DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Eine Krankenpflegerin freut sich, dass sie wieder in ihre Heimat reisen darf.
Eine Krankenpflegerin freut sich, dass sie wieder in ihre Heimat reisen darf.
Bild: AP

Nach 76 Tagen Isolation: Wuhans Bewohner dürfen die Stadt verlassen

Seit heute Mittwoch ist es den Leuten aus Wuhan wieder erlaubt, auszureisen. Die Freude ist bei vielen gross – trotzdem wird auch Kritik an der Regierung geäussert.
08.04.2020, 11:3408.04.2020, 18:06

In der Nacht auf Mittwoch war es endlich so weit: In der chinesischen Stadt Wuhan sind die Beschränkungen der Bewegungsfreiheit aufgehoben worden. Damit dürfen die Bewohner der chinesischen Metropole die Stadt wieder verlassen, sofern sie gesund sind und keinen Kontakt mit einer kranken Person hatten.

>> Coronavirus: Alle News im Liveticker

Mit dem Ende dieser Einschränkungen wird in Wuhan auch der Fernverkehr wieder aufgenommen. Die Züge fahren wieder am Bahnhof von Wuhan, auch die ersten Flugzeuge heben gemäss der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua am Mittwoch wieder ab.

Freude herrscht: Die Bewohner Wuhans dürfen mit dem Zug ausreisen.
Freude herrscht: Die Bewohner Wuhans dürfen mit dem Zug ausreisen.
Bild: AP

Die Freude über die neue Freiheit ist in der ganzen Stadt spürbar, berichten Reporter der Nachrichtenagentur AFP. «Wuhan verdient es, die Stadt der Helden genannt zu werden. Die Menschen in Wuhan verdienen es, Helden genannt zu werden», schalle es aus den Lautsprechern am Bahnhof.

Am Mittwoch wird in Wuhan nach den Lockerungen eine Vielzahl an Ausreisen erwartet. Die Regierung schätzt, dass 55'000 Menschen die Stadt am Mittwoch verlassen werden. Einige von ihnen, um ihren Job wieder aufzunehmen.

So auch ein 21-jähriger Mann, der endlich wieder nach Shanghai gehen und arbeiten darf: «Wuhan hat bei dieser Epidemie viel verloren, und die Menschen haben einen hohen Preis bezahlt. Jetzt, wo die Sperre aufgehoben ist, sind wir alle ziemlich glücklich», so der Restaurant-Mitarbeiter.

Kritik an der Regierung

Obwohl die chinesische Regierung die Lage im einstigen Corona-Epizentrum wieder in den Griff bekommen hat, sind nicht alle Bewohner Wuhans zufrieden. Einer von ihnen ist Zhang Hai. Sein Vater ist an Covid-19 erkrankt, als er für eine Operation am Bein im Spital war. Kurz darauf ist er an der Krankheit gestorben.

«Die Vertuschung einer Gruppe von Beamten hat zum Tod meines Vaters geführt», so Zhang Hai gegenüber der BBC, «ich bin wütend. Und ich denke, andere Familien sind das auch. Ich brauche eine Entschuldigung. Und eine Entschädigung.»

Zudem wirft Zhang der Regierung vor, sie lasse keine Kritik zu. Er erzählt: «Wir hatten einen Chat für die Familien der Opfer. Die Polizei hat diesen aufgelöst und den Organisator auf die Polizeiwache mitgenommen.»

Zhang Hais Vater ist einer von 2600 Menschen, die in Wuhan am Coronavirus gestorben sind. Insgesamt wurden über 50'000 Leute in der chinesischen Grossstadt positiv getestet. (dab)

Was du zum Coronavirus wissen musst:

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

23 verrückt-kreative Wege, wie sich Leute vor Corona zu schützen versuchen

1 / 25
23 verrückt-kreative Wege, wie sich Leute vor Corona zu schützen versuchen
quelle: reddit
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

So funktioniert der Drive-In-Coronavirus-Test

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Interview

Er will ohne Flieger in alle Länder der Welt. Kurz vor Ende steckt er fest – richtig fest

Am 10.10.2013 um 10.10 Uhr verlässt Thor seine Heimat. Sein Ziel: Alle Länder der Welt bereisen – ohne Flugzeug. Nur noch neun Staaten fehlen. Doch nun hat Thor ein Problem.

Eigentlich hatte Torbjørn C. Pedersen ein «seriöses Leben» in Dänemark, wie er selbst sagt: guter Job, schöne Wohnung, intakter Freundeskreis. Aber dann schickte ihm sein Vater einen Artikel über Graham Hughes, der alle Länder der Welt bereist hatte.

Da geht noch mehr, dachte er sich: Alle Länder der Welt erreichen – ohne zu fliegen, ohne ein Fahrzeug zu kaufen oder zu mieten und alles an einem Stück.

Thor, wie er sich selbst nennt, setzt die Idee in die Tat um.

Mehr als acht Jahre später ist …

Artikel lesen
Link zum Artikel