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Wladimir Klitschko kritisiert Diplomat Melnyk: «Nicht die Zeit für grosse Worte»

Die Ausladung von Bundespräsident Steinmeier belastet das Verhältnis zwischen Deutschland und der Ukraine. Kanzler Scholz will deshalb nicht nach Kiew reisen. Jetzt macht Wladimir Klitschko einen Vorschlag.
04.05.2022, 22:2904.05.2022, 22:33
Ein Artikel von
t-online

Kommt jetzt Bewegung in den Streit um die Ausladung von Frank-Walter Steinmeier? Der Bruder des Kiewer Bürgermeisters Vitali Klitschko, Wladimir Klitschko, hat Präsident Selenskyj aufgefordert, den Bundespräsidenten in die Ukraine einzuladen. Steinmeier sei «ein strategischer Partner» des Landes, so der frühere Boxchampion in einer auf Twitter verbreiteten Mitteilung.

«Jetzt ist nicht die Zeit für Emotionen und unnötig grosse Worte», schreibt Klitschko auf Englisch. «Ich bin überzeugt, Präsident Selenskyj sollte den Schritt machen und den Bundespräsidenten nach Kiew einladen.» Deutschland sei durch die Ausladung «blossgestellt worden». Steinmeier wollte Mitte April mit seinen Amtskollegen aus Polen, Lettland, Litauen und Estland nach Kiew fahren.

Klitschko kritisiert Melnyk: «Öl ins Feuer gegossen»

Einen Tag vor der geplanten Reise kam aus Kiew aber das Signal, dass Steinmeier unerwünscht sei. Als Aussenminister hatte Steinmeier jahrelang die Annäherung an Russland vorangetrieben, was in der Ukraine viel Unmut ausgelöst hat. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat wegen der Ausladung Steinmeiers bislang auf eine Reise nach Kiew verzichtet. 

Andrij Melnyk am Bundespresseball Dinner 2022.
Andrij Melnyk am Bundespresseball Dinner 2022.Bild: keystone

Kritik übt Klitschko in seiner Stellungnahme auch am Vorgehen des ukrainischen Botschafters in Deutschland, Andrij Melnyk. «Undiplomatische Äusserungen des Botschafters in Richtung des Bundeskanzlers haben weiteres Öl ins Feuer gegossen», so Klitschko. «Ich bin überzeugt, dass die Ukraine unbedingt mit allen verlässlichen und mächtigen Partnern reden und zusammenarbeiten muss.» Alle Europäer müssten ihre Positionen abstimmen, um den Kampf gegen den «russischen Aggressor» zu gewinnen, so Klitschko.

Scholz: Hindernis für Kiew-Reise nicht ausgeräumt

CDU-Chef Friedrich Merz war am Dienstag nach Kiew gereist und hatte dort Präsident Selenskyj und Bürgermeister Vitali Klitschko getroffen. Merz kündigte an, Scholz über seinen Besuch zu informieren zu wollen. Grundsätzlich könne er dem Kanzler nur empfehlen, vor Ort Gespräche zu führen, so Merz.

Scholz sieht die Hindernisse für einen Besuch in der Ukraine auch Merz' Reise nicht ausgeräumt. «Es ist ein Problem, dass der Präsident der Bundesrepublik Deutschland ausgeladen wurde. Und das steht im Raum», sagte Scholz am Mittwoch nach einer Kabinettsklausur in Schloss Meseberg . Zu Klitschkos Stellungnahme äusserte sich Scholz nicht.

(t-online,mk)

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71 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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WindJoe
05.05.2022 06:14registriert Juli 2020
Endlich mal ein Ukrainer der die Situation korrekt einschätzt.

Deutschland ist nach den USA schon viele Jahre der größte Unterstützer der Ukraine. Was der Botschafter Melnyk in Deutschland so alles vom Stapel lässt, geht gar nicht. Er geht nicht irgendeine Person an sonder von den Deutschen gewählte Personen. Somit stellt er sich gegen alle Deutsche.
Die Hilfsbereitschaft bei den Flüchtlingen hat durch das wirken des Botschafters merklich nach gelassen.
Bin kein Scholz Fan aber da handelt er völlig richtig!
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