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«Unnötig aggressiv»: Chinesischer Jet bedrängt US-Flugzeug

Video: twitter/INDOPACOM

«Unnötig aggressiv»: Chinesischer Jet bedrängt US-Flugzeug

Über dem Südchinesischen Meer ist es zu einem Zwischenfall zwischen einem chinesischen Kampfjet und einem US-amerikanischen Aufklärungsflugzeug gekommen.
31.05.2023, 02:4231.05.2023, 11:54
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Zwischen China und den USA ist es über dem Südchinesischen Meer zu einem Zwischenfall mit zwei Militärflugzeugen gekommen. Das US-Pazifikkommando warf dem Piloten eines chinesischen Kampfjets ein «unnötig aggressives» Abfangmanöver mit einem US-Aufklärungsflugzeug vor.

Der Vorfall ereignete sich bereits am Freitag vergangener Woche, wie die US-Armee am Dienstag (Ortszeit) berichtete. China warf den USA «provokative und gefährliche Aktionen» vor. Solche Flüge untergrüben Chinas Souveränität.

Dem US-Pazifikkommando zufolge flog das US-Flugzeug vom Typ RC-135 einen «sicheren und routinemässigen Einsatz» in internationalen Luftraum«. Der chinesische Pilot sei mit seinem Kampfjet aber direkt vor der Nase des US-Flugzeugs geflogen und habe es gezwungen, durch die Wirbelschleppe des chinesischen Jets zu fliegen. Dabei handelt es sich um unsichtbare Turbulenzen, die für nachfolgende Flugzeuge gefährlich werden können.

Video: twitter/INDOPACOM

»Wir erwarten von allen Ländern in der indopazifischen Region, dass sie den internationalen Luftraum sicher und im Einklang mit dem Völkerrecht nutzen«, betonte das Pazifikkommando. Die USA veröffentlichten auch ein Video des Vorfalls. In Peking ging Aussenamtssprecherin Mao Ning nicht direkt darauf ein. Sie sagte aber, eigentliche Ursache für die Sicherheitsprobleme über dem Meer seien die »Aufklärungsflüge gegen China".

China reklamiert praktisch das gesamte Südchinesische Meer für sich. Dort beanspruchen auch die Philippinen, Vietnam, Malaysia, Taiwan und Brunei Gebiete. Die USA und Chinas Nachbarn werfen Peking eine zunehmende Militarisierung der Region vor. Der Internationale Schiedsgerichtshof in Den Haag wies die Gebietsansprüche 2016 zurück. China ignoriert das Urteil.

Die Beziehungen zwischen den USA und China sind seit einiger Zeit auf einem Tiefpunkt. Für Streit sorgen auch Chinas Rückendeckung für Russlands Krieg in der Ukraine, Drohungen gegen Taiwan und der anhaltende Handelskrieg. Angesichts mangelhafter Kommunikation zwischen beiden Seiten warnen Experten vor ungewollten Zwischenfällen und Missverständnissen zwischen beiden Streitkräften, die leicht eskalieren könnten.

Seit der Affäre um mutmassliche chinesische Spionageballons im Februar und der Absage eines Besuchs von US-Aussenminister Antony Blinken in China kommt der Dialog nicht wieder in Gang. China lehnte auch den Wunsch der USA nach einem Treffen der Verteidigungsminister ab. Die USA hatten um eine Begegnung ihres Ressortchefs Lloyd Austin mit General Li Shangfu am Rande des Shangri-La-Sicherheitsdialogs an diesem Wochenende in Singapur gebeten.

FILE - In this undated file photo released by the Taiwan Ministry of Defense, a Chinese PLA J-16 fighter jet flies in an undisclosed location. China?s military sent 71 planes, including J16 fighter je ...
Ein chinesischer Kampfjet. (Archivbild)Bild: keystone

Wegen Waffengeschäften mit Russland hatten die USA 2018 die Abteilung für Waffenentwicklung der Volksbefreiungsarmee und ihren damaligen Leiter Li Shangfu mit Sanktionen belegt, womit ihnen Finanztransaktionen und Geschäftsbeziehungen in den USA untersagt sind. Der General wurde dann im März zum Verteidigungsminister berufen worden. China fordert eine Aufhebung der Sanktionen. (sda/dpa)

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quelle: keystone / christian brun
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124 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Jeminee
31.05.2023 08:40registriert August 2021
Die Menschheit hat seit der Steinzeit in solchen Dingen nichts dazugelernt. Machtkämpfe und Terretorialansprüche; schlussendlich auf allen Seiten nur Verlierer.
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N. Y. P.
31.05.2023 06:18registriert August 2018
Team USA

Gut, dass die Amerikaner Präsenz markieren. Sie halten die Chinesen in Schach.

Ohne die Amerikaner würden die Chinesen agressiv militärisch expandieren.

Die Protestnoten zum Beispiel der Schweiz und das Vorladen des Botschafters kratzen China nicht im Geringsten, aber die Präsenz der USA tut ihnen so richtig weh.

🇺🇸
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Magnum
31.05.2023 11:36registriert Februar 2015
Einmal mehr benimmt sich die Volks(knechtschafts)republik China als Kraft für Frieden und Stabilität. Dass Peking das Urteil vom UNCLOS-Schiedsgericht zum Südchinesischen Meer nicht nur ignoriert, sondern unberechtigte und unhaltbare Ansprüche aggressiv und mit militärischen Mitteln (nicht nur gegen die USA, auch gegen andere Anrainer) durchzusetzen versucht, ist ein Schlag ins Gesicht einer auf Völkerrecht basierenden, internationalen Ordnung.

Diesem China ist Einhalt zu gebieten.
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