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A view of an empty Regent Street, during what would normally be the Boxing Day sales. Boxing Day spending is expected to fall by more than a quarter compared with a year ago, after extensive new COVID-19 restrictions forced non-essential retailers to close, in London, Saturday, Dec. 26, 2020. (Stefan Rousseau/PA via AP)

Die Regent Street in London wäre am «Boxing Day» (26. Dezember) normalerweise gut mit Shoppenden gefüllt – in diesem Jahr sind die Geschäfte geschlossen. Bild: keystone

Was das mutierte Coronavirus in Grossbritannien bislang angerichtet hat

Das Gesundheitswesen im Vereinigten Königreich ist gefordert wie selten zuvor. Die geografische Verteilung der Covid-19-Fälle weist darauf hin, dass unter anderem die mutierte Virusvariante einen Teil dazu beiträgt.



Noch Ende Oktober kündigte der britische Premierminister Boris Johnson einen zweiten nationalen Lockdown an. Dieser solle eine «medizinisches und moralisches Desaster» für das Gesundheitssystem über die Weihnachtstage verhindern.

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Restaurants und Freizeiteinrichtungen waren im November komplett geschlossen. Nachdem die Fallzahlen Anfang Dezember wie erhofft gefallen sind, wurden die Regelungen vorsichtig gelockert.

«Weihnachten wird anders in diesem Jahr. Aber ich hoffe schwer, dass die jetzigen Massnahmen dazu führen, dass wir unsere Familien sehen können.»

Boris Johnson, vor dem zweiten Lockdown im Oktober

Aus den Hoffnungen des Premierministers wurde aber in weiten Teilen des Vereinigten Königreichs nichts. Im Dezember stiegen die Fallzahlen wieder deutlich an, entsprechend dem britischen Ampelsystem befanden sich viele Gebiete in einer Zone mit strikten Einschränkungen – Weihnachten mit Personen aus anderen Haushalten waren vielerorts verboten.

Schuld an diesem Anstieg war vermutlich unter anderem die in Grossbritannien erstmals nachgewiesene Virusmutation von SARS-CoV-2 mit dem Namen VOC-202012/01. Diese sorgte Mitte Dezember international für Aufsehen – insbesondere die Nachricht, dass sie bis zu 70 Prozent ansteckender sei als die bisher bekannte Variante.

Für diese Vermutung spricht die Tatsache, dass die Zahlen im Süden und Osten des Vereinigten Königreichs besonders hoch sind – also dort, wo die Virusmutation besonders oft nachgewiesen wurde. Dazu gehört auch die Millionen-Metropole London. Allerdings steigen die Fallzahlen auch in den anderen Regionen weiter an.

Karte Neuinfektionen Vereinigtes Königreich

Bild: coronavirus.data.gov.uk / watson

Und diese erhöhten Fallzahlen wirken sich auch bereits auf die Hospitalisationen aus. Insbesondere in den Regionen im Südosten (in der folgenden Grafik in Magenta) füllten sich die Spitäler seit Ende des Lockdowns Anfang Dezember.

In den letzten Tagen wurden die britischen Spitäler aufgefordert, mit allen Möglichkeiten freie Betten zu schaffen, um den im Januar erwarteten Anstieg an Covid-19-Patienten bewältigen zu können. Die Verantwortlichen rechnen damit, dass das Gesundheitssystem bis Ende März in «höchster Alarmbereitschaft» sein werde, bevor sich die Lage möglicherweise wieder stabilisiere.

In einem sechsseitigen Brief wandten sich die obersten Gesundheitsvertreter an das britische Gesundheitspersonal: «Durch die steigende Zahl an stationären Patienten durch Covid-19 in fast allen Landesteilen und durch das neue Risiko der mutierten Virenvariante solltet ihr in den kommenden Wochen weiterhin alle verfügbaren Kapazitäten mobilisieren.»

Christina Pagel, Direktorin der Abteilung für klinische Forschung des University Collage, zeigte sich auf Twitter besorgt darüber, dass nicht im gesamten Land striktere Massnahmen gelten: «Man darf die Situation nicht schönreden. Wenn es die Impfungen nicht gäbe, hätte ich grosse Angst. Ich bin auch so ziemlich verängstigt. Die Regierung braucht dringend einen neuen Plan.»

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Corona-Anweisungen von Grossbritannien's Premier Boris Johnson

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