International
China

Sieben Aktivisten in China festgenommen

Sieben Aktivisten in China festgenommen

12.01.2016, 09:3712.01.2016, 10:04

Im Zuge einer seit Monaten andauernden Kampagne gegen Menschenrechtsaktivisten aus dem juristischen Milieu sind in China mindestens sieben Anwälte und andere Rechtsvertreter offiziell festgenommen worden. Dies teilten Mitarbeiter und Angehörige am Dienstag mit. Auch der Gründer der Pekinger Fengrui-Kanzlei, Zhou Shifeng, sei davon betroffen. Zhou wird «Unterwanderung des Staates» vorgeworfen, wofür ihm eine Haftstrafe bis zu lebenslang droht.

China greift mal wieder hart gegen Aktivisten durch.
China greift mal wieder hart gegen Aktivisten durch.
Bild: EPA

Insgesamt mehr als 130 Anwälte und juristische Mitarbeiter waren im vergangenen Juli von den Behörden einbestellt oder für Befragungen fortgebracht worden. Es war nach Einschätzung von Insidern die umfangreichste Kampagne gegen Menschenrechtsaktivisten seit Jahrzehnten. Seither erfuhren die Angehörigen nichts von den Anwälten und ihren Mitarbeitern. Nun wurde erstmals die Festnahme einiger von ihnen bekanntgegeben.

Kampf gegen Diktatur

Die Gerichte in China werden von der regierenden Kommunistischen Partei streng kontrolliert. Fast alle Prozesse gehen mit Schuldsprüchen aus. Oftmals werden den Angeklagten Bekenntnisse abgepresst.

In den vergangenen Jahren setzten sich einige hundert chinesische Anwälte vor Gerichten dafür ein, Verurteilungen rückgängig zu machen, die nach ihrer Einschätzung in besonders eklatanter Weise Menschenrechte verletzten. Dabei ging es unter anderem um die Opfer von Zwangsenteignungen, wegen ihrer Schriften verurteilte Dissidenten und wegen ihres Glaubens Verhaftete.

Die Kommunistische Partei lässt keinen organisierten Widerstand zu. Die Zivilgesellschaft wurde unter Präsident Xi Jinping einer verstärkten Kontrolle unterworfen. Dutzende Anwälte versuchen, den staatlichen Zugriff einzudämmen.

China

«Wir verteidigen die Menschenrechte und das Gesetz, wir behalten eine unerschütterliche Überzeugung, dass die Herrschaft des Rechts schliesslich über die Diktatur triumphieren wird», heisst es in einer zum neuen Jahr im Internet veröffentlichten Erklärung von 300 Anwälten.

(sda/afp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
London will 1000 Soldaten zusätzlich nach Norwegen verlegen
Zum besseren Schutz der Arktis und des hohen Nordens will Grossbritannien die Zahl seiner in Norwegen stationierten Soldaten innerhalb von drei Jahren von aktuell rund 1'000 auf 2'000 verdoppeln.
Das werde Verteidigungsminister John Healey heute bei einem Besuch eines britischen Stützpunkts in Norwegen nördlich des Polarkreises ankündigen, wie die Regierung in London mitteilte. Grossbritannien werde sich auch an der geplanten Nato-Mission «Arctic Sentry» (deutsch etwa: Wächter der Arktis) beteiligen.
Zur Story