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China

Tiananmen-Studentenführer sieht Xi Jinping durch Proteste geschwächt

Tiananmen-Studentenführer sieht Xi Jinping durch Proteste geschwächt

Der Anführer der Studentenproteste von 1989 auf dem Tiananmen-Platz in Peking sieht Präsident Xi Jinping durch die aktuellen Proteste in China geschwächt.
01.12.2022, 07:25

«Du kannst dein Volk eine Zeitlang betrügen, einen Teil der Leute vielleicht sogar ihr ganzes Leben lang. Aber glaube nie, du könntest alle Menschen für immer zum Narren halten», sagte der im Exil lebende Dissident Wu'er Kaixi dem «Tagesspiegel» (Donnerstagsausgabe).

epa09994976 Activist and former leader of the Tiananmen Square democracy movement Wu'er Kaixi speaks beneath the 'Goddess of Democracy' statue during a candlelight vigil and ceremony of remembrance to ...
Kaixi bei einer Rede im Juni 2022.Bild: keystone

«Das chinesische Volk ist weder dumm noch schwach. Das sollte dich erzittern lassen, Xi Jinping», sagte der 54-Jährige. Die jüngsten Proteste erfüllten ihn mit Hoffnung. Er habe jedoch auch Angst vor einer Eskalation. «Ich will auf keinen Fall ein zweites Massaker sehen.»

Der Dissident bezog sich damit auf die blutige Niederschlagung der Demokratie-Proteste 1989 auf dem Tiananmen-Platz. Dennoch ermutigte Wu'er Kaixi die Protestierenden, keine Angst vor der chinesischen Führung zu haben. «Tyrannen fürchten nichts mehr als furchtlose Menschen», sagte er.

Er bat die Demonstrierenden zudem um Entschuldigung, weil der Wandel 1989 nicht gelungen war. «Wir haben es vor 33 Jahren nicht geschafft, die Diktatur zu überwinden. Diese Aufgabe haben wir euch, den nächsten Generationen, überantwortet. Das tut mir leid.»

Wu'er Kaixi war einer der bekanntesten Studentenführer der 1989 blutig niedergeschlagenen Demokratiebewegung in China. Nach dem Massaker floh er aus China, wo er verfolgt wurde. Inzwischen lebt er im Exil in Taiwan.

Pekings strikte Null-Covid-Politik und die damit verbundenen Lockdowns haben in China eine landesweite Protestwelle ausgelöst. Mittlerweile richten sich die Proteste auch gegen Staatschef Xi Jinping. Es ist die grösste Protestbewegung seit den Demokratie-Protesten 1989. (sda/afp)

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