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epa08298301 European Commission President Ursula Von Der Leyen gives as press conference after a conference call of G7 leaders on Coronavirus, COVID-19, at the European Council, Brussels, Belgium, 16 March 2020. Von Der Leyen proposed temporary restriction on non-essential travels to the European Union for 30 days to prevent spreading coronavirus COVID-19.  EPA/STEPHANIE LECOCQ

Ist zuversichtlich: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Bild: EPA

Von der Leyen hofft auf Corona-Impfstoff Ende 2020 – Appell von Gates



Bei der weltweiten Suche nach einem Corona-Impfstoff zeigt sich EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen optimistisch. Die deutsche Politikerin hofft, dass schon Ende des Jahres ein Impfstoff entwickelt sein könnte. Microsoft-Gründer Bill Gates, der sich seit Jahren für eine bessere Gesundheitsversorgung in der Welt engagiert, forderte die führenden G20-Wirtschaftsmächte zu gemeinsamen Anstrengungen zur Impfstoffentwicklung und mehr finanziellen Beiträgen auf. Auch deutsche Politiker mahnten, die Bemühungen hierfür international zu bündeln.

Mit der Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 ist ein Wettbewerb zwischen Biotech-Firmen und Forschungsinstituten weltweit entbrannt, um einen wirksamen Impfstoff herstellen. Dennoch rechnen die wenigsten Experten damit, dass es noch in diesem Jahr einen gut wirksamen, sorgsam abgesicherten und in immensen Mengen verfügbaren Impfstoff geben kann.

«Die reichsten Länder der Welt müssen sich viel stärker für die Impfstoffentwicklung gegen das neue Coronavirus engagieren.»

CDU-Politikerin Anja Karliczek

Nach den Worten von der Leyens sitzen zwei der vielversprechendsten Forscherteams in Europa. «Sie planen, schon bald mit den klinischen Tests zu beginnen», sagte die CDU-Politikerin der «Bild am Sonntag». Dann folgten mehrere Schritte bis zu einer Zulassung und Massenproduktion eines Impfstoffs. «Ich hoffe, dass sie gegen Ende des Jahres einen Impfstoff entwickelt haben», sagte die Politikerin. Für eine zügige Impfkampagne spreche die EU schon jetzt mit Herstellern über weltweite Produktionskapazitäten.

«Globales öffentliches Gut»

International bemüht sich die Impfstoff-Allianz CEPI («Coalition for Epidemic Preparedness Innovations») um die Entwicklung eines Impfstoffes. Zu den Mitbegründern der Allianz gehört die Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung. Bill Gates schrieb in einem Gastbeitrag für die «Welt am Sonntag», die CEPI sei dabei, mindestens acht mögliche Impfstoffe zu entwickeln. Wissenschaftler gingen davon aus, dass in 18 Monaten mindestens einer von ihnen anwendungsbereit sein werde. «Nur mit einer entsprechenden finanziellen Förderung kann dieser enge Zeitplan eingehalten werden.» Viele Länder hätten CEPI in den vergangenen zwei Wochen Unterstützung zukommen lassen, «doch benötigt die Koalition für ihre Arbeit mindestens zwei Milliarden Dollar», so Gates.

In this Feb. 1, 2019, Bill Gates smiles while being interviewed in Kirkland, Wash. Bill and Melinda Gates are pushing back against a new wave of criticism about whether billionaire philanthropy is a force for good. The couple, whose foundation has the largest endowment in the world, said they’re not fazed by recent blowback against wealthy giving, including viral moments at the World Economic Forum and the shifting political conversation about taxes and socialism. (AP Photo/Elaine Thompson)

Setzt sich für einen Corona-Impfstoff ein: Bill Gates. Bild: AP/AP

Er mahnte zugleich, eine Covid-19-Schutzimpfung müsse als «globales öffentliches Gut» eingestuft werden und daher für alle bezahlbar und zugänglich sein. «Um diese Ziele zu erreichen, sollten sich die G20 bereits jetzt mit der Logistik eines globalen Immunisierungsprojekts auseinandersetzen».

Auch der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte in seiner Fernsehansprache am Samstag mit Blick auf die Corona-Krise gefordert, Wissen und Forschung sollten geteilt werden, damit man schneller zu Impfstoff und Therapien gelange. Auch die ärmsten und verwundbarsten Länder müssten dazu Zugang haben.

Erste klinische Studien laufen

Die deutsche Bundesbildungsministerin Anja Karliczek will bei ihren EU-Kollegen für mehr Geld für die CEPI werben, zu deren Gründungsmitgliedern auch Deutschland gehört. «Die reichsten Länder der Welt müssen sich viel stärker für die Impfstoffentwicklung gegen das neue Coronavirus engagieren», sagte die CDU-Politikerin am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. «Corona bedroht Leben und Wohlstand auf dem gesamten Planeten.» Auch die saudische G20-Präsidentschaft müsse hier aktiv werden. Deutschland sei mit einigen anderen Ländern vorangegangen und habe seine Zusagen für die Impfstoff-Allianz um 140 Millionen Euro aufgestockt. 90 Millionen bis 2021 seien ohnehin schon fixiert gewesen.

Impfstoff

Die Welt wartet auf einen Impfstoff. bild: shutterstock

Erste experimentelle Kandidaten für einen Impfstoff gibt es bereits – kleine klinische Studien an Menschen damit laufen vereinzelt schon oder werden demnächst beginnen. Die Zulassung und die klinische Prüfung sind jedoch üblicherweise langwierig. Gemeinhin werden für die Entwicklung von Impfstoffen etwa 15 Jahre veranschlagt. Bei Sars-CoV-2 soll es viel schneller gehen. Dafür wird vor allem auf biotechnologische Verfahren gesetzt, bei denen nicht wie üblich die Viren selbst zur Herstellung eines Impfstoffes benötigt werden, sondern nur deren genetische Information.

Der Präsident des für Impfstoffe zuständigen Paul-Ehrlich-Instituts, Klaus Cichutek, hatte im März erklärt, er rechne mit ersten klinischen Prüfungen in Deutschland im Sommer bis Herbst. Er hielt es auch für möglich, dass dann 2021 grössere klinische Prüfungen mit Tausenden oder vielleicht Zehntausenden Probanden beginnen könnten. Man dürfe die Abläufe nicht zu sehr beschleunigen, es brauche verträgliche, sichere Impfstoffe. Auch Anthony Fauci, Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten in den USA, und Lothar Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts in Berlin, rechnen mit einem Impfstoff allerfrühestens nächsten Frühling. (sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Saerd neute 13.04.2020 08:39
    Highlight Highlight Dass Gates einer der einflussreichsten Gönner der WHO ist wissen wohl auch sehr wenige. Und dass diese WHO zusammen mit der Unicef (!) in Afrika schon mehrmals als Tetanus Impfung getarnte Sterilisationsprogramme durchführte lässt auch aufhorchen.
    Ich glaube nicht dass wir diesem Mann zu sehr zujubeln sollten.
  • Bächli 13.04.2020 06:43
    Highlight Highlight Zitat eines Homöopathen:
    „Nicht Impfungen und Medikamente können uns heilen. Nur ein gesunder Menschenverstand, der mit der Natur im Einklang ist, kann uns in diese Richtung bewegen“

    Ich würde sagen, die Lösung wäre „sowohl als auch“ und finde obige Aussage fahrlässig. Natürlich hat er seine gläubigen Anhänger unter den Impfgegnern auf sicher.
    • Saerd neute 13.04.2020 08:48
      Highlight Highlight Bächli, ich weiss sls Impfgegner hat man einen schweren Stand. Man ist dann "lernressistent, Sektenanhänger, rRealitätsverweigerer" und vieles mehr vorallem bei sooo " fortschrittlichen" Leuten wie sich alle Impfbefürworter sehen.
      Aber ich sehe da schon ein paar Widersprüche beim Impfenthusiasmus; warum haben die Geimpften immer so Angst vor den Ungeimpften? Sie sind ja geimpft und dürften sich in Sicherheit wiegen?
    • BVB 13.04.2020 14:49
      Highlight Highlight @Saerd neute
      Es gibt Leute, die Impfungen nicht vertragen, die allergisch sind o.ä.. Solange genug Leute geimpft sind, sind auch diese Leute sicher wegen der Herdenimmunität. Je mehr Impfgegner es gibt, desto unsicherer ist es für diese.
      Ausserdem stimmen die Begriffe die du in den Mund genommen hast, weil es keinen legitimen Grund gibt sich nicht zu impfen.
  • Cocalero 12.04.2020 20:13
    Highlight Highlight https://www.epochtimes.de/politik/welt/toedliche-menschenversuche-mit-hpv-impfungen-indische-aerzte-verklagen-bill-gates-a1291203.html

    Uuuhps
    • Bambusbjörn aka Planet Escoria 13.04.2020 07:58
      Highlight Highlight Eine Zeitung die Fakten und Meinungen vermischt, sowie krudesten Mist ungeprüft verbreitet, ist nicht glaubwürdig. Auch wenn du es gerne hättest.
    • Bambusbjörn aka Planet Escoria 13.04.2020 10:30
      Highlight Highlight Ja, Uuuhps ist gut.
      Die Epochtimes ist auch kein seriöses Medium.
      Es werden Meinungen und Fakten vermischt, so wie Gerüchte verbreitet.

      Hier nachzulesen:
      https://www.mimikama.at/allgemein/coronavirus-liste-der-unserioesen-quellen/
    • Saerd neute 13.04.2020 17:30
      Highlight Highlight Bambusbjörn
      Es gibt noch andere Quellen die ähnliches Berichten.
      Für dich gehört die WHO wohl zu den " seriösen" Organisationen, aber es gibt hier auch Berichte die viele Fragen aufwerfen.
      Fragen die auch Gates in einem nicht mehr so guten Licht dastehen lassen.


      https://www.welt-sichten.org/artikel/25783/impfung-oder-geburtenkontrolle
    Weitere Antworten anzeigen
  • Thrasher 12.04.2020 18:23
    Highlight Highlight Kann mich hier jemand beruhigen? Ich glaube ja nicht das Bill Gates mit der Entstehung von Corona etwa zu tun hat, aber bei Gates ID2020 Projekt ist mir in diesem Zusammenhang schon etwas unwohl. Vorallem seine Aussage, dass Digitale ID genutzt werden könne, um zu Überprüfen, wer eine Corona Impfung erhalten habe und wer nicht. Dies wäre ja halbsowild, wenn Gates gemeinsam mit dem MIT nicht auch an der Entwicklung von Digitalen Tattoos beteiligt wäre, um eben genau geimpfte Personen überprüfen zu können. Versteht mich bitte nicht falsch, ich bin kein Impfgegner, aber sowas ginge mir zu weit!
    • Bambusbjörn aka Planet Escoria 13.04.2020 10:31
      Highlight Highlight Kannst du dafür auch seriöse Quellen nennen?
    • Thrasher 13.04.2020 14:32
      Highlight Highlight Gates redet darüber in seinem AMA auf Reddit.

      Über die Zusammenarbeit mit dem MIT an Digitalen Tatoos findest du hier Infos: https://www.sciencealert.com/an-invisible-quantum-dot-tattoo-is-being-suggested-to-id-vaccinated-kids
    • Thrasher 13.04.2020 14:34
      Highlight Highlight Hier noch ein Artikel direkt vom MIT: http://news.mit.edu/2019/storing-vaccine-history-skin-1218
    Weitere Antworten anzeigen
  • Garp 12.04.2020 16:59
    Highlight Highlight Hoffen darf man immer. Es braucht aber eine klare Strategie, auch wenn der Weg dahin vielleicht etwas im Zickzack geht und die Strategie vielleicht verändert werden muss. Nur auf etwas zu hoffen, von dem wir nicht wissen, ob es möglich ist, bringt nichts. Es geht um Realitäten.

    Die Strategieziele, die man langfristig verfolgt zu äussern wäre angebracht. Einfach Verlangsamung? Zurück zu personal tracking und alle Kontaktpersonen isolieren? Durchseuchung, solange die Spitäler nicht überfordert sind? Viele Tote in Kauf nehmen, um die Wirtschaft möglichst schnell wieder anzukurbeln?

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