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epa01787319 A men belonging to the Chinese Uyghur Moslem miniority (C) runs from Han Chinese armed with clubs and metal pipes towards a line of soldiers to get access to a Uyghur neighbourhood in Urumqi, China, 08 July 2009. After two days of violent riots Beijing has put the city under martial law and deployed thousands of soldiers to the city to regain safty. This week's ethnic riots in western Xinjiang province are the deadliest on record since the end of the Cultural Revolution in the 1970s.  EPA/OLIVER WEIKEN

Ein Uigure läuft auf eine Gruppe von chinesischen Sicherheitskräften zu. Bild: EPA

Hält China über eine Million Uiguren gefangen? Neue Lager im Westen des Landes entdeckt



US-Aktivisten haben in China nach eigenen Angaben hunderte bislang unbekannte Lager zur Inhaftierung von Angehörigen der muslimischen Minderheit der Uiguren entdeckt. Die in Washington ansässige Gruppe East Turkistan National Awakening Movement (ETNAM) erklärte am Dienstag, mehr als 450 Orte lokalisiert zu haben, an denen China Uiguren festhalte. Die Regierung in Peking wies die Anschuldigungen zurück.

Die Aktivistengruppe, die für die Unabhängigkeit der grösstenteils muslimischen Region Xinjiang in China eintritt, erklärte, die geografischen Koordinaten von rund 180 Lagern ausfindig gemacht zu haben, in denen Uiguren zum Verzicht auf ihre Kultur gezwungen würden. Zudem seien sie auf rund 200 weitere mutmassliche Gefängnisse sowie rund 70 mutmassliche Arbeitslager gestossen.

Ein Grossteil der Orte sei bislang unbekannt gewesen, sagte der Aktivist Kyle Olbert, weshalb die Organisation davon ausgehe, dass die Gesamtzahl der von China inhaftierten Uiguren weitaus höher sei als die bislang genannten eine Million. Der frühere US-Geheimdienstmitarbeiter Andres Corr, der die Aktivistengruppe berät, sagte, rund 40 Prozent der erwähnten Standorte seien zuvor nicht offiziell als Gefängnisorte bekannt gewesen.

Das chinesische Aussenministerium bezeichnete die Vorwürfe als «unbegründet». Uigurische Aktivisten seien «seit Langem Aktivitäten nachgegangen, die der nationalen Sicherheit Chinas schaden», sagte ein Sprecher des Ministeriums in Peking. Es sei «für alle klar zu sehen», dass die Regierung in den vergangenen Jahren die «ethnische Einheit und soziale Harmonie» in der Provinz Xinjiang gefördert habe.

Die mehr als zehn Millionen Uiguren sind eine turkstämmige muslimische Minderheit und leben mehrheitlich in der Region Xinjiang im Nordwesten Chinas. Nach wiederholten gewaltsamen Angriffen von Uiguren hat China in den vergangenen Jahren auch mit Hilfe modernster Technologie die Überwachung der Minderheit massiv ausgeweitet.

Zehntel der Bevölkerung in Lagern

Menschenrechtsorganisationen prangern die Unterdrückung der Uiguren an. Demnach sind mehr als eine Million Uiguren und Angehörige anderer muslimischer Minderheiten in sogenannten Umerziehungslagern inhaftiert, wo sie zur Aufgabe ihrer Religion, Kultur und Sprache gezwungen werden. Die chinesische Führung bestreitet die Vorwürfe und spricht von «Bildungszentren», die dem Kampf gegen islamistische Radikalisierung dienten.

Die USA hatten Anfang Oktober wegen Chinas Umgang mit den Uiguren 28 chinesische Regierungsorganisationen und Unternehmen auf eine schwarze Liste gesetzt. Zudem schränkte Washington die Vergabe von US-Visa an Mitarbeiter der chinesischen Regierung und der Kommunistischen Partei ein. (sda/afp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Zahlenheini 14.11.2019 11:03
    Highlight Highlight Die Frage ist, wie lange das in China gut gehen kann. Solange es der Bevölkerung wirtschaftlich besser geht, wird niemand den Mund aufmachen. Was aber, wenn die Wirtschaft stagniert? Interessant ist ja auch, dass China kein wirklicher Magnet für Auswanderer ist. Die Anziehungskraft Europas, der USA, Australien, Neuseelands, Kanadas hinkt man um Lichtjahre hinterher. Es braucht somit viel mehr als nur Wachstumszahlen, um weltweit Nummer 1 zu sein. Das hängt natürlich direkt mit den mangelnden zivilen Freiheiten zusammen.
  • André Izneuk 14.11.2019 10:44
    Highlight Highlight Info aus Amerika basierte Organisation: Wirklich wahr oder Trump Effekt? Wem kann man noch glauben und vertrauen? Siehe Kurden in Syrien....
    • Harry Zimm 14.11.2019 11:45
      Highlight Highlight Es macht diese Konzentrationslager keinen Deut weniger real, verbrecherisch oder verabscheuungswürdig, nur weil deren Existenz von einer Gesellschaft in den USA aufgedeckt oder publiziert wurde.
    • Liselote Meier 14.11.2019 12:36
      Highlight Highlight Das mit den Arbeitslager und Umerziehung stimmt schon.

      Nur hat der Bericht eine politische Färbung. Die Uiguren werden nicht erst seit in China ein KP an der Macht ist unterdrückt, sondern schon seit ein paar hundert Jahren. Gab duzende Massaker.

      Im Chinesischen Bürgerkrieg kämpften die Uiguren sogar gegen die Koamintang und wurden von den Sowjets unterstütz und erhielten dadurch Autonomie Rechte. Wollten Unabhängigkeit und so zog die KP die Schraube wieder an.

      Sprich mit dem politischen System hat diese Problematik nicht viel zu tun wie hier suggeriert wird.






  • Hakuna!Matata 14.11.2019 10:16
    Highlight Highlight Wen wunderts, kennt man doch den Umgang China's mit Tibet und Hongkong doch schon ausführlich. Hoffentlich rebelliert die Bevölkerung bald, z.B. bei Einführung des Sozialpunktesystems.
  • R&B 14.11.2019 09:23
    Highlight Highlight Jeder von uns kann handeln. Wir Konsumenten können Produkte aus China boykottieren: Nichts bei Alibaba bestellen und keine Produkte „Made in China“ kaufen. Sogar Holzschneidebrettli in den Supermärkten sind aus China. Weniger Umsatz tut auch der chinesischen Regierung weh und bringt diese unter internen Druck.
    • passescribe 14.11.2019 10:13
      Highlight Highlight Naja das ist einfacher gesagt als getan. Viel Produkte, vorallem Lebensmittel wie Tomaten, Pilze und Mandarinen kommen aus China, werden aber in EU Ländern wie Italien in Dosen gepackt. Aufgrund des letzten Verarbeitungsschritts dürfen diese Produkte als „made in Italy“ bezeichnet werden. Das ist EU-Recht. Ich nehme an, dass wir Schweizer auch solche Produkte importieren.
  • Bruno Zehr 14.11.2019 09:14
    Highlight Highlight "Konzentrationslager". . . . Year 2019 . . .
  • Donald 14.11.2019 08:33
    Highlight Highlight Wer sich mal "einlesen" will:
    https://www.reddit.com/r/China/

    Wer sich nicht vorstellen kann, dass Leute so denken:
    https://www.reddit.com/r/Sino/
  • Johnny Schmallippe 14.11.2019 08:26
    Highlight Highlight bei all den News aus China fang ich mal lieber an chinesisch zu lernen 🙃
  • soulcalibur 14.11.2019 08:00
    Highlight Highlight Und die Chinesen sind in der CH und Europa weiterhin gross auf Einkaufstour, mitunter mit sagen wir mal, sehr eigenwilligen Methoden. Jahrelang hat man die Wirtschaft mit Fleiss ausgelagert, Patente weitergegeben und verwundert sich nun, dass die Chinesen links und rechts vorbeiziehen. Die spielen nämlich nach ganz eigenen Regeln. Während wir Geld ohne Gegenleistung nach Afrika schicken, krallen sich die Chinesen dort die Rohstoffe. Und wir unterstützen das Treiben, weil wir reichlich Plastik und Elektronik aus dem Reich der Mitte beziehen. Derweil erhalten sie immer noch Entwicklungshilfe...
    • P. Silie 14.11.2019 08:22
      Highlight Highlight Gut gebrüllt, Löwe 👍 mehr gibt es hier nicht hinzuzufügen
    • Atheist1109 14.11.2019 09:02
      Highlight Highlight Wer schickt Geld ohne Gegenleistung nach Afrika?
    • Neruda 14.11.2019 09:42
      Highlight Highlight Haha wir schicken nicht Geld ohne Gegenleistung nach Afrika. Das ist eher eine Art Wirtschaftsförderung für unsere Firmen. Beispiel Deutschland: Die senden Geld nach Afrika mit der Bedingung, dass diese dann damit deutsche Agrartechnik kaufen... Wahre Entwicklungshilfe...
  • Unicron 14.11.2019 06:57
    Highlight Highlight Wann in der modernen Geschichte der Menschheit hat sowas bitte funktioniert?
    Da wird schön eine ganze Generation von Leuten herangezogen welche einen guten Grund haben das Land abgrundtief zu hassen.
    Irgendwann kommt das in irgend einer Form zurück.
  • SwissWitchBitch 14.11.2019 06:52
    Highlight Highlight "Es sei «für alle klar zu sehen», dass die Regierung in den vergangenen Jahren die «ethnische Einheit und soziale Harmonie» in der Provinz Xinjiang gefördert habe." Bedeutet sie streiten es nicht mal ab ...
  • Lucas29 14.11.2019 06:29
    Highlight Highlight Es ist schon einige Jahre her, aber in der Berufsschule hielt ich damals einen Vortrag über die Uiguren und bereits damals war klar, dass die Chinese dies anstellten.
  • AdvocatusDiaboli 13.11.2019 23:11
    Highlight Highlight Die Schweiz macht weiterhin Freihandel mit China und heisst somit fortlaufend alles gut. Bern weicht sogar aktiv jeglicher Diskussion über Menschenrechte in China aus.
    • K1aerer 14.11.2019 07:21
      Highlight Highlight Frage ist eher, ob die Bevölkerung ohne die Güter aus China akzeptiert. Wenn ja, dann kann man jegliche Dipmlomatie mit denen beenden. Der Politik in die Schuhe zu schieben, ist schon nicht fair.
    • Donald 14.11.2019 08:30
      Highlight Highlight @K1aerer
      Doch das ist fair. Höre mal unseren Politikern zu. Wie Petra Gössi gestern in der Rundschau zu Glencore, ein Land wie die Schweiz müsse auf sich selbst schauen...
    • K1aerer 14.11.2019 09:57
      Highlight Highlight Sie repräsentiert ja nicht alle. 🤷‍♂️
    Weitere Antworten anzeigen
  • Caturix 13.11.2019 22:59
    Highlight Highlight Geht nicht mehr lange und uns erwartet das gleiche Schiksal wie das der Uiguren. Europa, der ganze Westen leckt denen den Ar**h nur wegen des Geldes und lässt sich immer mehr von denen gefallen.
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 13.11.2019 22:51
    Highlight Highlight An dieser Stelle empfehle ich die Lektüre von Aleksandr Solzhenitsyn "the gulag archipelago"....
  • Deckardcain 13.11.2019 22:46
    Highlight Highlight die dem Kampf gegen islamistische Radikalisierung dienten.... mit solchen massnahmen bekämpft man nicht, sondern begünstigt Radkiale gruppen.
  • theluke 13.11.2019 22:39
    Highlight Highlight natürlich stecken noch mehr in den lagern. gleich wie bei den tibetern. soziale harmonie heisst: seid wie wir wollen oder werded getötet oder umerzogen.
  • Tjugt 13.11.2019 22:29
    Highlight Highlight Ich kann nicht verstehen wieso der Westen mit dieser menschenverachtende Diktatur zusammenarbeiten kann. Und es wird immer mächtiger....
    • theluke 13.11.2019 22:39
      Highlight Highlight du hast dir die frage gleich selbst beantwortet. und es ist schön,dass wor dass nicht verstehen können, was heisst unsere ethik ist intakt.
    • Neruda 13.11.2019 23:42
      Highlight Highlight Kapitalismus
      Play Icon
    • Tjugt 14.11.2019 00:00
      Highlight Highlight Ja aber es wird dank dem westen immer mächtiger. Die Handelsbilanzen mit China sind ja im ganzen Westen katastrophal...
    Weitere Antworten anzeigen
  • aglio e olio 13.11.2019 22:25
    Highlight Highlight "Es sei «für alle klar zu sehen», dass die Regierung in den vergangenen Jahren die «ethnische Einheit und soziale Harmonie» in der Provinz Xinjiang gefördert habe."
    Lupenreiner Faschismus. Nichts anderes. Bähhh
    • redeye70 13.11.2019 23:37
      Highlight Highlight Hanchinesen sehen sich als überlegene Rasse. Die glauben sogar, sie seien eine weitere eigene hochentwickelte Abstammung vom Homo erectus, nebst dem modernen Menschen (Mao behauptete dies). Wissenschaftlich längst widerlegt aber glauben tut das immer noch eine Mehrheit. Da kommt noch Einiges auf uns zu vom Fernen Osten.
    • fuegy 14.11.2019 07:05
      Highlight Highlight Lupenreiner Faschismus? Und ich dachte immer die Chinesen seien eher komunistisch.
    • ingmarbergman 14.11.2019 07:35
      Highlight Highlight Namen sind Schall und Rauch. China ist in etwa so kommunistisch, wie die DDR demokratisch war oder die SVP für das Volk Politik macht.
      Die chinesische KP ist eine stramm rechts-nationale Partei, mit diktatorischen Herrschaftsmittel.
      Faschismus passt da also schon.
    Weitere Antworten anzeigen

Für so alltägliches Verhalten werden Uiguren in China inhaftiert

Uiguren in China müssen Medienberichten zufolge schon wegen alltäglicher Verhaltensweisen mit drakonischen Strafen rechnen. Wie die deutschen Medien NDR, WDR, Deutsche Welle und «Süddeutsche Zeitung» am Montag unter Berufung auf ein internes chinesisches Regierungsdokument berichteten, können Angehörige der muslimischen Minderheit in China schon wegen Nichtigkeiten wie dem Tragen eines Bartes oder eines Kopftuches inhaftiert werden.

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