DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Burkhalter im UNO-Ratssaal in New York.<br data-editable="remove">
Burkhalter im UNO-Ratssaal in New York.
Bild: AP/FR170574 AP

Burkhalter vor UNO: «Der Weg zum Frieden führt über einen umfassenden Dialog – auch mit der syrischen Regierung»

01.10.2015, 02:27

Aussenminister Didier Burkhalter hat sich am Mittwoch – kurz nachdem die russische Armee zum ersten Mal Syrien bombardierte – zu diesen ersten Luftangriffen Russlands in einer offenen Debatte im UNO-Sicherheitsrat zu Syrien geäussert. Er zeigte sich besorgt und plädierte dafür, auch mit Assad zu diskutieren.

«Wir sind besorgt über den anscheinenden Wettbewerb zwischen verschiedenen militärischen Operationen in Syrien», sagte Burkhalter. Er forderte den Rat dazu auf, sich mit vereinten Kräften für eine politische Lösung in Syrien einzusetzen.

    UNO
    AbonnierenAbonnieren
Erste Attacken mit Kampfjets: Russland bombardiert in Syrien diverse Rebellen-Milizen – nur nicht den IS
Russland fliegt erste Luftangriffe auf Ziele in Syrien – offenbar keine IS-Stellungen getroffen

«Sowohl die massiven Flüchtlingsbewegungen wie die Ausbreitung von transnationalem Terrorismus unterstreichen, dass schnelles und konsequentes Handeln geboten ist», sagte der Aussenminister.

Kontaktgruppe vorgeschlagen

Politisch motivierte Blockaden im Sicherheitsrat hätten Fortschritte in Richtung Frieden viel zu lange schon verhindert, mahnte Burkhalter weiter. Es müsse ein nationaler Dialog aufgenommen werden, um den Boden für ein Ende des tödlichen Krieges zwischen der Regierung in Damaskus und der Opposition vorzubereiten.

Nach Ansicht der Schweiz sollte auch Syriens angeschlagener Alleinherrscher Baschar al-Assad in Gespräche eingebunden werden. «Der einzige Weg zum Frieden führt über einen umfassenden Dialog, auch mit der syrischen Regierung», sagte Burkhalter.

Er schlug weiter die Schaffung einer Kontaktgruppe für Syrien vor. Dieser Gruppe sollten Länder mit Gewicht, vor allem Russland und die USA, sowie Vertreter der regionalen Staaten, darunter Iran und Saudi-Arabien, angehören. Diesen Vorschlag besprach Burkhalter am Mittwoch auch bei einem Treffen mit dem russischen Aussenminister Sergej Lawrow.

«Wir sind besorgt über den anscheinenden Wettbewerb zwischen verschiedenen militärischen Operationen in Syrien.»
Didier Burkhalter

Angebot der Schweiz

Burkhalter sagte, auf der Suche nach einer politischen Lösung stellte die Schweiz der UNO Experten, Logistik und finanzielle Mittel zur Verfügung. «Die Vereinten Nationen können auf die Schweiz zählen. Wir fordern die Syrer auf, diese Gelegenheit zu ergreifen und sich an den Arbeitsgruppen zu beteiligen.»

Die Schweiz unterstützt die Bemühungen des UNO-Sondergesandten für Syrien, Staffan de Mistura, um parallele thematische Diskussionen in innersyrischen Arbeitsgruppen zu fördern. De Mistura steht der Schweizer Nicholas Michel als Berater für Recht und Politik zur Seite.

Syrien: Der vergessene Krieg

1 / 13
Syrien: Der vergessene Krieg
quelle: x03126 / yazan homsy
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Hilfe für Mehrparteien-Regierung

Ein alle Parteien einschliessenden Dialog und Modelle einer fairen Machtverteilung seien aber nicht nur für Syrien nötig. Sie seien auch wichtige Elemente der Bemühungen die Frieden in Irak, im Jemen und in Libyen zu erreichen.

Der Aussenminister machte aber klar, dass Terrorgruppen wie der IS nicht Teil einer politischen Lösung sein könnten. Ein Ende der Konflikte werde dazu beitragen, die Terroristen zu schwächen.

Als Land mit einer Tradition der Mehrparteienregierung sei die Schweiz gewillt, ihr Know-how in den Friedensprozess einzubringen. Sie sei auch weiter bereit, Genf als Standort für Friedensgespräche anzubieten, sagte Burkhalter. (dwi/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

«Umgekehrte» Polizeigewalt in den USA: Schwarzer Beamter erschiesst weisse Frau

Einmal mehr wurde in Amerika eine unbewaffnete Person von einem Polizisten getötet. Dieses Mal aber war das Opfer weiss und der Schütze schwarz. Nun ringt das Land um Erklärungen.

Justine Ruszczyk aus Sydney wollte in den USA ein neues Leben anfangen. In Minneapolis im Bundesstaat Minnesota hatte die ausgebildete Tierärztin eine Praxis für Meditation und Lebensberatung eröffnet. Im August wollte sie ihren amerikanischen Verlobten Don Damond auf Hawaii heiraten. Seinen Namen hatte die 40-jährige Australierin schon zuvor angenommen.

Am 15. Juli endete der amerikanische Traum von Justine Damond durch die Kugel eines Polizisten. Kein neues Phänomen: In den letzten Jahren …

Artikel lesen
Link zum Artikel