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Earth Overshoot Day

Die Coronakrise hat den Earth Overshoot Day zwar um drei Wochen nach hinten verschoben. Doch nachhaltig ist dies kaum. bild: shutterstock

Der «Earth Overshoot Day» verschiebt sich – Freude wäre aber fehl am Platz

Die Coronakrise hat die Welt praktisch zum Stillstand gebracht. Neben vielen Nachteilen können einige davon auch profitieren. Zum Beispiel unsere Erde. Der Earth Overshoot Day ist drei Wochen später als 2019.



Das Global Footprint Network berechnet seit 1961 den Earth Overshoot Day (auch Welterschöpfungstag). Das ist der Tag, an welchem alle natürlichen Ressourcen der Welt für ein Jahr aufgebraucht sind und wir auf Ökopump leben.

Der Tag rückte über die letzten Jahre im Kalender immer weiter nach vorne. 2019 war er am 29. Juli erreicht. Die Menschheit benötigte im letzten Jahr eigentlich 1,75 Welten, um ihren Bedarf decken zu können.

2020 verschiebt sich der Earth Overshoot Day um rund drei Wochen nach hinten und wird «erst» am 22. August erreicht – so spät wie seit 2005 nie mehr. Wir bräuchten für diesen Lebensstil 1,60 Welten.

Doch blicken wir auf die Entwicklung des Welterschöpfungstags seit 1970:

Earth Overshoot Day 1970 bis 2020

Im Vergleich zu 2019 konnte damit der ökologische Fussabdruck der Menschheit seit dem 1. Januar bis zum Earth Overshoot Day um 9,3 Prozent verringert werden. Hauptgründe dafür sind «die Reduktion im Holzverbrauch und der CO2-Emissionen aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe», wie das Global Footprint Network schreibt.

>> Coronavirus: Alle News im Liveticker

Schon im März zeichnete sich ab, dass die Coronakrise langfristig kaum unsere Umweltprobleme löst:

Doch grosse Freude wäre fehl am Platz. Denn die Verbesserung wurde nicht durch gezielte Planung dafür erreicht, sondern durch die Krise. Das GFN schreibt von «Desaster statt Design». So würde Corona «die globale Katastrophe verstärken, da es zu sozialen, wirtschaftlichen und politischen Spannungen kommt.»

Tatsächlich ist es im Moment sehr schwierig abzuschätzen, wie sich beispielsweise die Wirtschaft oder die Fluggewohnheiten der Menschen nach der Corona-Zeit entwickeln (siehe auch verlinktes Interview oben).

Übrigens wird auch für jedes Land der Overshoot Day berechnet. Die Schweiz erreichte diesen 2020 schon am 8. Mai, wie der WWF mitteilte. Allerdings wurde dort der Einfluss der Corona-Pandemie noch nicht berücksichtigt.

Daten und Quellen

Alle Daten sind vom Global Footprint Network. Dieses arbeitet mit den aktuellsten verfügbaren Zahlen des World Development Indicators (WDI) der Weltbank sowie von Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisationen der UNO. Pro Land werden rund 15'000 Datenpunkte analysiert. Da der Overshoot Day mit neuen Daten jedes Jahr wieder neu berechnet wird, kann der sich jeweils im Nachhinein um einige Tage verschieben.

Hier gibt's die ausführliche Erklärung, wie die Earth Overshoot Days berechnet werden (Englisch).

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28Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • ToniTurbo 09.07.2020 20:40
    Highlight Highlight Wieso steht der Flugverkehr als Verursacher der Klimaerwärmung in jedem Beitrag prominent zuvorderst, wenn er doch nur 2-3% ausmacht? Die wirklichen Klimatreiber sind ganz woanders zu finden.
    • Burn 11.07.2020 09:31
      Highlight Highlight Weltweit gibt es Milliarden Menschen, die nie fliegen. In der Schweiz ist der Flugverkehr für 10% der Emmissionen verantwortlich (bazl 2020). Also durchaus erheblich. Natürlich braucht es in allen Bereichen Verbesserungen.
  • Murky 09.07.2020 20:01
    Highlight Highlight Genau. Und jetzt tönts „Also in die Ferien darf ich ja wohl noch fliegen!“

    Ich verzichte, und bin im Umfeld praktisch der Einzige. Es ist echt traurig, uns gehts einfach zu gut.
  • Lupe 09.07.2020 19:08
    Highlight Highlight Ist doch null Problemo, ich habe noch Strom, fliessend Wasser, Oel für Heizung, Benzin für die Autos und das Boot, genug Holz für den Kamin und Ofen in der Teneriffa-Finka und deswegen viele Punkte bei Miles and More bei der Swiss, also ich sehe kein Umweltproblem.
  • Rölsche 09.07.2020 17:39
    Highlight Highlight Weiss jemand, auf was sich der kumulierte Gap bezieht?
    Es ist beschrieben, dass der Gap jährlich berechnet wird, basierend auf den jährlich zur Verfügung stehenden Ressourcen. Wir brauchen mehr, als die Erde in einem Jahr regenerieren kann.
    Bei einer Negativbilanz muss es ja einen Vorrat geben, sonst wäre tatsächlich im August Ende (zB mit Öl). Dem ist nicht so. Daher die Frage: Von welchen Ressourcen der Erde „zerren“ wir? Haben wir noch für 10 oder 10‘000 Jahre Vorrat bei aktuellem Verbrauch? Ersters wäre das Ende, letzteres unkritisch. Weiss das jemand? Oder verstehe ich etwas falsch?
    • Salah 09.07.2020 19:51
      Highlight Highlight Das sind gute Fragen. Selbstverständlich ist dies bei jeder Ressource anders. Dies kann man aus unterschiedlichen Gründen nicht vorausagen. Die Quellen der Ressourcen werden mit dem technologischem Fortschritt meist besser genutzt. Der Verbrauch verschiebt und verändert sich Jahrzehnt für Jahrzehnt. Fakt ist, irgendwann werden wir dafür büssen. Wann 🤷🏽
    • Cpt. Jeppesen 09.07.2020 21:11
      Highlight Highlight Die Erde ist ein Kreislauf. Die Vorräte erneuern sich wieder. Allerdings dauert das zum Teil sehr, sehr lange. Wir essen mehr als unser Boden zur Verfügung stellt. Im Besonderen ist hier das Fleisch zu vermerken. Um genügend zu produzieren kaufen wir Mais und Soja zur Tierfütterung zu. Dieses wächst aber in Brasilien und dort wird dafür der Regenwald abgeholzt. Damit wird die CO2 Senke immer kleiner und wir pusten dafür mehr heraus. Wir entziehen dem Kreislauf Wasser und vergiften es, damit ist es für andere Lebewesen nicht mehr brauchbar, etc, p.p.
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  • Chalbsbratwurst 09.07.2020 16:58
    Highlight Highlight Meine Idee wäre Weltweit Flugkontingente einzuführen: Jeder Mensch hat eine bestimmte Anzahl Flugmeilen pro Jahr die ihm zustehen. Mehr darf man nicht fliegen! Ausser man kauft Flugkontingente von Menschen ab die sich das fliegen sowieso nicht leisten können. Die könnten dann aber Geld damit verdienen und die Zusatzflüge würden teurer werden.
  • Fakten 09.07.2020 16:01
    Highlight Highlight Wayne 💁🏻‍♂️
  • RichiZueri 09.07.2020 15:59
    Highlight Highlight Wow. Die Menschheit fühlt sich an teils Orten bereits dermassen eingeschränkt, dass sie Randalieren und die Einschränkungen brechen und wir haben bloss drei Wochen gewonnen? Ich glaube das untermauert deutlich, dass wir es nie schaffen werden, wenn schon der Aufwand für einen dreiwöchigen Effekt vielen zu viel ist. Traurig aber wahr.
  • Jinx 09.07.2020 15:00
    Highlight Highlight Um den CO2 Ausstoss extrem zu senken um auf 1 Erde pro Jahr zu kommen, muss man (glaube ich) schon fast China, USA und Indien für das ganze Jahr unter Quarantäne stellen.
    • Shabbazz 09.07.2020 15:58
      Highlight Highlight Der Schnitt gemäss Artikel sind 1.75 Erden...wir Schweizer sind da bei 2.8 Erden gemäss bfs.admin.ch. Wir sollten mal bei uns Anfangen...

      Indien liegt übrigens bei 0.7 Erden, wenn also alle wie die Inder leben würden, wäre das Thema schon erledigt ;)
    • glass9876 09.07.2020 18:12
      Highlight Highlight @ Shabbazz: Danke für die Klarstellung.

      Es gibt halt Leute, die argumentieren, dass es einen grösseren Unterschied macht, wenn alle Inder ihr Verhalten ändern, als wenn dies die Schweizer tun. Obwohl sie natürlich recht haben, zeugt es von einer unglaublichen Arroganz: eine Millarde Inder sollen für acht Millionen Schweizer verzichten. Und genau das ist ja, was faktisch seit dem Kollonialismus tagtäglich passiert.
  • nick11 09.07.2020 14:03
    Highlight Highlight Wegen Corona stand der Flugverkwhr praktisch still, und auch sonst gab es wesentlich weniger co2 Ausstoss. Und das hat nur 9% Unterschied gemacht? Das gibt uns ein Bild davon, wie stark man reduzieren müsste um auf 1 Erde zu kommen...
    • fools garden 09.07.2020 14:26
      Highlight Highlight Du sprichst mir unglaublich aus dem
    • MasterPain 09.07.2020 14:46
      Highlight Highlight 30% würde ich nicht praktisch still stehen nennen. Wir müssen reduzieren oder wir sterben aus, ziemlich einfach.
    • BVB 09.07.2020 14:54
      Highlight Highlight Naja es wurde auch mehr online bestellt und wenn das Zeugs durch die Welt geschifft wird ist das auch nicht gut. Wir haben uns eigentlich nur über einen kurzen Zeitraum extrem wenig eingeschränkt, von daher sind 9% positiv mMn. Sind wir mal ehrlich, wer hat sich vom Konsum her wirklich signifikant eingeschränkt?
    Weitere Antworten anzeigen
  • fools garden 09.07.2020 13:29
    Highlight Highlight Gottlob gibt Länder mit einer besseren Ökobilanz als wir damit wir etwas länger auf den Putz hauen können.
    • salamandre 09.07.2020 14:06
      Highlight Highlight Zynismus ohne Ende!!!???
    • fools garden 09.07.2020 14:13
      Highlight Highlight 👍😘
    • Cpt. Jeppesen 09.07.2020 21:21
      Highlight Highlight Der Narr spricht die Wahrheit ;-)

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