Nachrichtenportal G1: «Ich bin hier, um die Flagge des Umweltschutzes hochzuhalten. Die Brände im Amazonasgebiet zeigen, wie wichtig das ist.»

Militär soll bei Löscharbeiten helfen

Nachdem Bolsonaro wegen seiner zögerlichen Reaktion auf die Brände weltweit in die Kritik geraten war, schickte er nun die Streitkräfte in den Kampf gegen die Flammen.

In sieben Bundesstaaten der Region sollten Soldaten bei den Löscharbeiten helfen und gegen Brandstifter vorgehen. Insgesamt stehen im Amazonasgebiet mehr als 43'000 Soldaten zur Verfügung.

Israel will ein Löschflugzeug zur Unterstützung schicken, wie Bolsonaro am Sonntag bei Twitter mitteilte. Zwei Flugzeuge der brasilianischen Luftwaffe wurden am Wochenende bereits bei den Löscharbeiten im Bundesstaat Rondônia eingesetzt.

Angesichts des Flammeninfernos wollten auch die grossen Industriestaaten nun rasche Hilfe anbieten. Mit den Ländern der Region in Südamerika werde Kontakt aufgenommen, sagte Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron beim G7-Gipfel in Biarritz. Es gehe um «technische und finanzielle Mittel». Zudem solle es auch Unterstützung bei der Aufforstung geben. (sda/dpa)

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Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Quecksalber 26.08.2019 10:40
    Highlight Highlight Eine Recherche über Nahrungsmittel in denen gerodeter Urwald steckt würde mich sehr freuen. Nur noch „Bio“ einkaufen ist zwar das Richtige aber nicht immer möglich.
  • Nathanael II 26.08.2019 09:18
    Highlight Highlight Lass uns alle kein Rindfleisch aus Brasilien mehr essen und Restaurants boykottieren, die es anbieten!
  • Juliet Bravo 26.08.2019 08:01
    Highlight Highlight Für Gott und Brasilien? Das Motto von Bolsonaro müsste eher lauten Wohl „für Agroindustrie und Grossgrundbesitzer“.
  • AdvocatusDiaboli 26.08.2019 05:06
    Highlight Highlight Bolsonaro schreien löscht keine Flammen. Zusammenarbeit aber schon.
    • loquito 26.08.2019 08:34
      Highlight Highlight Bolsonaro ist ein teufel. Stell dir vor ea wäre Maduro gewesen... Nicht auszudenken die Kommentare...
    • Planet Escoria auch bekannt als Gähn 26.08.2019 10:00
      Highlight Highlight Nicht mit einem Menschen, der selbst öffentlich ausgesagt hat, dass er den Regenwald lieber gestern als morgen weg hätte, damit es mehr wirtschaftlich nutzbare Fläche gibt.
    • AdvocatusDiaboli 26.08.2019 18:08
      Highlight Highlight @loquito Maduro hat auch ohne Naturkatastrophen seinem Volk extremes Elend und Armut gebracht. Dein Vergleich hinkt gewaltig.

      @Planet Escoria - Er ist der Präsident von Brasilien, ob man es nun will oder nicht. Mit ihm nicht zusammenarbeiten heisst man lässt einfach weiterbrennen.
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