International
Deutschland

Sahra Wagenknecht räumt Fehler ein: «Genau das, was wir nicht wollten»

epa11920719 BSW party chairwoman and top candidate Sahra Wagenknecht attends the Sahra Wagenknecht Alliance (BSW) press conference in Berlin, Germany, 24 February 2025. Germany held its federal electi ...
Musste zuletzt Rückschläge einstecken: Sahra Wagenknecht.Bild: keystone

Sahra Wagenknecht räumt Fehler ein: «Genau das, was wir nicht wollten»

Verpasster Einzug in den deutschen Bundestag, interner Streit mit Thüringen: Es lief zuletzt nicht gut für das Bündnis Sahra Wagenknecht. Von Rückzug will die Gründerin aber nicht sprechen.
30.04.2025, 03:5830.04.2025, 03:58
Ein Artikel von
t-online

BSW-Chefin Sahra Wagenknecht will ihre Partei weiter führen, trotz der Schlappe bei der Bundestagswahl und trotz ihrer Niederlage im internen Machtkampf mit dem Landesverband Thüringen. Auf die Frage, ob sie an Rücktritt denke, sagte Wagenknecht in der ARD-Sendung «Maischberger»: «Ich möchte, dass dieses Projekt überlebt.» Sie werde «nicht mehr ewig weiter machen», aber so lange, bis sie die stabile Hoffnung habe, die Partei etabliert zu haben.

Das Bündnis Sahra Wagenknecht war bei der Bundestagswahl im Februar sehr knapp an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert. Am vergangenen Wochenende war zudem in Thüringen gegen ihren Willen die Landesvorsitzende Katja Wolf wiedergewählt worden. In dem TV-Interview äusserte sie sich erstmals zu den Vorgängen in Thüringen, ging aber auf ihre Niederlage kaum ein.

«Regierung macht viele Fehler»

Doch erneuerte sie ihre Kritik an der Regierungspolitik in Erfurt und machte diese mitverantwortlich für das schwache Abschneiden des BSW bei der Bundestagswahl. «Ich glaube, dass wir in Thüringen Vertrauen verloren haben und Vertrauen verspielt haben, weil wir bestimmte Dinge nicht eingelöst haben», sagte sie.

Umfragen zeigten, dass gerade BSW-Wähler nicht mit der Thüringer Koalition einverstanden seien. Das BSW habe Wählerinnen und Wähler an die AfD verloren. «Als wir runtergingen, ging die AfD hoch.» Was die Bundesspitze sich gewünscht habe, sei nach wie vor aktuell: «Wir wollten einen Landesvorstand, der nicht mehr verlängerter Arm der Regierung ist, sondern der die Regierung kritisch begleitet, damit wir nicht in der Regierung so viele Fehler machen.»

Mehr Mitglieder, neuer Name

Wagenknecht räumte auch eigene Fehler beim Aufbau der Partei ein. Die Mitgliederaufnahme stark einzuschränken, um nicht «Verrückte anzuziehen», sei als Konzept nicht aufgegangen. «Wir haben tatsächlich durch diese sehr kleinen Strukturen auch Karrierenetzwerke, Klüngelei, sogar befördert – genau das, was wir nicht wollten», sagte Wagenknecht. Deswegen werde man nun anders vorgehen.

Sie bekräftigte zudem, dass die Partei noch in diesem Jahr umbenannt werde. Sie bekomme für den neuen Namen viele Vorschläge, teilweise auch lustige, sagte sie, nannte aber keine Beispiele.

Verwendete Quellen:

  • Nachrichtenagentur dpa
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
«Man hat uns getötet»: Kremlkritische «Nowaja Gaseta» stellt Arbeit ein
Die von Friedensnobelpreisträger Dmitri Muratow gegründete russische Zeitung «Nowaja Gaseta» stellt nach mehr als 30 Jahren und massivem Druck in Russland ihre Arbeit ein.
«Man hat uns getötet», lautet der Titel einer Erklärung auf der Website der Zeitung. «Die russischen Behörden und die russischen Geheimdienste zwangen die Redaktion, die Arbeit einzustellen», schrieb das Medium darin. Am 9. November mache die Redaktion das Licht aus, fahre die Server herunter und gehe. Die Zeitung gebe es dann nicht mehr.
Zur Story