DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Im Juni wurde «The Beach» geschlossen – jetzt zeigt sich, wie gut dieser Entscheid war

21.02.2019, 12:0717.12.2019, 15:38
März 2017, als Touristen noch da waren.
März 2017, als Touristen noch da waren.Bild: AP/AP

Weisser Sand, Palmen und türkisfarbenes Wasser – Maya Bay galt jahrelang als Inbegriff eines paradiesischen Strandes. Doch seit 1999 der Film «The Beach» mit Leonardo DiCaprio in die Kinos kam und der Strand darin die eigentliche Hauptrolle spielte, wurde der einstige Geheimtipp von einer jährlich steigenden Touristenmasse überflutet.

Die kleine Insel von oben:

2008 pilgerten im Durchschnitt täglich 171 Besucherinnen und Besucher an den Traumstrand. Bis 2017 stieg die Zahl auf 3520 – täglich. Das bedeutete auch: täglich dutzende Boote, die auf dem Sandstrand aufsetzten, Touristen, die ihren Abfall liegen liessen und den Korallen im Wasser zusetzten.

Das Paradies wurde zur Müllhalde und zum Synonym für grassierenden «Overtourism» – bis die thailändischen Behörden die Notbremse zogen. Im letzten Juni ergriffen sie die ultimative Massnahme und schlossen den Traumstrand für unbestimmte Zeit.

Seither hält eine Demarkationslinie die Touristenboote 300 Meter vor dem Strand auf und Patrouillenboote sorgen dafür, dass dies auch eingehalten wird.

«The Beach» im April 2018 ...

Bis zu einer Million Touristen besuchten den Strand pro Jahr.
Bis zu einer Million Touristen besuchten den Strand pro Jahr.Bild: AFP

Und was ist seither im Paradies passiert?

Es gibt einige Good News:

Im Oktober kehrten die ersten Haie in die Bucht zurück, berichtete die Bangkok Post. Vor der Schliessung war das Wasser praktisch ohne Leben. Motorenlärm, Öl und im Wasser posierende Touristen hatten die Tierwelt vertrieben.

Die Haie geniessen die Ruhe:

Die Schwarzspitzen-Riffhaie fühlen sich sichtlich wohl. Laut dem thailändischen Meeresbiologen Thon Thamrongnawasawat tauchen die Tiere jeden Morgen in der Bucht auf. Das flache Wasser ist das ideale Habitat, so gab es denn auch Nachwuchs bei drei Weibchen, wie die Verantwortlichen mitteilten.

Nebst dem Schwund der Tierwelt bereitete den Behörden auch die Vernichtung der Korallenwelt Kopfzerbrechen. Thamrongnawasawat, der die Maya Bay seit 40 Jahren beobachtet und von der Regierung für die Wiederbelebung des Paradieses eingestellt wurde, sagt gegenüber BBC: «1998/99 waren rund 30 Prozent der Korallenwelt beschädigt, nun sind 90 Prozent zerstört.»

Die sensible Unterwasserwelt litt vor allem unter dem starken Bootsverkehr. Doch auch hier gibt es bereits nach wenigen Monaten erfreuliche Nachrichten: Die Korallen erholen sich langsam wieder, neue Korallen hätten sich bereits gebildet.

Die Konservierungs-Arbeiten zeigen also erste Früchte. Allerdings dauert es Jahrzehnte, bis sich die Korallen vollständig erholt haben.

Angestellte des Nationalparks untersuchen Korallen.
Angestellte des Nationalparks untersuchen Korallen.Bild: Marine National Park Operation Centre 3

Auch wenn Maya Bay wie kaum ein anderer Strand für das Paradies auf Erden (oder zumindest in Thailand) steht, ist es doch nur ein einzelner kleiner Strand.

Das Problem des Massentourismus stellt sich in ganz Thailand. Insgesamt gelten 77 Prozent der Korallenriffe in Thailand als beschädigt, sagt Thamrongnawasawat zu BBC. Vor zehn Jahren waren es noch 30 Prozent. Schuld seien hauptsächlich Strandhotels, die ihre Abwasser ins Meer leiten, und Plastikmüll, der im Wasser entsorgt wird.

Wie aber geht es mit «The Beach» weiter? Denn trotz den Good News sind längst nicht alle glücklich über die Schliessung des Traumstrands. Nach der Schliessung hätten mehrere Touristen ihre Tour zum Strand gecancelt, nachdem sie darüber im Bilde waren, dass sie das Paradies nicht würden betreten können, sagte der lokale Tourismusverantwortliche.

Für die Tourismusregion ist der Strand von zentraler Bedeutung. Doch die Behörden wollen sich davon offenbar nicht beeinflussen lassen. Die Verantwortlichen des Nationalparks gehen zwar davon aus, dass «The Beach» dereinst wieder eröffnet wird. Wann das sein wird, will derzeit niemand sagen. Zuerst müsse sich die Natur erholen. (jaw)

Muscheln oder Abfall sammeln – diese 13 Strände machen dich sprachlos

1 / 18
Muscheln oder Abfall sammeln – diese 13 Strände machen dich sprachlos
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Wal stirbt, weil er mehr als 80 Plastiktüten im Magen hat

Video: srf
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

44 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
caschthi
21.02.2019 12:26registriert Oktober 2014
Ich finde man könnte (und sollte) bei mehreren solchen Dingen durchgreifen.
6637
Melden
Zum Kommentar
avatar
N. Y. P.
21.02.2019 12:32registriert August 2018
Falls wiedereröffnet wird :

2 Menschen pro Woche wären genug.

Man könnte pro Woche eine Verlosung im Internet veranstalten. 10 USD Teinahmegebühr.

So ein Artikel macht gute Laune.
43733
Melden
Zum Kommentar
avatar
De Pumuggel
21.02.2019 12:27registriert Oktober 2017
Es ist an der Zeit, dass der Mensch einfach mal zurück steckt und der Tier- und Pflanzenwelt die verdiente Ruhe gewährt
3939
Melden
Zum Kommentar
44
Farbenprächtige Schlangenart in Paraguay entdeckt

In Paraguay haben Forscher eine farbenprächtige neue Schlangenart entdeckt. Die ungiftige Phalotris shawnella ist entlang des Körpers rot-schwarz gestreift.

Zur Story